
Commodore reitet die Retro-Welle mit einem Flip-Phone
Wer sich das Commodore Callback 8020 holt, hat mehr Zeit zum Daddeln auf seinem C64. Auf dem Flip-Phone sind Social Media, Browser und E-Mail gesperrt.
Im Sommer 2025 hat mit Peri Frantic ein Fan das Ruder bei Commodore übernommen. Nach zwei Neuauflagen alter C64-Modelle stellt die Firma ein Flip-Phone vor, das nicht nur optisch auf der Retro-Welle reitet. Da auf dem Callback 8020 Social-Media-Apps gesperrt und Texteingaben nur via T9 möglich sind, soll es dabei helfen, weniger Zeit am Handy zu verbringen.
Kein Social Media, aber 99 Prozent aller Android-Apps
Egal ob weiß, transparent-blau oder golden: Alle fünf Farbvarianten des Commodore Callback 8020 versprühen Retro-Charme. Das Flip-Phone bietet Internetzugang via WLAN oder 4G, legt sich aber selbst Grenzen auf, um kein Doomscrolling-Gerät zu sein.

Quelle: Commodore
So sind Social-Media-Apps, Browser, E-Mail-Programme oder typische Arbeits-Apps wie Teams per System auf dem Callback gesperrt. Der Touchscreen ist deaktiviert und die Texteingabe erfolgt via T9 über die Wähltasten. Da fasst man sich dann auch in Chats lieber kurz.
Als Software kommt Sailfish OS von Jolla zum Einsatz. Die Weiterführung ehemaliger Nokia-Software aus Finnland soll deine Daten für sich behalten und trotzdem dafür sorgen, dass 99 Prozent aller Android-Apps auf dem Flip-Phone laufen. Die Ausnahmen sind die genannten gesperrten Kategorien. Es bleibt spannend, welche Anwendungen sich sinnvoll über die Tasten steuern lassen.

Quelle: Commodore
Aufgeklappt schaust du auf ein 3,25 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln. Falls dir das nicht retro genug ist: Der 1,77 Zoll große Bildschirm auf dem Deckel ist eine Fluoreszenz- oder Digitron-Anzeige. Damit nicht das gesamte Display aufleuchtet, verbaut Commodore eine Benachrichtungs-LED auf dem Deckel.
Akustisch ist ebenfalls Retro angesagt. Das Callback verfügt über ein FM-Radio, unterstützt HD-Audio und lässt die Geräusche des SID-Chips des C64 erklingen. Ein Kabelkopfhörer befindet sich im Lieferumfang.

Quelle: Commodore
Als Prozessor kommt der Mediatek Helio G81 zum Einsatz. Ihm stehen vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher ist 64 Gigabyte groß und lässt sich mit einer microSD-Karte um bis zu 256 Gigabyte erweitern. Eine 32-Gigabyte-Karte gehört zum Lieferumfang. Die könnte schnell nötig werden, da eine Auswahl an klassischen und aktuellen C64-Spielen sowie «Snake» – in Erinnerung an Nokia – vorinstalliert sind. Außerdem lassen sich mit einer 48-Megapixel-Kamera Fotos aufnehmen. Einziger Nachteil: Die Speicherkarte beansprucht den gleichen Platz wie die zweite SIM-Karte, die sich einlegen lässt.
Geladen wird das Callback 8020 via USB-C und der 1550-mAh-Akku lässt sich wie früher ohne Werkzeug herausnehmen. Zusätzlich kannst du das Cover des Klapphandys gegen andere Farben tauschen. Sein Scharnier ist übrigens auf 200.000 Bewegungen getestet. Klappst du es 50 Mal am Tag auf und zu, sollte es fast elf Jahre halten.

Quelle: Commodore
Preis und Verfügbarkeit
Derzeit kann man sich auf der Homepage von Commodore nur auf einer Warteliste eintragen, erhält dann aber immerhin 50 Dollar Rabatt auf den Preis von 549 Dollar. Damit bezahlst du aber immer noch mehr als für einen der neuen C64. Die Vorbestellphase beginnt voraussichtlich am 30. Juni und die Auslieferung der Bestellungen ist für den Winter geplant.

Quelle: Commodore
Commodore verschickt auch nach Europa und rechnet den reduzierten Preis auf krumme 397,77 Franken oder 431,75 Euro um. Da kommen jeweils noch Steuern und Zoll bei der Einfuhr hinzu und zu den Versandkosten gibt es noch keine Angabe.
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
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