Xbox Series S/X im Test: Kein Nintendo 64, aber trotzdem ein Pflichtkauf

Philipp Rüegg
Zürich, am 09.11.2020
Microsoft geht doppelhändig bewaffnet in den Kampf der nächsten Konsolengeneration. Die Xbox Series S und X sind auf den ersten Blick unauffällige Geräte, aber das Upgrade hat es in sich.

Die PS4 und Xbox One waren einem PC ähnlich wie keine Konsole zuvor. Praktisch gleiche Hardware, ständige Updates und das Aufkommen von Grafikoptionen. Dieser Eindruck wird mit der Xbox Series S und X verstärkt. Statt Konsolenrevolution, die alles auf den Kopf stellt, fühlt es sich an, als hättest du deinen PC aufgerüstet. Geflasht wie von «Super Mario 64» wirst du nicht mehr sein. Das klingt im ersten Moment enttäuschend, langweilig sind Microsofts neuen Kisten aber bei weitem nicht.

Das liefern die neuen Konsolen

Im Vergleich zur Xbox One liefert die neue Generation zahlreiche Neuerungen. Du bekommst erstmals eine SSD anstelle der verstaubten mechanischen HDD. Die 1 TB grosse NVMe-SSD (davon 802 GB nutzbar) in der Series X respektive 512 GB in der Series S (davon 364 GB nutzbar), sind massiv schneller als die Festplatte einer Xbox One. Prozessor und Grafikkarte stammen erneut von AMD, nun allerdings mit Achtkern-Architektur respektive neustem Navi-Grafikchip. 16 GB in der Series X und 10 GB Arbeitspeicher in der Series S sorgen für mehr Leistungsreserven. Das alles erlaubt der Xbox Series X, Spiele in UHD-Auflösung mit bis zu 120 fps darzustellen. Die Series S schafft ebenfalls 120 fps, allerdings nur bei 1440p, da sowohl CPU wie auch GPU etwas schwächer sind. Ein Laufwerk für UHD-Blurays besitzt nur die Series X. Wenn du noch Spiele auf Disc hast, sind sie auf der Series S nutzlos.

Eine zusätzliche SSD kann einfach eingesteckt werden.
Eine zusätzliche SSD kann einfach eingesteckt werden.

Beide Konsolen können über einen proprietären SSD-Slot auf der Rückseite kinderleicht erweitert werden. Mit 250 Franken für 1 TB ist der allerdings nicht gerade günstig. Preiswerter fährst du, indem du eine externe USB-Festplatte anschliesst. Darauf kannst du allerdings nur Spiele der Xbox One und abwärts direkt laden.

Microsoft positioniert die Series X für Besitzer eines UHD-Fernsehers und die Series S für Spieler, die noch auf den Full-HD-Standard setzen und den konsequenten digitalen Weg einschlagen wollen. Zurecht, wie der Test zeigt.

Einmal Mini-Ghettoblaster, einmal Mini-Tower

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Dass die Konsolen immer mehr zum PC werden, zeigt sich nirgends deutlicher als im Design der Series X. Die sieht aus wie ein schwarzer, unscheinbarer Mini-PC. Die grosse Lüfteröffnung an der Oberseite hat einen grünen Anstrich, den du leider nur von der Seite siehst. Ich hatte gehofft, dass Microsoft hier ein paar LEDs eingebaut hat. Die Series S erinnert dagegen an einen Lautsprecher oder alten Ghettoblaster. Mir gefällt's. Beide Konsolen kannst du waagerecht oder senkrecht aufstellen.

Einmal Baucheinziehen.
Einmal Baucheinziehen.

Da die Series X deutlich grösser ist, würde ich vorher das Fernsehmöbel ausmessen. In mein Ikea Besta, das gefühlt in jedem zweiten Schweizer Wohnzimmer steht, passt das Teil gerade so rein. Ich kann sie nicht mal ganz nach hinten schieben, weil sie sonst klemmt.

Controller: Schön griffig

Der Xbox-Controller sieht auf der ersten Blick genauso aus wie der alte. Sobald du ihn aber in die Hand nimmst, merkst du, dass Microsoft auch hier nachgebessert hat. Die Rückseite ist schraffiert und liegt durch das raue Profil wesentlich besser in der Hand. Der alte wirkt dagegen wie ein billiges Plastikspielzeug. Auch ist er ein bisschen kleiner geworden. Mir gefällt's. Auch die Trigger- und Bumper-Tasten haben mehr Grip. Das digitale Steuerkreuz ist neu eine Mischung aus dem traditionellen und dem runden Kreuz, das du beim Elite Controller optional anbringen kannst.

