Jan Johannsen
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Confer ist ein KI-Chatbot mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Confer ist ein neuer KI-Chatbot, bei dem die Privatsphäre im Vordergrund steht. Die Gespräche sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können nicht mitgelesen werden. Weder für Training noch Werbung.

Hinter Confer steckt Moxie Marlinspike, der zu den Gründern des Messengers Signal gehört. Wie schon damals ist sein Antrieb, neue Technologien nutzen zu können, ohne die Privatsphäre aufzugeben. Dafür sorgt bei dem KI-Chatbot eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die verhindert, dass jemand mitlesen kann. Deswegen können deine Konversationen auch nicht zum Training der KI genutzt werden.

Ein Passkey schützt die Privatsphäre

Confer ist bisher nur im Browser unter www.confer.to verfügbar. Für die Nutzung muss man sich mit einer E-Mail-Adresse oder einem Google-Konto anmelden – ja, ich sehe den Widerspruch auch. Diese Anmeldung ist notwendig, um die Verschlüsselung sicherzustellen. Bei dieser geht es nicht um vollständige Anonymität, sondern um den Schutz der Gesprächsinhalte.

Confer erstellt mehrere Schlüssel, um sicherzustellen, dass nur du auf deine Konversation mit der KI zugreifen kannst. Einer dieser Schlüssel wird als Passkey auf deinem Gerät hinterlegt. Das klappt aber bisher nicht umfassend. Unter Windows kommt die Meldung, dass Confer noch nicht mit Windows Hello funktioniert. Stattdessen solle man 1Password oder einen YubiKey nutzen.

Unter Android lässt sich ohne Probleme ein Passkey für Confer erstellen und durch biometrische Daten wie Fingerabdruck oder Gesicht, aber auch durch die Geräte-PIN sichern. Sofern dein Passkey auf verschiedenen Geräten verfügbar ist, kannst du Confer auch übergreifend nutzen.

Mehrsprachig, aber vergleichsweise wenig Datenpunkte

Die Oberfläche von Confer ist zwar auf Englisch gehalten, der KI-Chatbot versteht aber auch andere Sprachen. Selbst nennt die Software Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Russisch, Japanisch, Koreanisch, Chinesisch «und einige mehr».

Confer gibt Auskunft über sich selbst.
Confer gibt Auskunft über sich selbst.

Confer nutzt mehrere quelloffene Sprachmodelle. Welche genau verrät weder der KI-Chatbot noch Moxie Marlinspike. Das Tool hat Zugriff auf 250.000 Token – was gegenüber kommerziellen LLM mit Milliarden von Token vergleichsweise wenige Datenpunkte sind – und sein Datenstand ist der Juli 2025. Confer ist also eindeutig ein Chatbot für generelle Themen als für aktuelle Ereignisse. Für eine bessere Übersicht lassen sich die Konversationen in Ordnern sortieren. Solltest du bisher ChatGPT genutzt haben, kannst du deine Konversationen von dort in Confer importieren.

Confer läuft nicht lokal, sondern auf Servern. Die Serverbetreiber haben theoretisch Zugriff auf die Daten. Deswegen nutzt Confer sogenanntes Confidential Computing und eine Trusted Execution Environment, um den Code in einer isolierten Umgebung auf der Hardware auszuführen. Der Quellcode dafür ist auf Github einsehbar.

Der Betrieb von Confer kostet Geld. Deswegen bietet die Gratisversion nur einen eingeschränkten Umfang. Willst du mehr als 25 Nachrichten pro Tag an den Chatbot schreiben, nicht nur fünf aktive Chats und mehr als zwei Ordner haben, musst du die Bezahlversion wählen. Die kostet 35 Dollar pro Monat und bietet auch Zugriff auf fortgeschrittene KI-Modelle als die Basisversion.

Für einen größeren Nutzungsumfang musst du bei Confer zahlen.
Für einen größeren Nutzungsumfang musst du bei Confer zahlen.

Marlinspike erklärt die Funktionsweise von Confer in einem Blogbeitrag ausführlich. In einem zweiten Beitrag warnt er vor KI-Chatbots oder, genauer gesagt, vor deren Anbietern, die deine Daten nutzen.

Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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