20 Jahre digitec – eine Zeitreise in Zahlen
Hinter den Kulissen

20 Jahre digitec – eine Zeitreise in Zahlen

Alex Hämmerli
Zürich, am 11.05.2021
Vor 20 Jahren flimmerte digitec erstmals über Schweizer Computerbildschirme. Seither ist der auf IT und Elektronik spezialisierte Onlineshop zum hiesigen Marktführer aufgestiegen. Zum Jubiläum gewähren wir einen Einblick in Geschäftszahlen seit den Anfangsjahren.

Drei junge Männer, die ihre Nächte an Technopartys durchfeiern, die bis in die frühen Morgenstunden am Computer zocken und die Gamer-PCs für ihre Freunde zusammenbauen – das war der Anfang von digitec. Mit ihrer Firma sollten sie den Schweizer Onlinehandel aufmischen und nebenbei mehr als 2000 Arbeitsplätze schaffen. Wir gehen auf eine Zeitreise in Zahlen.

2001: ein Zwerg unter Giganten

Am 8. Mai 2001 geht digitec.ch live – mit einem Angebot, das sich vor allem an PC-Gamer richtet. Die drei Firmengründer Florian Teuteberg (heute CEO), Oliver Herren (CIO) und Marcel Dobler (2012 aus dem Unternehmen ausgetreten) hatten sich beim Elektronikhändler Computer-Express kennengelernt und waren dabei zur Überzeugung gekommen, dass sie es besser können. «Damals hatten Gaming-Geeks in der Schweiz die Wahl zwischen popliger und überteuerter Hardware», sagt Oliver Herren. «Wir wollten die Schweiz mit High-End-Produkten zu fairen Preisen versorgen – also besorgten wir die Komponenten direkt aus dem Ausland.»

Die Strategie geht auf: Bis Ende 2001 erwirtschaftet digitec bereits einen Umsatz von 4 Millionen Franken. Sechs Jahre später sind es über 100 Millionen in zwölf Monaten. Und zwischen 2017 und 2018 löst digitec den auf stationären Handel spezialisierten Media Markt als umsatzstärksten Elektronikhändler der Schweiz ab. Andere Konkurrenten wie Interdiscount, melectronics, PC-Hai, Vobis oder Computer-Express hat digitec da längst hinter sich gelassen.

2001: Abholshop wider Erwarten

Mit der Gründung der Firma zieht die dreiköpfige digitec-Crew in ein 25 Quadratmeter grosses Büro im neunten Stock eines grauen Blocks an der Seebahnstrasse in Zürich. Die Adresse steht im Impressum, und so kommt es, dass Kundinnen und Kunden spontan vorbeikommen, Fragen stellen oder ihre Bestellungen abholen wollen. «Zuerst hatte uns das ziemlich irritiert, wir wollten ein Onlineshop sein, und kein Laden», erinnert sich CEO Florian Teuteberg. «Nach und nach erkannten wir aber, wie gross das Bedürfnis nach einem physischen Geschäft und dem persönlichen Kontakt ist.» Inzwischen betreibt Digitec Galaxus schweizweit elf Abholshops, zwei davon in der Romandie. Die Kundinnen und Kunden holen im langjährigen Schnitt jede dritte Bestellung in den Shops ab. Bei Retouren ist die Quote noch höher.

Arbeiten inmitten von Computergehäusen: das digitec-Büro anno 2001
Arbeiten inmitten von Computergehäusen: das digitec-Büro anno 2001

2003: Wir brauchen mehr Platz!

Mit dem Ausbau des Sortiments und der wachsenden Nachfrage steigt auch der Platzbedarf. Anfang 2003 zieht digitec an die Pfingstweidstrasse in Zürich-West. Das ehemalige Industrieareal ist damals berüchtigt für seine Clubs, etwa das Rohstofflager, die Toni-Molkerei oder die Dachkantine. Mit 400 Quadratmetern vervielfacht sich die Stellfläche des Elektronikhändlers. Der Standort dient nicht nur als Lager, sondern gleichzeitig als PC-Werkstatt, Büro und Abholshop. Und als behelfsmässiger Schlafplatz nach dem Ausgang.

Die grossen Ausbauschritte in der Logistik folgen erst noch: Heute bewirtschaftet Digitec Galaxus Warenlager mit insgesamt fast 70'000 Quadratmetern Lagerfläche. Das entspricht der Grösse von rund zehn WM-Fussballfeldern. «Wenn ich mit dem Trottinett durch unser Lager in Wohlen fahre und all die Produkte und Mitarbeitenden sehe, wird mir immer wieder bewusst, welche Verantwortung wir haben», sagt Florian.

Mit dem rasanten Wachstum dürfte Digitec Galaxus bald wieder an die Kapazitätsgrenzen stossen. Deshalb soll in den nächsten Jahren auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik Utzenstorf im Kanton Bern ein weiteres Logistikzentrum entstehen. Mehr Lagerfläche bedeutet eine grössere Auswahl und eine schnellere Lieferung für die Kundschaft.

2005: eine Million Flyer

Um weiter an Bekanntheit zu gewinnen, setzt digitec vermehrt auf Werbung. Anfang 2005 verschickt der Onlinehändler eine Million Flyer per Zeitungsbeilage an Schweizer Haushalte, 2009 folgt die erste TV-Werbung.

Hier geht's zur Playlist auf Youtube.

2005: mit Filtern zum passenden Produkt

Seit 2001 haben die Software-Entwickler von digitec den Onlineshop viermal von Grund auf neu programmiert. Mit dem ersten Relaunch im Jahr 2005 kommt eine Filteroption, mit der die Kundschaft schneller zum Kabel mit der richtigen Länge oder zum Bildschirm mit passendem Anschluss kommen.