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Unter der Haube gibt es weitere Verbesserungen, wie verringerte Eingabeverzögerung, damit die Steuerung noch präziser sein soll. Normalsterblichen wie mir fällt das zwar nicht auf, aber ich spiele auch nicht kompetitiv «Street Fighter» und dergleichen. Ich bevorzuge weiterhin den Elite 2, muss aber sagen, dass mir das Gewicht des neuen Series-Controllers mehr zusagt. Anders als bei der PS5 kannst du deine bisherigen Controller uneingeschränkt weiterverwenden.

Einrichtung

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Deine neue Xbox kannst du bequem über die Xbox-Mobile-App einrichten. Das hat bei mir auf Anhieb funktioniert und nach einer Minute war die Konsole einsatzbereit. Um von der vollen Leistung zu profitieren, solltest du unbedingt einen Blick in die Einstellungen werfen. Dort musste ich manuell die Auflösung von 1080p auf UHD stellen und die Bildwiederholrate auf 120 Hz. Das muss dein Fernseher natürlich erstmal unterstützen. Gleiches gilt für Dolby Vision sowie VRR, die variable Bildwiederholrate, die ebenfalls manuell aktiviert werden müssen. Ich empfehle dir ausserdem, HDR richtig zu konfigurieren. Microsoft liefert dazu eine passende App.

Verschiedene Videooptionen müssen manuell aktiviert werden.
Verschiedene Videooptionen müssen manuell aktiviert werden.

Da ich einen LG OLED CX besitze, habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet. Im Vorfeld gab es zahlreiche Berichte, dass es zu Bildproblemen in Verbindung mit HDMI 2.1 und 120 Hz kommen könne. Auch ohne spezielle Firmware konnte ich aber in meinem Test keinerlei Einschränkungen feststellen. UHD mit 120 Hz und HDR funktioniert einwandfrei. Allerdings habe ich AMD Freesync deaktiviert, weil damit aktuell Dolby Vision nicht läuft.

Potentielle Probleme gibt es auch an der Receiver-Front. Falls du deine Konsolen über den AV-Receiver anschliesst, hast du aktuell Pech gehabt. Zumindest wenn du nicht auf die 120 Hz verzichten möchtest. Die wenigen Receiver, die diese HDMI-2.1-Funktion theoretisch unterstützen, sind aktuell noch mit Problemen behaftet. Mach es also wie ich und schliess die Konsolen direkt am Fernseher an. Den Ton kannst du nach wie vor via HDMI-Kabel und der ARC-Funktion (Audio Return Channel) an deinen Receiver schicken. Für Hi-Res-Audioformate wie Dolby TrueHD muss dein Receiver allerdings eARC unterstützen.

Wie spielt es sich damit?

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Die neue Konsolen sind schneller und besser als die Vorgänger. Klar, oder? Ganz so einfach ist es leider nicht. Die Series S zielt auf eine Auflösung von 2560 x 1440p ab und ist für Full-HD-TVs gedacht. Sie kann jedoch auf UHD upscalen und bei Netflix und Co. ganz normal nativ UHD wiedergeben. Die alte Xbox One X hat somit in Sachen Auflösung die Nase vorn, denn die liefert auch in gewissen Spielen UHD.

Wiederum können die Series X und Series S mehr grafische Details, beispielsweise mehr Bilder pro Sekunde (fps) oder Raytracing für optimierte Titel wie «Gears 5», anbieten. Es kommt meist auf das Spiel an. Denn mit welcher Auflösung, welchem Detailgrad und mit wievielen fps ein Spiel läuft, bestimmen die Entwickler.

Drei Spielversionen

Bei den Spielen gilt es, drei Kategorien zu unterscheiden.

  • Nicht optimierte Spiele
  • Optimierte Spiele
  • Für Series S/X entwickelte Spiele

Zu den nicht optimierten Spielen gehören alle abwärtskompatiblen Titel der originalen Xbox, der Xbox 360 und Xbox One. Der Grossteil davon profitiert auf der Series S und X von einem besonderen Feature: Auto HDR. Zahlreiche Spiele, die noch kein HDR besitzen, erhalten das ohne jegliches Zutun nachgerüstet. Ich habe es in verschiedenen Spielen wie «Geometry Wars 2» für die Xbox 360 ausprobiert und war erstaunt, wie gut das funktioniert. Definitiv kein Gimmick.

