Winde dir ein Kränzchen

Winde dir ein Kränzchen

Carolin Teufelberger
Zürich, am 26.11.2018
Am 2. Dezember ist erster Advent. Zum inoffiziellen Start der Weihnachtssaison gehört natürlich ein Adventskranz, egal ob selbstgebunden oder gekauft. Oder immerhin ein bisschen weihnachtliche Deko, wenn Kränze nicht dein Ding sind.

Die einen könnten das ganze Jahr Glühwein trinken, die anderen würden dir damit am liebsten das Gesicht verbrühen. Die Vorweihnachtszeit polarisiert. Ich mag sie. Vor allem darum, weil ich Lichter mag. Lichterketten und Kerzen machen alles besser. Deshalb bastle ich mir jedes Jahr einen Adventskranz. Er ist dekorativ, riecht lecker und taucht mein Wohnzimmer in einen weichen Schein. Ich zeige dir zwei Varianten. Zum ersten einen vorgebundenen Kranz, der von Product Sourcer Karina, gelernte Floristin, dekoriert wird. Zum zweiten einen selbstgebundenen Kranz, der im Zeichen des Purismus steht.

Ich bin fix und fertig

Für die erste Variante haben wir uns einen fertigen Kranz kommen lassen. Also dekoriert muss er noch werden, aber die echten Zweige sind schon akkurat um den Ring gebunden. Karina und ich entscheiden uns, die Deko in rot-gold zu halten. Klassisch weihnachtlich halt. Dafür haben wir vier Kerzen, Sterne, Schneeflocken, Orangenscheiben, selbstgesammelte Hagebuttenäste, Engelshaar, kleine Weihnachtskugeln und einen goldenen Dekodraht organisiert. Ausserdem benötigen wir Heissleim, um alles nachhaltig auf den Kranz zu bringen.

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Polystichum set. 'Proliferum' (35cm)
Polystichum set. 'Proliferum' (35cm)

Erst müssen die Kerzen platziert werden. Dafür setzten wir spezielle Adventskranz-Kerzenhalter ein. So kannst du sicher sein, dass kein heisses Wachs auf den Kranz tropft. Stecke zuerst die Kerze mittig auf den Halter. Diesen platzierst du an der gewünschten Stelle, sodass er gut hält. Sind alle Kerzen schön gleichmässig verteilt, kannst du mit der Deko beginnen.

Für etwas Natürlichkeit und demonstrierte Naturverbundenheit wird erst die Hagebutte verwendet. Karina drapiert sie um den Kranz und bindet sie mit goldenem Faden fest. Das ist dekorativ und hält. Hervorstehende Äste können mit der Gartenschere abgeschnitten werden. Als nächstes kommen die roten Kugeln. Diese klebst du mit Heissleim an die gewünschte Stelle. Drapiere sie wenn möglich mindestens im Doppelpack. Sonst wirken die Kugeln willkürlich und verloren.

Jetzt kommt die kleinere Deko, die einzeln verteilt werden kann. Wir schneiden die Orangenscheiben entzwei und verteilen sie über den Kranz. Auch diese werden wieder mit etwas Heissleim angeklebt und festgedrückt. Passt. Es folgen die goldenen Löckchen eines Engels, unser wahrscheinlich glamourösestes Element. Eine Locke aus dem Knäuel schneiden und auf den Kranz legen. Das Haar verfängt sich von selbst in den Tannenzweigen. Zuletzt kleben wir kleine goldene Sterne auf und fertig ist die Adventsdeko Nummer 1.

Schwer auf Draht sein

Variante zwei dauert etwas länger, weil du den Kranz selber bindest. Mich stört das nicht, weil ich die Arbeit beruhigend finde und die Tannenzweige gerne rieche.

