
Hintergrund
Starlink setzt auf KI‑Training mit Kundendaten – wer das nicht will, muss selbst handeln
von Martin Jud

Duokey sucht auf dem Mobile World Congress neue Kundengruppen. Das Schweizer Unternehmen kann Daten nicht nur mit mehreren Schlüsseln absichern, sondern auch Millionen davon verwalten.
Ein Start-up ist das 2019 Unternehmen Duokey nicht mehr. Dazu haben die Verschlüsselungsspezialisten aus Prilly (VD) schon zu viele renommierte Kunden: VW, Audi, Toyota, das IKRK und viele Unternehmen aus dem Finanzbereich, die aber nicht öffentlich genannt werden wollen.
Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona will CEO Nagib Aouini Kontakt zu einer neuen Kundengruppe aufnehmen: grosse Telekomunternehmen.
Doch was macht Duokey überhaupt? «Wir ermöglichen die Verschlüsselung von Daten, auch wenn konventionelle Cloud-Infrastruktur genutzt wird», erklärt Aouini. Das heisst: Firmen können die grossen Cloud-Anbieter wie Amazon, Google, Microsoft oder Salesforce nutzen, haben aber trotzdem die volle Kontrolle über die eigenen Daten und die Verschlüsselung derer. Das ebenfalls Duokey genannte System wird mit mindestens drei Keys gesichert, die an unterschiedlichen Orten gespeichert sind – die dem Kunden gehören und über die er die volle Kontrolle hat.
Cloud-Anbieter haben keinen Zugriff auf diese Daten, können also beispielsweise keine KI-Modelle trainieren. Dadurch können Anbieter auch den weltweit unterschiedlichen Datenschutzvorschriften genügen.
Im Unterschied zu anderen Verschlüsselungen liegen die Keys nicht am selben Ort, sondern sind verteilt – mindestens auf zwei unterschiedlichen Kontinenten bei zwei unterschiedlichen Anbietern. Und im Gegensatz zu den Systemen der Cloud-Anbieter selbst sind die Schlüssel im Besitz und unter der Kontrolle der Duokey-Kunden. Bei einem Anbieter liegt maximal einer der drei Keys.
Amazon, Google, Microsoft und Co. haben weder Zugriff auf die Daten, noch auf die Schlüssel. Das Ziel ist, dass die Unternehmen die weltweit vorhandene Cloud-Infrastruktur und auch KI-Modelle nutzen können, die Daten aber immer verschlüsselt bleiben.
Es gibt natürlich auch einen Nachteil: Die höhere Absicherung macht das Handling komplizierter und aufwendiger, auch wenn Duokey direkt in die Cloudanwendungen integriert werden kann.

Die Verschlüsselungssoftware von Duokey hat einen zweiten Vorteil. Viele Unternehmen nutzen zur Verschlüsselung Hardware-Sicherheitsmodule (HSMs). Diese haben eine begrenzte Kapazität, typischerweise sind es Zehntausende Schlüssel. Unternehmen, die viel mehr verwalten müssen, brauchen dementsprechend mehr Hardware. Softwarelösungen wie jene von Duokey können Millionen von Schlüsseln verwalten.
Das ist für die Telekommunikationsbranche interessant, in der die Anbieter Millionen SIM-Karten verwalten müssen, die einzeln verschlüsselt sind. «Der MWC ist natürlich ideal, um in diesem Bereich Kontakte zu knüpfen», sagt CEO Nagib Aouini.
Duokey tritt auf der Messe bewusst als Schweizer Firma auf – im Verbund mit dem Schweizer Start-up-Programm Venturelab. «Im Sicherheitsbereich geniessen Schweizer Unternehmen einen Vertrauensvorschuss», sagt Aouini. Die Unabhängigkeit gegenüber grossen Techkonzernen, aber auch gegenüber Staaten wie USA oder China, sei auf jeden Fall ein Vorteil im Sicherheitsbereich.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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