Der bisher letzte Shop-Relaunch im Jahr 2014 macht digitec sowie den Schwestershop Galaxus zu Shopping-Communities: Ab sofort sind sie Magazine mit eigenen Journalisten, Diskussionsforen und Onlineshop in einem. Wer einen Blick zurück auf den Online-Auftritt der vergangenen Jahre werfen will, kann dies mit der Wayback-Machine der Nonprofit-Organisation Internet Archive tun.

2011: digitec wird zum «grossen Unternehmen»

Laut Bundesamt für Statistik gibt es in der Schweiz knapp 600'000 kleine und mittelgrosse Unternehmen mit bis zu 250 Angestellten. Seit 2011 gehört Digitec Galaxus zum Kreis der rund 1700 «grossen Unternehmen» mit mehr als 250 Angestellten. Im Zuge der Corona-Pandemie ist der Personalbestand so stark gewachsen wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens: Ende 2020 beschäftigte Digitec Galaxus fast 2800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inkl. Temporäre fürs Weihnachtsgeschäft), das sind rund 1250 bzw. 84 Prozent mehr als Ende 2019.

2012: Galaxus sticht in See

2012 gründen die Unternehmer den digitec-Schwestershop Galaxus, mit dem sie das Produkt-Portfolio von IT und Elektronik nach und nach auf «fast alles für fast jede*n» ausbauen. «Mit Zahnbürsten, Windeln und Gartenstühlen hätten wir die Marke digitec verwässert und an Glaubwürdigkeit bei unserer Stammkundschaft verloren», erklärt Florian den unternehmerischen Entscheid. «Deshalb musste eine zweite Marke her.»

2012: Migros kommt an Bord

Kurz darauf steigt der Detailhändler Migros mit einer Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent bei Digitec Galaxus ein. Seit 2015 ist die Migros mit einem Anteil von 70 Prozent Mehrheitsaktionärin. Heute ist der Onlinehändler für rund sechs Prozent des Umsatzes der Migros Gruppe verantwortlich – Tendenz steigend. «Wir beobachteten digitec seit den Gründerjahren. Der Einstieg der Migros war für beide Parteien ein kluger Schachzug» , sagt Fabrice Zumbrunnen, Präsident des Migros-Genossenschafts-Bunds zur damaligen Akquise. «Die Gründer konnten ihr E-Commerce-Know-how mit der Finanzkraft und Retail-Erfahrung der Migros verbinden. Wir sind sehr stolz darauf, dass das Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden Teil unserer Gruppe ist und dass es seine Pionier- und Vorreiterrolle bis heute beibehalten hat.»

2016: Galaxus wird zum Marktplatz

Im Sommer 2016 geht das Händlerprogramm von Galaxus live. Das Ziel: Mehr Auswahl für die Kundschaft, ohne dabei zum Ramschbasar zu werden. Mit dem ersten Händler «click & care» kommt der neue Produktsektor «Beauty + Gesundheit» auf Galaxus. Inzwischen sind über 300 Marktplatz-Händler auf Galaxus aktiv. Das Sortiment reicht von Wanderschuhen von Bergzeit über Comics von ExLibris bis zu Ohrringen von Helen Kirchhofer. Von den bei Digitec Galaxus erhältlichen Produkten sind heute rund 85 Prozent Angebote von Marktplatz-Händlern. Voraussichtlich noch dieses Jahr wird sich auch Galaxus.de als Marktplatz öffnen.

2018: eine Million Produkte im Sortiment

Mit den Marktplatzhändlern kommt Schwung ins Sortiment von Digitec Galaxus: Innert eineinhalb Jahren schnellt die Angebotspalette von unter 300’000 auf rund eine Million Produkte hoch. Inzwischen gibt es in den beiden Onlineshops mehr als drei Millionen Produkte zu kaufen.

2018: Expansion nach Deutschland

Im November 2018 wagt Digitec Galaxus mit der Marke Galaxus den Schritt über die Grenze. Das Online-Warenhaus geht in Deutschland mit rund 50‘000 Qualitätsprodukten rund um IT, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation an den Start. Ende 2020 sind es bereits über 600'000 Produkte. Inzwischen haben knapp 500'000 Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands bei Galaxus eingekauft. «Mit der Entwicklung sind wir so zufrieden, dass wir weitere Märkte ins Auge gefasst haben», sagt Florian. «Bald expandieren wir nach Österreich.»

2020: Klimaneutraler Einkauf

Neuerdings können die Kundinnen und Kunden von digitec und Galaxus klimaneutral im Internet shoppen: Das durch den Konsum verursachte CO2, Methan, Lachgas & Co. kompensieren sie im Check-out durch eine freiwillige Abgabe. Gut zehn Prozent der Einkäufe werden seither kompensiert.

2021: ein Jubiläum ohne Pomp

Weil eine Jubiläumsparty in der Coronazeit unmöglich ist, konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Digitec Galaxus Ende April lediglich via SpatialChat miteinander anstossen. «Wir werden die Party aber nachholen», versprechen Florian und Oliver. Denn das Feiern haben die beiden auch nach 20 Jahren digitec nicht verlernt.

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Grafiken: Made with Flourish.

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Alex Hämmerli
Alex Hämmerli
Senior Public Relations Manager, Zürich
Ich bin bei Galaxus und digitec zuständig für den Austausch mit Journalistinnen und Bloggern. Gute Geschichten sind meine Leidenschaft, deshalb bin ich immer auf dem neusten Stand.

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