
Apple macht das All-in-Abo teurer – lohnt es sich trotzdem noch?
Apple One Premium kostet seit diesem Herbst mehr. Der Preis steigt in der Schweiz von 40.90 auf 42.90 Franken, also um knapp fünf Prozent. Trotzdem ist es noch ein guter Deal – unter zwei Bedingungen.
Spielen, Speicher, Serien, Sport und Musik – wer alle Apple-Abos im Paket will, bucht dafür das Rundum-sorglos-Angebot. Im Bündel gibt es Zugriff auf fünf Dienste:
- Apple Music, die Alternative zu Spotify oder Amazon Music – kostet im Familien-Abo mit bis zu sechs Mitgliedern 24.90 Franken
- Apple Arcade, die Bibliothek mit im Abo inbegriffenen Games für die TV-Box, für Mac, iPad und iPhone, darunter zum Beispiel Sneaky Sasquatch oder Sonic Racing, Preis: 7.90 Franken
- Apple Fitness+, Kurse für Sportbegeisterte vom Dance Workout über HIIT bis zu Meditation und Audio-Spaziergänge, für 12.90 Franken
- Apple TV, das Streaming-Angebot mit Apple-TV-Produktionen wie Ted Lasso, Silo oder Slow Horses, Preis: 10.90 Franken
- iCloud, das Cloud-Speicher-Angebot mit zwei Terabyte, Kostenpunkt: 10 Franken Vielleicht hast du jetzt im Kopf schon mitgerechnet. Dann kommst du auf insgesamt 66.60 Franken, wenn du die Apple-Abos einzeln buchen würdest. Gegenüber den 42.90 Franken fürs Premium Bundle ergibt sich also eine Ersparnis von 23.70 Franken.
Ich gehöre zu denen, die so gerechnet haben. Schon seit ein paar Jahren bin ich Abonnent von Apple One Premium und leiste meinen bescheidenen Beitrag zu Apples Umsatz im Servicebereich. Der lag im Quartal von April bis Juli 2026 bei 30,7 Milliarden US-Dollar. 1,5 Milliarden kostenpflichtige Abonnements verkündete der Konzern darüber hinaus.
Da wird es sicher ein paar Apple-Jünger geben, die gar nicht so genau wissen, was sie eigentlich Monat für Monat bezahlen. Mein innerer Bünzli zuckt einmal im Monat zusammen, wenn die Abbuchung auf der Kreditkarte aufpoppt. Er beruhigt sich aber schnell wieder, denn bei uns sind die zwei Bedingungen erfüllt, die das teuerste Apple-Abo aufgehen lassen.
1. Du brauchst die zwei Terabyte – und teilst sie
Der Speicher ist der eigentliche Grund für Premium. Gegenüber dem Familien-Abo (33.90 Franken pro Monat) zahlst du neun Franken mehr und bekommst dafür zwei Terabyte statt 200 Gigabyte iCloud, dazu Apple Fitness+. Wer den grossen Speicher braucht, fährt mit Premium sogar günstiger als mit der Familien-Version plus separatem Zwei-Terabyte-Abo (33.90 plus zehn Franken, also 43.90).
Bei uns füllt sich der per Familienfreigabe allen zur Verfügung stehende Speicher von allein. Meine Tochter hat ein iPhone und seit Corona-Zeiten ein iPad; meine Frau ist ebenfalls mit dem Apple-Virus infiziert. Dazu kommen die Videos und Fotos aus den Ferien, die Spiele-Apps und meine drölfzig Apps, die ich für Tests installiert habe. Die zwei Terabyte sind gut ausgelastet. Wer mit 200 Gigabyte auskommt, braucht Premium nicht. Die anderen Dienste sind für uns die Zugabe. Apple Arcade ist im Abo inbegriffen, ohne Werbung und ohne In-App-Käufe, und liefert meiner Tochter (und mir) immer wieder ein neues Game. Apple TV hat zwar nicht die riesige Auswahl anderer Streamingdienste, aber doch genug, damit meine Frau und ich regelmässig eine Serie finden. Oder wir schauen zu dritt Naturdokus. Da fällt mir ein … das inzwischen viel zu teure Netflix-Abo könnte ich wirklich mal kündigen oder zumindest pausieren.
Und hätte ich ein Sky-Premium-Abo, könnte ich die Inhalte von Apple TV seit Neuestem auch dort schauen. Es ist alles so unübersichtlich geworden.
Und Apple Fitness+? Ich würde lügen, behauptete ich, es sei die meistgenutzte App auf meinem iPhone. Aber ein, zwei Mal im Monat lasse ich mich von den Apple-Coaches zu Planks, Squats und angeblich entspannenden Yoga-Posen motivieren.
2. Musik läuft bei dir nur über Apple
Mit 24.90 Franken ist Apple Music der grösste Einzelposten. Ohne Apple Music wären die vier anderen Dienste einzeln 41.70 Franken wert, während das Bundle samt Apple Music 42.90 kostet. Wer Spotify behält und Apple Music nur nebenbei im Paket hat, zahlt für die Musik doppelt, und die Ersparnis ist weg.
Wir haben uns deshalb vor zwei Jahren in einem kleinen Kraftakt von Spotify verabschiedet. Teils mussten wir geliebte Playlists zurücklassen, und die schlechtere Bedienbarkeit von Apple Music erforderte Eingewöhnungszeit. (Heute wäre der Wechsel leichter, denn Apple Music hat eine Importfunktion für Listen integriert.)
Fazit: kein Muss, aber bequem
Apple One Premium war schon immer teuer, und ab November kostet es mich zwei Franken mehr pro Monat. Die Grafik zeigt, woher das kommt: Beim Bundle zieht Apple wohl die höheren Preise von Apple Music nach. Das kostet seit Juli im Familien-Abo drei Franken mehr. Die Ersparnis gegenüber den Einzel-Abos liegt jetzt bei 23.70 Franken. Das sind ein bis drei Franken mehr als in den Jahren 2021 bis 2025, denn die Einzeldienste sind stärker gestiegen als das Bundle.
Für uns geht die Rechnung also weiterhin auf: Wir brauchen die zwei Terabyte und hören Musik nur bei Apple. Auf Fitness+ könnten wir wohl verzichten.
Wer weniger Speicher braucht, ist mit der Apple-One-Familienmitgliedschaft für 33.90 Franken besser bedient. Erst recht, wenn Fitness+ nicht benötigt wird, um sportlich ins Schwitzen zu kommen. Und wer nur einen Dienst nutzt, bucht ihn besser einzeln.
Zugegeben: Ein Muss ist das teuerste Apple-Abo auch bei uns nicht. Mit etwas mehr Disziplin kämen wir mit weniger Speicher aus. Gamen muss eigentlich niemand. Und für ein paar Spring-, Hüpf- und Liegestütz-Übungen braucht es keine Fitness-Instruktoren aus Kalifornien, da täte es auch die App meiner Krankenkasse.
Tipps, wie ich mir meine eigene Cloud bauen könnte, gerne in die Kommentare. In der Theorie weiss ich es, aber ich müsste zu viel Geld und Zeit investieren, bis alles läuft. Da zahle ich lieber für meine Bequemlichkeit. Anders als Kollege Richie.
Wie sieht’s bei dir aus? Rechnest du dir deine Abo-Kosten bei Apple auch schön? Schreib’s in die Kommentare.
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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