«Geometry Wars 2» sorgt dank Auto HDR für noch mehr Augenkrebs.
«Geometry Wars 2» sorgt dank Auto HDR für noch mehr Augenkrebs.

Nicht optimierte Spiele laufen auf der neuen Konsole nicht zwingend besser. Oft besitzen Konsolengames eine fixe Bildrate, sodass die Mehrleistung wirkungslos verpufft. Auch laufen sie nicht automatisch mit einer höheren Auflösung. Es hängt immer vom Spiel ab. Die Series X setzt auf Spielversionen, die für die Xbox One X optimiert wurden und die Series S auf solche der Xbox One S. Was hingegen praktisch immer spürbar war, ist die Ladezeit. Dazu später mehr.

Dann gibt es die optimierten Spiele. Die kannst du entweder direkt für die Series S/X kaufen oder du kriegst das Nextgen-Upgrade umsonst, dank «Smart Delivery». Ein Feature, das Entwickler freiwillig anbieten können. Optimierte Spiele laufen meist mit mehr fps, verfügen über Raytracing, stellen mehr Details dar und unterstützen höhere Auflösungen. Bei meinem Test waren es «Forza Horizon 4», «Gears 5», «Gears Tactics», «Sea of Thieves» und «The Touryst». Zum Launch sollen es rund 30 Titel sein.

Speziell für Series S/X entwickelte Spiele gibt es aktuell noch keine. Ursprünglich sollte «Halo Infinite» zum Launch erscheinen, das wurde nun auf unbestimmte Zeit verschoben.

Game-Vergleich

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Optisch sind die Unterschiede von der aktuellen Generation auf die neue am deutlichsten anhand der Series X zu erkennen. Im Direktvergleich zwischen Xbox One und Xbox Series S musst du, was die grafischen Unterschiede betrifft, teilweise sehr genau hinsehen. Dafür laufen viele Spiele dank mehr fps, höherer Bildfrequenz und variabler Bildwiederholrate flüssiger auf der schwarzweissen Box. In den Menüs sind beide neuen Konsolen zügiger unterwegs als die Xbox One X. Die Series X wirkt sogar noch einen Zacken schneller.

Ich hab für den Test alle Konsolen gleichzeitig an meinen 77 Zoll grossen UHD-Fernseher angeschlossen, auf allen das gleiche Spiel gestartet und dann hin und her gewechselt. So sind die Unterschiede am besten erkennbar. Hier einige Beispiele:

«Yakuza Like a Dragon» sieht mit der Series S auf einem UHD-Fernseher deutlich verwaschener aus.
«Yakuza Like a Dragon» sieht mit der Series S auf einem UHD-Fernseher deutlich verwaschener aus.

«Yakuza Like a Dragon» ist das erste Spiel, das ich auf beiden Konsolen verglichen habe. Der Unterschied fällt sofort auf. Auf der Series X ist das Bild deutlich schärfer, du erkennst mehr Details und es gibt weniger Kantenflimmern als auf der Series S.

Noch deutlicher sieht es beim Renngame «Dirt 5» aus. Dort hast du die Wahl zwischen drei Bildmodi: Qualität, Bildrate und 120 Hz. «Qualität» setzt auf dynamische UHD-Auflösung und besitzt am meisten Details wie hübschere Schatten und dergleichen. Bei «Bildrate» wird auf dynamische UHD-Auflösung bei stabilen 60 fps gesetzt. Und im 120-Hz-Modus bekommst du die ganze Breitseite aus 120 Bildern pro Sekunde. Das ist mit deutlichen optischen Einbussen verbunden. Zuschauer gibt es keine mehr und die Auflösung sinkt auf dynamische 1440p. Dafür steuern sich die Rennwagen am präzisesten. Für mich ist der Unterschied zu 60 fps mit einem Controller allerdings nicht so deutlich spürbar wie mit Maus und Tastatur. Laut Microsoft ist «Dirt 5» allerdings noch nicht für die Xbox Series S und X optimiert.

