Hinter den Kulissen

Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben

Seraina Cadonau
20.10.2022

Flexibilität und Selbstbestimmung haben in der Berufswelt an Bedeutung gewonnen. So auch bei Digitec Galaxus. Dazu gehören auch das Homeoffice und Teilzeitarbeiten. Ich wollte wissen, wie stark das Arbeiten von zuhause verankert ist – und bin in unserer IT-Abteilung auf Stimmenfang gegangen.

Der Lohn allein macht’s heute nicht mehr. Mindestens genauso wichtig sind flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Teilzeitarbeit oder Weiterbildungsmöglichkeiten. Das unterstreicht auch die neuste Umfrage des Universum Ranking. Die Arbeitgeber-Branding-Agentur befragte 10'593 Studierende aus 148 unterschiedlichen Studienrichtungen, die an einer Schweizer Hochschule immatrikuliert sind. 61 Prozent der Schweizer Studentinnen und Studenten achten bei der Jobsuche auf flexible Arbeitsmodelle, insbesondere Remote-Arbeitsmöglichkeiten. In der IT ist die Option auf Homeoffice sogar für 80 Prozent der Studierenden das wichtigste Kriterium.

Immer wieder machte medial die Runde, dass gewisse Unternehmen Homeoffice stark beschränken oder gar wieder ganz streichen. Auch Tesla-Chef Elon Musk erklärte vor ein paar Monaten die Corona-Krise und das damit verbundene Homeoffice für beendet. Diese Meldungen in Kombination mit den Studienresultaten machten mich stutzig und neugierig zugleich: Corona hat uns doch gezeigt, dass Homeoffice funktionieren kann? Remote zu arbeiten sind wir uns nach über zwei Jahren Pandemie gewohnt, inklusive lustiger (und weniger lustiger) Teams-Pannen.

Ich wollte es genauer wissen: Wie stark ist das Homeoffice im Büroalltag unserer IT-Cracks verankert? Und wie sieht es mit Teilzeitarbeit aus? Ich habe mich auf die Suche nach Antworten im Product Development gemacht.

Flexible Arbeitsbedingungen für jeden Lebensentwurf

Michael Hardegger ist Teamleader im Engineering und arbeitet seit Oktober 2020 in einem 80%-Pensum. «Für mich war immer klar, dass ich im Falle von Nachwuchs einen Papi-Tag machen will. Von 100% auf 80% zu reduzieren, war zum Glück überhaupt kein Problem und das Homeoffice gehört seit Corona zum Digitec-Galaxus-Alltag dazu», sagt er. Die meisten Tage arbeitet er deshalb remote und geht ein bis zwei Tage pro Woche ins Büro. «Das passt gut mit dem Arbeitsmodus im Team zusammen und ich schätze die Abwechslung sehr», ergänzt er. An Homeoffice-Tagen frühstückt er jeweils mit der älteren Tochter und zieht sich danach ins Arbeitszimmer zurück, wo er weitgehend ungestört arbeitet: «Seit kurzem kann die ältere Tochter Türen öffnen, seither werde ich auch ab und zu mal besucht (lacht).» Familie und Job unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach, jedoch machen es ihm Homeoffice und Teilzeit etwas leichter. Mit seinem Arbeitsmodell ist er daher sehr happy: «Auch mein Arbeitgeber profitiert davon. Oft komme ich mit etwas Abstand auf neue Ideen, um Herausforderungen bei der Arbeit anzugehen.»

Auch Kako Ko arbeitet in einem Teilzeitpensum: Sie ist Business Intelligence Specialist und 60% angestellt. Davon arbeitet sie einen Tag vor Ort in Zürich und zwei von zuhause aus. «An den Homeoffice-Tagen spare ich den Arbeitsweg und kann diese gewonnene Zeit für den Haushalt nutzen oder auch mal eine längere Mittagspause machen – das schätze ich sehr», erzählt sie. Ihrem Team und Chef, der damals alle Hebel für die 60%-Anstellung in Bewegung gesetzt hat, ist Kako sehr dankbar, dass diese Kombination möglich ist. «Dieses Modell erfordert zwar sehr gute Planung und bringt auch Herausforderungen mit sich», sagt sie und fährt gleich fort: «Ohne diese flexiblen Möglichkeiten und dem tiefen Pensum wäre es für mich derzeit nicht möglich zu arbeiten. Ich habe zwei kleine Kinder, denen ich gerne gerecht werden möchte. Die Kitas sind sehr teuer und ich habe keine Familie in der Nähe. Deshalb bin ich superglücklich mit dieser Lösung.»

Mark Odermatt arbeitet Vollzeit als Domain Architect und geniesst die Vorteile des Homeoffice ebenfalls: Vor Corona hatte er einen langen Arbeitsweg (1h20min von Tür zu Tür) und war somit jeweils lange ausser Haus. «Daran hatte ich mich gewöhnt. Jetzt bin ich aber froh, wenn ich die Mehrheit meiner Arbeitstage meinen Computer ausschalte und fünf Minuten später am Familienleben teilnehmen kann», sagt er. Durch das remote Arbeiten ergeben sich für ihn noch mehr Vorteile: «Bei meinem gefüllten Kalender kam ich oft zu spät zu Meetings, weil ich den Raum oder gar das Gebäude wechseln musste. Das ist im Remote-Setup deutlich einfacher.» Einmal in der Woche ist er im Zürcher Office und schätzt den physischen Austausch, denn die klassischen Kaffeemaschinen-Gespräche sind immer noch die besten.

Trotz Homeoffice wird der Austausch im Büro nach wie vor geschätzt.
Trotz Homeoffice wird der Austausch im Büro nach wie vor geschätzt.

Konzentration und kreative Lösungen

«Wir möchten, dass unsere Mitarbeitenden an einem Ort arbeiten, wo sie sich konzentrieren und wo sie mit ihrem Team sowie den Partnern kreative Lösungen entwickeln können. Und wir haben begriffen: Das ist manchmal am Arbeitsplatz zuhause und manchmal in unseren Büros vor Ort», erklärt mir Rebekka Fricke, Leader People & Organizational Development. «Damit der regelmässige Austausch vor Ort nicht zu kurz kommt, findet jeweils ein Teamtag pro Woche im Büro statt», ergänzt sie und fährt fort: «Die Herausforderungen der hybriden Arbeit sind aber nicht zu unterschätzen. Wir engagieren uns daher, unseren Mitarbeitenden und Führungskräften die passende Unterstützung dabei zu bieten.» Und auf die Frage, wie es mit Teilzeitpensen aussieht, sagt sie: «Wir sind absolut offen dafür: 80%-Pensen sind in der Regel ab sofort immer möglich, geringere Pensen nach Absprache.» Dabei wird jeweils versucht, die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden.

Meine anfängliche Neugierde ist gestillt: Die neuen Arbeitsgewohnheiten scheinen fester Bestandteil im Büro-Alltag zu sein. Und übrigens liebe Tesla-Mitarbeitende, falls euch das Homeoffice-Verbot von Herrn Musk auch zu strikt ist, hier findet ihr unsere offenen Stellen (Deutschland: hier). Denn bei Digitec Galaxus ist das Homeoffice gekommen, um zu bleiben.

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