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3-in-1: Die Rudy-Project-Brille soll als Sport-, Sonnen- und Bürobrille dienen
von Siri Schubert

Mit der MemoMind One bringt Xgimi eine AR-Brille auf den Markt, die fast wie eine normale Sehhilfe aussieht – und trotzdem KI-Assistent und Live-Untertiteln bietet.
Beamer bauen, das können sie bei Xgimi. Nun hat der chinesische Hersteller sein bisher kleinstes Modell entwickelt. Es wirft Bilder nicht auf die Wand, sondern auf eine spezielle Schicht im Brillenglas.
Unter der neuen Marke Memomind hat Xgimi eine Augmented-Reality-Brille entwickelt, die sich kaum von einer analogen Sehhilfe unterscheidet. Die gesamte Technik steckt im Bügel, gesteuert wird sie über Bluetooth.
Ich konnte die MemoMind One am Mobile World Congress in Barcelona kurz ausprobieren. Nicht den Prototypen, der im Januar in den USA Weltpremiere feierte, sondern die finale Version, die bereits im April weltweit auf den Markt kommt.
Vom Tragekomfort unterscheidet sich die AR-Brille kaum von meiner eigenen, ganz ohne Technik. Klar, sie ist schwerer. Es sind geschätzt rund 50 Gramm; ein genaues Gewicht hat der Hersteller noch nicht verraten. Die Air-Version mit weniger Ausstattung wiegt knapp 30 Gramm.

Was sofort auffällt: Die MemoMind One hat keine Kamera. Sie ist nicht dafür gedacht, Aufnahmen zu machen, sondern dient als Anzeigegerät. Die Brille projiziert Text und Grafiken direkt ins Sichtfeld. Und zwar im Gegensatz zu ähnlichen Modellen gleich auf beide Augen. Das ist sehr angenehm und wirkt natürlich.
Allerdings ist nur eine grün-monochrome Darstellung möglich. Die Schrift ist im hellen Licht an der Messe sehr gut lesbar. Ich gewöhne mich schnell und problemlos an die Einblendungen. Zur Steuerung nutze ich einen Knopf rechts am Übergang von Bügel und Fassung oder die Sprachsteuerung. Damit habe ich Zugriff auf einen KI-Assistenten, laut Hersteller eine Eigenentwicklung. Aktivieren lässt sich der Screen auch mit Kopfbewegungen. Die Daten kommen jeweils von einer Smartphone-App, über die ich auch die Feineinstellung der Brille vornehme.

Zu sehen sind auf der Brille Basisinformationen wie Uhrzeit, Wetter, Benachrichtigungen und News. Auch eine Übersetzungsfunktion ist eingebaut: Die Fremdsprache wird mir in eine gewünschte Sprache übersetzt und sozusagen als «Untertitel» laufend eingeblendet. Im ersten Test hat das sehr gut funktioniert, ich konnte einem Gespräch mit kleiner Verzögerung angenehm folgen.

Ich kann auch Sprachnotizen erstellen und schriftlich festhalten oder mir Text als Teleprompter direkt im Sichtfeld anzeigen lassen. Da die KI dabei mithört, scrollt das System automatisch weiter. Ideal für alle, die regelmässig Vorträge nach Skript halten.
Xgimi hat angekündigt, dass das Unternehmen den Funktionsumfang mit einer Navigation erweitern wolle. Bin ich zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs, werden mir Routenanweisungen direkt angezeigt.
Der Hersteller plant, die Brille möglichst für eine grosse Zielgruppe interessant zu machen. Darum soll das Gestell auch in verschiedenen Varianten und unterschiedlichen Farben erhältlich sein. Wer eine Korrektur benötigt, bekommt die Brillengläser mit passender Sehstärke.
Das Feld, auf das die Inhalte projiziert werden, ist je nach Sichtwinkel sichtbar. Aber nur, wenn ich die Brille in der Hand halte. Wenn ich sie trage, merke ich nichts davon. In der App kann ich auch genau einstellen, wie und wo die Inhalte im Sichtfeld zu sehen sind.

Die Akkulaufzeit soll laut Hersteller 16 Stunden betragen. Geladen wird die Brille in einem Etui, das allerdings auf dem Messestand nicht zu sehen ist. Interessant ist auch, dass Xgimi in den Bügel Lautsprecher einbaut. Damit kann ich Podcasts hören oder Anrufe tätigen. Für echten Musikgenuss ist die Qualität aber nicht gut genug.
Die MemoMind One soll bereits im April auf den Markt kommen. Wann genau sie zu uns in den Shop kommt, ist aber noch unklar. Rund 600 Franken oder Euro kostet das Gadget. Das ist auf den ersten Blick ein happiger Preis – wie so oft, wenn neue Technologien auf den Markt kommen. Tatsächlich sind auch die Kosten für normale Brillengestelle sehr unterschiedlich. Sie reichen von weniger als 100 Franken oder Euro bis zu mehreren hundert Franken oder Euro. Statt eines Gestells einer Luxusmarke liegt also auch die AR-Brille drin.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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