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GartenKnowhow 333

Begrüne deine Zwischenräume mit einem Fugengarten

Du hast gepflasterte Wege oder eine gepflasterte Terrasse? Dann weisst du bestimmt, wie nervig das Unkrautjäten dort ist. Mach Schluss damit und begrüne deine Fugen aktiv.

Unkraut in Beeten ist für die meisten Menschen mit grünem Daumen ein Graus. Noch schlimmer ist Unkraut zwischen Platten und Pflastersteinen. In mühsamer Kleinarbeit und auf allen Vieren müssen die ungeliebten Pflanzen entfernt werden. Das ganze Spektakel muss zudem alle paar Wochen wiederholt werden, um vollständig unkrautfrei zu bleiben. Ein Garten will gepflegt sein, dem stimme ich zu. Es muss aber nicht immer wie wild gejätet werden. Bepflanze deine Fugen und verbanne damit das lästige Unkraut aus den Zwischenräumen. Damit sparst du dir ab sofort eine Menge Arbeit.

Auf die Knie, fertig, los!

Aber erst einmal eine schlechte Nachricht. Noch ein letztes Mal musst du dich auf deine Knie begeben und das Unkraut aus den Ritzen kratzen. Denn vor der Bepflanzung müssen die Fugen sauber sein. Dies gelingt übrigens auch mit einem Hochdruckreiniger. Wer einen besitzt ist klar im Vorteil. Ohne grosse Mühe und in aufrechter Position kann das Unkraut durch Wasserdruck entfernt werden. Danach werden die sauberen Fugen mit Erde aufgefüllt. Verwende hierfür eine sandige, gut durchlässige Sorte. Meistens findest du eine solche Mischung unter dem Namen «Dachgartenerde».

Betreten erlaubt

Die Wahl der Pflanzen ist beim Fugengarten besonders wichtig. Längst nicht alle Arten eignen sich für diesen Extremstandort. Viele würden gar nicht erst gedeihen, andere würden zu hoch. Sedum (auch Fetthenne) ist schwierige Bedingungen gewohnt. Die meisten Arten bleiben relativ flach und können auch öfter betreten werden. Auch das immergrüne Sternmoos lässt sich gut in die Ritzen pflanzen und kommt mit gelegentlichen Fusstritten klar. Thymian gibt’s nicht nur als höhere Staude, sondern auch in flacher Form. Durch seine lila Blüten bringt er etwas Farbe zwischen deine grauen Platten. Auch Isotoma, Stachelnüsschen und Pfennigkraut kannst du problemlos anpflanzen.

Jegliche Sedum-Varianten eignen sich für deine Zwischenräume.
Sternmoos strahlt immergrün und ist trittunempfindlich.

Zwei Formen der Bepflanzung

Bei der Bepflanzung bieten sich dir zwei Möglichkeiten. Für schmale Fugen empfehle ich dir die Aussaat der gewünschten Pflanzen. Mische hierzu dein Saatgut mit der Pflanzenerde und verteile die Mischung in den Ritzen. Füll diese aber nicht ganz auf, sondern lass noch etwa 1-2 cm Luft, damit die Aussaat nicht vom Wind weggetragen wird. Alles, was du jetzt noch zu tun hast, ist regelmässiges Giessen.

Wenn du breitere Fugen über 3 cm hast, kannst du auch Flach- oder Kleinballenstauden einsetzen. Diese Variante ist zwar deutlich arbeitsintensiver und teurer, hat aber den Vorteil, dass der Fugengarten danach schon fixfertig ist. Bevor du die Pflanzen in Erde einbettest, wässere die Wurzeln ausgiebig. Danach pflanzt du deine Stauden wie gewohnt ein.

Pflegeleichte Fusskitzler

Blüht und grünt dein Fugengarten erst einmal vor sich hin, hast du kaum mehr etwas zu tun. Dadurch, dass regelmässige beschuhte oder unbeschuhte Füsse auf den Pflanzen herumtrampeln, bleiben diese automatisch niedrig. An weniger frequentierten Bereichen musst du gelegentlich mit der Gartenschere oder dem Rasenmäher dran. Während sehr langer Trockenperioden sollten die begrünten Fugen gegossen werden, sonst reicht unser durchschnittliches Schweizer Niederschlagsintervall.

Die begrünten Fugen nehmen dir aber nicht nur Arbeit ab, sondern sehen auch gut aus. Zumindest in meinen Augen. Taktil kommen vor allem Barfüsser auf ihre Kosten. Anstatt gähnender Leere oder piksendes Unkraut, erwartet dich nun ein angenehmer Pflanzenteppich, der ab und zu ein bisschen an den Füssen kitzelt.

Sternmoos als flauschige Bepflanzung zwischen deinen Steinplatten.
Bildquelle: deavita.com

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Carolin Teufelberger, Zürich

  • Junior Editor
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

3 Kommentare

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User P@ric

Ich bin noch etwas skeptisch: Die Pflanzen wachsen auch in die Breite, respektive wächst deren Wurzelstock, so dass sie unter die Platten wachsen, die Platten schieben und anheben werden. Der Aufwand das zu beheben und alles wieder auszuebnen ist dann viel höher, als etwas Unkraut zu vertilgen.

24.05.2018
User noSuchUsername

Würde mich auch sehr dafür interessieren, welche der Pflanze sich für wirklich enge Fugen eignet und die Platten weder während des Wachstums noch im Winter durch Frost hochhebt oder auseinanderdrückt.

24.05.2018
User Carolin Teufelberger

Hallo P@ric, hallo NoSuchUsername

Die Skepsis ist verständlich, normalerweise aber unbegründet. Pflanzen, welche sich zur Fugenbegrünung eignen, haben ein zartes Wurzelsystem. Die meisten wachsen fast moos- oder rasenartig. Schaut euch am besten bei den Bodendeckern oder der Dachbegrünung um.

24.05.2018
Antworten