«Dirt 5» büsst im 120-fps-Modus deutlich an Qualität ein. Bild: Digital Foundry
«Dirt 5» büsst im 120-fps-Modus deutlich an Qualität ein. Bild: Digital Foundry

Ich habe auch die Xbox One X zum Vergleich herangezogen. Das Spiel sieht auf der Series X mit Abstand am schönsten und schärfsten aus. Wobei «Dirt 5» grafisch kein sonderlich beeindruckendes Spiel ist. Auf der Series S ist es derart verwaschen, dass ich anfangs dachte, ich hätte die falsche Auflösung gewählt. So viele Freiheiten gibt es auf der Konsole dann doch noch nicht. Die Xbox One X wirkt etwas schärfer, dafür gibt es keine 120 fps.

«Gears 5» ist einer der wenigen Titel, der für die neue Generation bereits während meiner Testphase optimiert war. Zu den Verbesserungen gehören mehr fps, Raytracing und laut Digital Foundry ein Detailgrad, der sogar höher als die Ultra-Einstellungen am PC sein sollen. Ich muss gestehen, dass ich davon nicht besonders viel erkennen konnte. Auf der Series X sieht alles – wie erwartet – am schärfsten und damit am schönsten aus. Die Series S und One X nehmen sich optisch nicht viel, trotz unterschiedlicher Auflösung. Wo du jedoch einen drastischen Unterschied merkst, ist bei der Steuerung. Da fällt die höhere Framerate deutlich auf. Die schwerfälligen Muskelpakete agieren plötzlich wie junge Gazellen. Herrlich!

Bei «Forza Horizon 4» verhält es sich ähnlich. Die Series X zieht davon, optisch gefolgt von der One X. Das Schlusslicht bildet die Series S. Das bezieht sich auf die Auflösung, die auf meinem 77 Zoll immer als erstes ins Auge fällt. 1440p sind für dafür schlichtweg zu wenig. Dafür steuern sich die teuren Boliden auf der Series S und X präziser dank 60 fps. Das schafft die Xbox One X nämlich nur bei 1080p, während sie bei UHD auf 30 fps zurückfällt und auch das nicht stabil.

Auf der Series S findest du diese Grafikoptionen nicht.
Auf der Series S findest du diese Grafikoptionen nicht.

«Monster Hunter World» schliesslich ist ein Spiel, das keinerlei Next-Gen-Optimierungen erhalten hat. Auf der Series S läuft die gleiche Version wie auf der Xbox One S, während die Series X auf die der Xbox One X zurückgreift. Das bedeutet, dass auf der Series S fix die Option «Auflösung» eingestellt ist. Bei der Series X kannst du – wie bei der One X – zusätzlich «Bildrate» oder «Details» wählen. Von allen getesteten Spielen sieht «Monster Hunter World» am schlimmsten aus auf der Series S. Das Bild wirkt so verwaschen, es ist kaum anzusehen. Im gleichen Bildmodus sieht das Spiel auf der Series X wie auch der One X wesentlich knackiger aus. Dafür ist die Bildrate auf der Series S stabil im Gegensatz zur One X. Auf der Series X geniesst du alle Vorteile.

Quick Resume

Wenn ein Spiel «Quick Resume» anbietet, wird es beim Wechsel am Bildschirmrand eingeblendet.
Wenn ein Spiel «Quick Resume» anbietet, wird es beim Wechsel am Bildschirmrand eingeblendet.

Auch wenn ich Eingangs gesagt habe, dass sich die Konsolen wie ein PC-Upgrade anfühlen, gibt es doch ein paar Besonderheiten. Zum einen wär da «Quick Resume». Spiele, die diese Funktion unterstützen, werden in den Zwischenspeicher geladen, sodass du praktisch fliessend zwischen ihnen hin- und herwechseln kannst. Ohne, dass das Spiel neu gestartet werden muss. «Ori and the Will of the Wisps» oder «Gears 5» sind so in rund 5 Sekunden geladen. In «Yakuza Like a Dragon» oder «Dirt 5» funktioniert das Feature dagegen noch nicht. Die Entwickler sollten es aber einfach nachrüsten können. Je nach Hardwareanforderung des Spiels können rund fünf Titel im Zwischenspeicher bleiben. Leider kannst du nicht selber bestimmen, welche Spiele du für Quick Resume benutzen möchtest. Die Konsole macht das selbständig.

