Auf dem Weg zum besseren Ich

Auf dem Weg zum besseren Ich

Patrick Bardelli
Zürich, am 08.10.2020
Bilder: Thomas Kunz
«betteryou» heisst ein junges Unternehmen in Zürich. Ihr Ziel: Lebensqualität, Freude und Zufriedenheit für jedermann und jederfrau. Klingt nach esoterischem Hokuspokus? Im Gegenteil.

Im Zürcher Kreis 6 bin ich zur Spiroergometrie verabredet. Nach rund zwei Stunden werde ich mit vielen Erkenntnissen, einer ausführlichen Ernährungsanleitung und einem detaillierten Trainingsplan nach Hause gehen. Aber der Reihe nach.

Auf der Suche nach meinem besseren Ich

Spiroergometrie hat nichts mit Kartenlegen, Kaffeesatzlesen oder dergleichen zu tun. Sie ist die wissenschaftliche Analyse meines aktuellen Gesundheits- und Fitnesszustands. Durch die Messung von Atemgasen während körperlicher Belastung wird die Reaktion von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel qualitativ und quantitativ untersucht. Spiroergometrie ist der Goldstandard in Sachen Leistungsdiagnostik. Diese Messmethode aus dem Leistungssport und der Kardiologie zeigt meine Voraussetzungen und liefert umfangreiche Daten zu meinem aktuellen Fitness- und Regenerationszustand.

Warum ich das mache? Weil ich mich in letzter Zeit oft erschöpft und gestresst fühle. Egal, wie viel ich schlafe, Sport treibe oder sonst vermeintlich etwas für mein Wohlbefinden tue. Keine Ahnung, woran es liegt, aber das muss sich ändern. Darum hole ich mir Unterstützung bei betteryou.

Lach mal wieder

Benjamin Signer ist studierter Ernährungsberater bei betteryou und begleitet mich heute durch den Test. Bevor ich mich auf den Ergometer schwinge und lospedale, gibt es einige Voruntersuchungen und diverse Fragen zu meiner Lebenssituation zu beantworten. Wie oft ich in letzter Zeit gelacht habe, ist eine davon. Hmm, da muss ich länger nachdenken. Auf jeden Fall nicht sehr oft. Weitere Fragen drehen sich um Stress, Schlafqualität oder Ärger im Alltag.

Ben Signer erklärt mir das Vorgehen.
Ben Signer erklärt mir das Vorgehen.

Danach ermittelt Ben via bioelektrischer Impedanzanalyse zum einen das Körperwasser und zum anderen die Spannung der Muskelzellen. Je mehr Wasser, desto mehr Reperaturprozesse sind im Gang. Dies lässt einen Rückschluss auf die Regeneration zu. Je höher die Spannung der Muskulatur ist, umso besser sind die Zellen genährt und desto realistischer wird ein Muskelaufbau.

Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt.
Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt.
Dann fliesst Strom.
Dann fliesst Strom.

Ausserdem ermittelt Ben Signer mittels Kalipermetrie meinen Körperfettanteil. Dazu misst er an unterschiedlichen Stellen die Dicke der Hautfalten.

Vollgas Atemgas

Jetzt geht es auf den Veloergometer, inklusive Maske und einigen Kabeln. Schliesslich messen wir die Atemgase unter Belastung. Nach fünf Minuten gemütlichem Einrollen, wird der Widerstand alle paar Sekunden erhöht. Die Aufgabe besteht darin, solange zu pedalieren, bis du nicht mehr kannst. Klingt einfach, ist am Ende jedoch extrem anstrengend. Danach wieder fünf Minuten ausrollen.

Die Belastung steigt stetig an.
Die Belastung steigt stetig an.

«Hast du einen Musikwunsch?», fragt Ben noch, bevor es losgeht. Ich entscheide mich für Rage Against the Machine. Ich brauche etwas, dass mich pusht. Und trete zu «Killing in the Name» in die Pedale. Rund zwanzig Minuten später ist der Ofen aus, Flasche leer oder gekillt von der Spiroergometrie. Such dir eines der Wortspiele aus. Auf jeden Fall bin ich platt.

😵
😵

Der erste Schritt zum besseren Ich

Frisch geduscht. Mit einem Espresso und ganz viel Wasser sitze ich wieder in Bens Beratungszimmer und schaue mit ihm meine Daten an. Viele Daten. Das sieht dann vereinfacht visualisiert so aus.

Schwarz ist gut, rot hingegen nicht.
Schwarz ist gut, rot hingegen nicht.

Oder für uns Nichtsportmediziner ausgedeutscht:

“ Weil du in der Vergangenheit meistens mit ähnlichen Intensitäten trainiert hast und parallel dazu dem Körper die entsprechenden Nährstoffe vorenthalten hast, sehen wir ein verkümmertes Puffersystem und eine ungenügende Grundlagenausdauer. Dies führt dazu, dass die Regeneration nicht optimal ist und dich der Alltag zu viele Körner kostet. Durch eine bessere Trainingssteuerung und Sporternährung kriegt dein Körper nun die Möglichkeit, zu reparieren und zu regenerieren. ”
betteryou
Mein Stoffwechsel schläft. Ben erklärt mir, wie er wieder in Schwung kommt.
Mein Stoffwechsel schläft. Ben erklärt mir, wie er wieder in Schwung kommt.

Da ist die Antwort auf meine eingangs gestellte Frage, warum ich mich nicht wohlfühle. Ich esse zu wenig und zum falschen Zeitpunkt. Vor dem Sport wäre für mich der richtige Moment, nicht danach. Ausserdem arbeite ich nicht genug an meiner Grundlagenausdauer. Darüber hinaus sollte ich versuchen, mit Entspannungsübungen wie Meditation meinen Geist und Körper besser zu regenerieren. Da habe ich wohl einige Baustellen.

Ab jetzt heisst es: ausgiebiges Frühstück und kein Intervallfasten mehr, Mittag- und Abendessen mit genügend Kohlenhydraten, Eiweiss und Fett statt Lowcarb. Und dazwischen einen kleinen Snack mit Früchten. Dazu stellt mir Ben einen detaillierten Ernährungsplan zusammen, den ich vorerst für die nächsten sechs Wochen einhalten soll. Ausserdem bekomme ich einen ausführlichen Trainingsplan. Dieser besteht aus zwei Krafteinheiten pro Woche mit Supersatzworkouts und zwei Cardioeinheiten, mit denen ich an meiner Grundlagenausdauer arbeite.

Und dann lade ich mir auch noch eine App mit Meditationsanleitungen herunter. Bin gespannt, ob mir das hilft, zur Ruhe zu kommen.

Individualisierung

Ein individuell auf mich, meine Lebensumstände und meinen Körper abgestimmtes Angebot an Ernährung und Traininsplanung habe ich schon länger gesucht. Ob ich es bei betteryou gefunden habe? Wir werden sehen. Der Anfang klingt vielversprechend. Keine Diät à la «iss dies nicht» oder «iss nur davon», kein 08/15-Training à la «mach 3 x 12 Wiederholungen hiervon». Ich bin gespannt, wie ich auf die Veränderungen reagiere. In sechs Wochen bin ich wieder im schönen Zürcher Kreis 6. Dann heisst es Maske auf zur nächsten Spiroergometrie.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Senior Editor, Zürich
Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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