Du bist nicht mit dem Internet verbunden.
Corporate logo
Beauty + KörperpflegeNews & Trends 511

Zurück zur Unselbstständigkeit: Anekdoten aus dem Alltag mit falschen Fingernägeln

Lange Nägel sind geil. Je kitschiger, desto besser. Aber praktisch ist anders. Ich bin nach einer Weile mal wieder mit künstlichen Krallen rumgerannt – und an vielen alltäglichen Aufgaben gescheitert.

Mein Blick fällt auf das Set falscher «Made-in-China»-Plastiknägel, die ich mir soeben mit einem verboten starken Leim angeklebt habe (Industriekleber?). Meine Wahl ist dabei nicht auf irgendein monochromes Design gefallen. Nein. Ich griff nach jenem Modell, welches das gewisse Level an Extra erreicht, das sich gefährlich nahe an der Grenze zum Geschmacklosen bewegt – oder sie vermutlich in den Augen vieler schon bei Weitem überschritten hat. Viel Strass, kleine Perlen und Glitzer.

Ursprünglich wollte ich nur einen einzigen Nagel bekleben – um ein Instabild zu knipsen. Ja ich weiss, was man sich nicht alles antut, für ein Bild mittelmässiger Natur. Womit ich nicht gerechnet habe, ist, dass ich das funkelnde Ding an meinem Daumen nicht gleich wieder abbekommen würde (Stichwort Billigware: Die ist auch nicht mehr das, was sie mal war). Also tat ich das einzig Logische: Ich beklebte auch die restlichen neun Nägelchen mit den Krallen. Womit wir bei meiner misslichen Lage angelangt wären: Wie zum Teufel sollte ich nun mein Leben bewältigen? Keine Ahnung, wie ich das in meinen jungen Jahren mit meinen Acryl-Nägeln geschafft hatte, aber das Talent mit langen Nägeln durch den Alltag zu kommen, ist mir definitiv abhanden gekommen.

Das Foto, für das ich meine Freiheit geopfert habe.

Zurück zur Unselbstständigkeit

Einmal angeklebt, gab es für mich also kein Zurück mehr. Und so trat ich eine dreitägige Reise an, die mich auf direktem Weg in die Unselbstständigkeit führte. Hier eine pointierte Zusammenfassung der Grenzen, an die ich im Alltag gestossen bin.

Du weisst, dass deine Nägel zu lang sind, wenn ...

1. ... du auf dem Klo eine ganze Minute darauf verschwendest, deinen Hosenknopf zu schliessen und es zur Abwechslung mal nicht daran liegt, dass du ein paar Kilos zugenommen hast.

2. ... das Einzige, was es beim Bezahlen gratis gibt, der amüsierte Blick des Kassierers ist, der dich bei deinen verzweifelten Versuchen beobachtet, die heruntergefallenen Münzen aufzuheben.

3. ... du es dir zweimal überlegst, ob du nicht lieber auf das Einsetzen von Linsen verzichten willst, weil dir deine Augäpfel im Prinzip doch sehr wichtig sind.

4. ... du beim Kochen den Deckel deiner Bouillon nicht abbekommst und stattdessen einfach gar nichts isst. Kleiner Spass. Ich verzichte doch nicht aufs Essen.

5. ... du an sieben aufeinanderfolgenden Tagen aufs Haarewaschen verzichtest, weil ein Trockenshampoo einfacher zu bedienen ist, als der Verschluss deines Shampoos.

6. ... bei der Arbeit das Zehn-Finger-System nicht mehr greift und du ein neues erfinden musst, um die Buchstaben von der Tastatur auf deinen Bildschirm zu bekommen.

7. ... du deinem Arbeitsplatz fern bleibst, weil deine Fingerbeere nicht mehr auf den Fingerabdruckscanner am Eingang passt.

Du kannst diese Liste dank langjähriger Erfahrung ergänzen? Dann hinterlass einen Kommentar, ich würde mich freuen.

Gerne würde ich an dieser Stelle sagen, dass ich aus dieser Erfahrung etwas gelernt habe. Aber seien wir ehrlich: Du und ich, wir wissen beide, dass es nicht lange dauern wird, bis ich von Strasssteinen geblendet denselben Fehler wieder begehen werde. Und ist nicht alles sowieso nur eine Sache der Gewohnheit? Eben.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann drück das kleine, schwarze «Autor folgen»-Knöpfchen unten, damit du den nächsten nicht verpasst.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

<strong>Nie wieder Schmerztabletten?</strong> Wir haben das neue Gadget gegen Regelschmerzen getestet
GesundheitReview

Nie wieder Schmerztabletten? Wir haben das neue Gadget gegen Regelschmerzen getestet

<strong>Mineralische vs. chemische Sonnenschutzmittel:</strong> Worin liegt der Unterschied?
GesundheitHintergrund

Mineralische vs. chemische Sonnenschutzmittel: Worin liegt der Unterschied?

User
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

5 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.

User Tanja Schütz

Schmerzhaft und nicht empfehlenswert bei Acrylnägel: Finger bei engen Schuhen als "Schuhlöffel" benutzen. Das war wirklich die aller, aller schlechteste Idee. Und das zwei Mal aus Gewohnheit hintereinander. Was auch doof ist: Weckgläser mit Metallclip verschliessen, Dosen öffnen (Messer hilft da super) und sich aus Versehen selbst aufspiessen. Kontaktlinsen gehen bei mir jedoch super rein und raus :)

08.06.2018
User Natalie Hemengül

Auuuu, das mit dem Schuhlöffel hört sich extrem schmerzhaft an! Werde ich mir auf jeden Fall merken und die Finger davon lassen :D

13.06.2018
Antworten
User juliana.jordanoska1

haha, super witzig geschrieben! :D

8. Wenn du den Verschluss deines Ohrrings nicht mehr aufbringst, weil der Nagel sonst einreisst.

11.06.2018
User Natalie Hemengül

Danke dir! Ouhhh ja, Schmuck ist auch so eine heikle Sache mit langen Nägeln! :D

13.06.2018
Antworten
User Sanja.Peric

Coca Cola Dose oder Energy Drink (in meinem Fall) kann ich nicht öffnen :D schade dass man hier kein Bild hochladen kann, so könnt ihr sehen, wie meine Nägel aussehen :) vergleichen kann man die mit denen vom Greifvogel zum Beispiel hahah :)))

18.07.2018