Das Highlight: Boot- und Ladezeiten

Eine weiteres, wenn nicht sogar DAS Highlight der neuen Konsolen sind zweifellos die dank SSD massiv verkürzten Ladezeiten. Es fängt an bei der Bootzeit, die im Energiemodus «Instant» gerade mal fünf Sekunden beträgt – selbst wenn du die Konsole davor komplett vom Strom genommen hast. Da kann mein Fernseher kaum mithalten. Der Kaltstart mit «Energiesparmodus» beträgt 20 Sekunden. Das ist viermal schneller als mit der Xbox One X.

Noch spannender sieht es bei den Ladezeiten in Spielen aus. Am extremsten ist es bei Titeln, die bereits optimiert wurden. Spürbar ist es jedoch überall. Die Unterschiede sind enorm. Bei «Dirt 5» warte ich heute noch, dass es auf der One X endlich fertig geladen hat. Hier einige Beispiele.

Vergleich: Start- und Ladezeiten

GameSeries XSeries SOne X
Alien Isolation37s, 30s48s, 30s43s, 42s
Dirt 526s, 13s20s, 14s51s, 40s
Ori and the Will of the Wisps33s, 5s37s, 6s40s, 22s
Yakuza Like a Dragon31s, 6s31s, 7s50s, 52s
Gears 552s, 14s32s, 12s75s, 50s
Sea of Thieves20s, 25s20s, 25s86s, 119s

Geräuschemissionen: Hallo? Ist die eingeschaltet?

Der riesige Lüfter bleibt angenehm leise.
Der riesige Lüfter bleibt angenehm leise.

Die Xbox Series X ist ein ordentlicher Brummer, was die Grösse anbelangt. Akustisch ist sie – wie auch die Series S – praktisch nicht wahrzunehmen. Selbst bei längeren Game-Sessions konnte ich die Konsolen nicht aus der Ruhe bringen. Selbst offen aufgestellt, sind sie flüsterleise. Es ist eine wahre Freude. Die One X ist zwar auch schon verhältnismässig leise, aber wenn ich alle drei auf mein Fernsehmöbel stelle, ist die One X schon nach wenigen Minuten zu hören. Alles noch harmlos zur PS4 Pro, die bei «Spider Man Miles Morales» klingt, als würde sie demnächst abheben.

Fazit: Dein Fernseher bestimmt, welche es sein soll

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Auch wenn sie keinen Quantensprung machen wie frühere Konsolengenerationen, sind die Series S und X ein würdiges Upgrade. Du erhältst neue grafische Features wie Raytracing, mehr Details in Spielen und Bildraten bis zu 120 fps. UHD-Auflösung gab es zwar schon vorher, aber niemals so konstant und flüssig. Eine neue Benutzeroberfläche suchst du vergebens, dafür findest du dich von Anfang an zu Recht.

Das Highlight der neuen Konsolen ist die SSD. Ladezeiten sind zwar noch nicht komplett verschwunden, aber in gewissen Spielen ist es nah dran. Vorbei sind die Zeiten, wo du nach dem Start eines Spiels gemütlich einen Kaffee rauslassen konntest. Und dass du dank «Quick Resume» in wenigen Sekunden zwischen Spielen hin- und herwechseln kannst, ist etwas, das nicht mal PCs in diesem Ausmass beherrschen. Zwar gibt es zum Launch keine exklusiven Spiele für die Series S und X, dafür kannst du alte Titel von allen bisherigen Xbox-Konsolen zocken. Dank Auto HDR und Extra-Leistung besser als je zuvor.

Ganz uneingeschränkt kann ich aber nicht beide Konsolen empfehlen. Zum einen ist die Festplatte der Series S viel zu klein, besonders weil du zwingend jedes Spiel installieren musst. Zum anderen reichen 1440p für einen grossen UHD-Fernseher in meinen Augen nicht aus. Es kann doch nicht sein, dass das Vorgängermodell besser aussieht? Die Series S macht zwar durch die höhere Bildrate und verbesserte Grafik einiges wett, ich kann sie trotzdem nur empfehlen, wenn du noch ein Full-HD-Fernsehgerät besitzt. Und selbst dann bist du mit der Series X besser für die Zukunft gerüstet.

Für mich ist die Xbox Series X klar die bessere Wahl der beiden und die wahre Nextgen-Konsole. Sie kostet mehr, ist ein fetter Klotz, aber sie liefert kompromisslose Leistung. UHD zusammen mit 120 fps will ich erst noch sehen. Abgesehen davon, hat Konsolen-Gaming schon lange nicht mehr so viel Spass gemacht.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Senior Editor, Zürich

Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem privaten Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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