Um den Kranz zu winden, brauchst du einen Kranz-Rohling (meiner ist aus Stroh), Tannenzweige und grünen Draht, der fällt weniger auf. Meine Zweige kommen von der Nordmanntanne, da sie schön buschig sind und erst spät nadeln. Ich muss mir erst 10 – 15 Zentimeter lange Zweige aus grösseren Bündeln zurechtschneiden. Ich achte darauf, eine gute Mischung aus einfachen und mehrgliedrigen Zweigen hinzubekommen, damit am Ende ein gleichmässiger Kranz entsteht. Nun wird der Draht für einen soliden Anfang ein paarmal um den Strohkranz gewickelt.

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Asplenium scolopendrium (35cm)
Asplenium scolopendrium (35cm)
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Stahldraht Blumendraht
Creativ Company Stahldraht Blumendraht

Nun lege ich das erste Bündel Zweige um den Kranz und binde es am unteren Ende mit Draht fest. Auf diese Stelle kommt das zweite Bündel, welches wieder mit Draht umwickelt wird. Diesem Muster folge ich bis ans Ende. Das letzte Bündel sollte unter die ersten Zweige gebunden werden. Da der Draht die Zweige flachdrückt, schiebe ich einzelne Zweige unter das Anfangsbündel. So wird der Kranz an dieser Stelle etwas buschiger. Mein eigener Kranz sieht etwas wilder und ausladender aus als der vorgefertigte Kranz, aber das ist okay. Ein paar weit hervorstehende Zweige kürze ich noch.

Auch bei mir folgen die Kerzen. Ich benutze aber keine Halter, sondern stecke sie mit einem robusten Drahtstück in den Kranz. Hierfür ein etwa zehn Zentimeter langes Stück zuschneiden und das eine Ende an einer Kerze erhitzen. Dieses wird mithilfe einer Zange in die Kerze gesteckt. Die andere Seite kommt in den Kranz. Ich platziere die erste Kerze meist auf dem Anfangs-/Endstück, da dieses nicht das optische Highlight des Kranzes markiert. Die Kerzen sitzen direkt auf den Tannzweigen, was kein Problem darstellt, solange du sie nicht bis ganz nach unten brennen lässt. Sonst wird es in deinem Stübchen wärmer, als du es dir vorgestellt hast.

Nun ist dekorieren angesagt. Dieser Schritt geht bei mir viel schneller als beim ersten Kranz, da ich kaum Elemente benutze. Ein paar Tannenzapfen, kleine Kugeln und dünn gesätes Engelshaar, that’s it. Um die Deko anzubringen, benutze ich nicht Heissleim, sondern eine Art Drahtklammern. Diese kannst du problemlos wieder verwenden.

Eine glasklare Sache

Wer nicht auf Kränze steht, aber trotzdem ein bisschen Weihnachten ins Haus bringen will, kann sich eine Deko im Glas basteln. Dazu brauchst du ein vasenartiges Glas, eine Christrose (Helleborus) oder eine Pflanze nach Wahl, etwas Moos, Hagebuttezweige und gewünschte Deko.

Fülle etwas Moos unten ins Glas. Danach holst du die Christrose aus dem Plastiktöpfchen und umwickelst sie mit Moos. Jetzt kommt die Pflanze ins Glas und wird etwas hineingedrückt. Schon kann mit der Verzierung begonnen werden. Erlaubt ist, was gefällt. Wir stecken ein paar rote Hartriegelzweige rein und kleben Schneeflöckchen dran. Und zwar von beiden Seiten des Zweiges, damit die Weihnachtsdeko aus jedem Winkel des Raumes etwas hermacht. Uns reicht das schon, aber du kannst natürlich noch mehr hin kleben, hineinstecken und umwickeln. Wir haben für unsere Sparflamme-Version nur knapp 20 Minuten benötigt.

Ich bin zufrieden. Ich habe jetzt einen Kranz für zu Hause und einen fürs Büro, die meine nähere Umgebung in zartes Licht tauchen. Jetzt fehlen nur noch selbstgebackene Kekse, liebe Kollegen. Dann kann Weihnachten kommen!

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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