Trailer Tuesday: Lassie, Resistance und Spiral
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Trailer Tuesday: Lassie, Resistance und Spiral

Luca Fontana
Zürich, am 11.02.2020
Lassie-Fans: Hier kommt ein Trailer, den ihr hassen werdet. Kollege Dominik Bärlocher hasst «Undine». Ich hasse «The Jesus Rolls» ein wenig, freue mich aber auf «Spiral», der unerwarteten Fortsetzung des Horror-Thrillers, in dem ein Todgeweihter Spiele spielt.

Kinderfilme auf tiefem Niveau und Artsy-Fartsy-Scheiss, den niemand sehen will, aber trotzdem produziert wird. Ich weiss ja nicht. Aber es gibt Leute, die kommen damit durch und verdienen auch noch Geld. Da zieh’ ich mir lieber die «Saw»-Spin-Off-Fortsetzung «Spiral» mit Chris Rock und Samuel L. Jackson rein.

Lassie – Eine abenteuerliche Reise

Du willst ein Zugunglück von einem Trailer sehen? Da hast du ihn. «Lassie – Eine bedauernswerte Reise in die Hölle des Amateurfilms». Das fängt nur schon damit an, dass die Schauspieler «den berühmteste Hund der Filmgeschichte» die ganze Zeit «Lissi» nennen.

Ihr hattet den einen Job!

Aber damit nicht genug. Der Plot des Films geht in etwa so: Lassie – oder Lissi – muss von Zuhause weg, weil die böse Vermieterin sie nicht mag. Im Adoptiv-Zuhause gefällts Lissi-Lassie aber so schlecht, dass sie wegläuft. Die Suche nach dem Köter geht los. Toll: Die Filmemacher haben sich einen Lassie-Film-Plot ohne Lassie ausgedacht. Oder Lissi. Oder wie auch immer ihr Name in deutscher Sprache ausgesprochen wird.

Kinostart: 20. Februar 2020

The Jesus Rolls

Ich finde «The Big Lebowski» ja grandios. Darum habe mich im letzten Trailer Tuesday, der wegen dem Super Bowl ein Trailer Monday war, darüber gefreut, dass «thThe Jesus» (John Turturro) seinen eigenen Spin-Off kriegt, wie ein Teaser-Trailer angekündigt hatte.

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Der erste richtige Trailer macht mich hingegen gar nicht an. Vielleicht, weil ich viel lieber ein «The Big Lebowski 2» gehabt hätte. Und ohne die Gebrüder Coen – sie haben «The Big Lebowski» anno 1998 inszeniert – zweifle ich sowieso daran, dass der Film tatsächlich mit dem Klassiker mithalten kann.

Kinostart: 6. März 2020

Resistance

Filme über den Zweiten Weltkrieg gibt’s wie Sand am Meer. Das ist nichts Schlechtes: Es ist ein dunkles Kapitel der Menschheitsgeschichte, das Aufmerksamkeit und Aufklärung verdient.

Aber allzu oft reduziert Hollywood diese Aufklärung auf den Heldenmut der alliierten Soldaten gegen die bösen Nazis. Über den Kampf der Menschen in den besetzten Ländern selbst wird hingegen weniger gesprochen.

Wen ich meine? Freiheitskämpfer. Partisanen. Menschen, die im Geheimen fürs Leben der Schwachen gekämpft haben – wohlwissend, dass die Chancen, entdeckt und wegen Hochverrat hingerichtet zu werden, grösser sind als tatsächlich erfolgreich zu sein. Leute wie Tuvia Bielski, Claus von Stauffenberg oder Oskar Schindler. Ihren Kampf siehst du in Filmen wie «Defiance», «Valkyrie» oder «Schindler’s List». Und neuerdings auch «Resistance», auch wenn ich den Film wohl in deutscher Synchro anschauen muss. Oder denke nur ich, dass Jesse Eisenbergs gefakter französischer Akzent wie eine schlechte Parodie klingt?

Kinostart: 27. März 2020

Undine

Morgens beim Kaffee. Kollege Dominik zeigt mir einen Trailer aus der Hölle. Seine Meinung dazu schreibt er gleich selbst:

Die Deutschen versuchen sich an einem Film, dessen Trailer so ziemlich die perfekte Satire all der artsy-fartsy-Indie-Trailer da draussen ist. Bedeutungsschwangere Statements ohne Kontext und Gehalt wie «Das Bein ist abgefallen, aber ich habe es wieder angeklebt», komplett mit Klaviergeklimper im Hintergrund und Bildwelten, die verstören sollen. Irgendwie dann noch wirres Gefasel zum Thema Liebe – das kommt bei den introspektiven Indie-Leuten gut an – und Schauspieler, die gerade so bitzli abseits des Mainstreams sind.

Der Trailer zu «Undine» wirkt wie die Film-Version eines Calvin Klein Spots aus den 1990ern, nur ohne Schwarzweissästhetik und Hungermodels.

Der Plot des Films ist laut Wikipedia#/Handlung) aber interessanter. Sie ist ein Elementargeist, Er verlässt sie, Er #2 taucht, Sie auch, die beiden verlieben sich. Die Story könnte man sich geben, aber nur basierend auf dem Trailer sind wir mit den alten Werbespots Calvins besser bedient.

Kinostart Romandie: 1. April 2020

Spiral: From the Book of Saw

«Saw» geht in die nächste Runde. Meine erste Reaktion darauf war so ein entnervtes «Pff-schon-wieder-fuck-erspar-mir-das-bitte». Dann noch Chris Rock im Titel. Executive Producer Chris Rock. Was hat Chris Rock mit «Saw» zu tun, oder dem Horror-Genre an sich?

Der Teaser-Trailer geht los.

Zunächst beginnt er überhaupt nicht so, wie du’s von einem «Saw»-Film erwarten würdest. Da ist Hip-Hop-Musik. Zwei Cops unterhalten sich in lockerer Atmosphäre über ihre Familien. Chris Rock chris-rockt. Dann der Stimmungswechsel. Die düstere Musik. Gruselige Bilder. Auf einmal mischt das «Saw»-Theme rein. Ich so: «Moment. Warum habe ich Gänsehaut? Ist das Samuel L. Jackson?»

Chris Rock ist angekettet. Hält eine Säge hoch. Wir wissen, was das bedeutet. Der Teaser-Trailer endet. Ich will den Film sehen. Jetzt.

Kinostart: 15. Mai 2020


On another note: Birds of Prey (and the fantabulous emancipation of one Harley Quinn) kommt bei Kritikern und Publikum gut an. Trotzdem ist der Start mit einem weltweiten Einspielergebnis von 79 Millionen Dollar am ersten Wochenende reichlich enttäuschend. Zwischen 250 und 300 Millionen müsste er schlussendlich einspielen, um seine Produktions- und Marketingkosten zu decken. Darum wird der Film in manchen Kinos unter einem neuen Titel geführt: «Harley Quinn: Birds of Prey».

Wenn's nicht hilft, dann schadet es auch nicht.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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