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Test zu Smoothies und Säften: Welches Gerät liefert am meisten Vitamine?

Obst-, Gemüsesäfte und Smoothies sind in aller Munde. Zur Herstellung der hochgelobten Vitamin-Getränke existieren unzählige Geräte mit unterschiedlichen Technologien. Aber wie viel der Nährstoffe holen die verschiedenen Techniken überhaupt aus Früchten und Gemüse raus? Dieser Frage ist die Westschweizer Konsumentenschutz-Sendung «à bon entendeur» (ABE) nachgegangen und hat Standmixer, Zentrifugalentsafter und Saftpressen testen lassen.

Saftbars und Smoothie-Stände schiessen auch in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden. Aber auch Zuhause wird gemixt, entsaftet und gepresst, was das Zeugs hält, um sogenannte trinkbare Vitamin-Bomben zu erzeugen. Der Markt zur Zubereitung selbstgemachter, frischer Säfte und Smoothies wird von drei Technologien beherrscht: Standmixer, Zentrifugalentsafter (auch bekannt als High-Speed-Juicer) und Saftpressen (so genannte Slow-Juicer mit einer Kaltpresstechnologie).

Welche Technologie liefert das Getränk mit den meisten Vitaminen? Um diese Frage zu klären, hat das Westschweizer TV-Format für Konsumententests ABE die drei verschiedenen Methoden anhand je einer Maschine im Schweizerischen Vitamininstitut testen lassen. Verglichen werden also für einmal nicht verschiedene Geräte von einem Typ, sondern drei unterschiedliche Saftextrahierungsmethoden, die zuhause angewendet werden können.

So wurde getestet:

Für den Test wurden drei Geräte des mittleren bis hohen Preissegmentes gewählt. Beim Zentrifugalentsafter wurde übrigens das kleinste Sieb verwendet. Als Zutaten dienten: Zwei Orangen, ein Apfel, eine Stange Sellerie, eine Karotte sowie eine Hand voll Spinat – alles in Bio-Qualität. Bei dieser Auswahl wurde auf den hohen Vitamingehalt wie auch die Kompatibilität mit den zu testenden Maschinen geachtet.

Obst und Gemüse wurden gewaschen, und die Orange geschält. Die Zutaten wurden alle gedrittelt, um jeweils bei jeder Maschine die exakt gleiche Menge und Zusammenstellung an Zutaten zu verarbeiten.

Testkriterien

Die zubereiteten Säfte wurden im Labor auf ihren Gehalt an folgenden Nährstoffen analysiert:

  • Vitamin C (Hauptquellen dafür: die Orangen und der Apfel)
  • Folsäure (Quelle: Spinat und Stangensellerie)
  • Vitamin B6 (wird von der Karotte und dem Spinat geliefert)
  • Vitamin A (auch bekannt als Beta-Carotin, im Spinat und der Karotte vorhanden)
  • Vitaming K (im Spinat, Stangensellerie und in der Karotte vorhanden)

Testergebnisse

Im Labor wurde bei keinem der drei getesteten Verfahren eine relevante Erhitzung festgestellt. Das heisst, dass keine Vitamine aufgrund von Wärmeentwicklung bei der Maschine verloren gehen. Beim Standmixer erfolgte das Resultat relativ dickflüssig – ein sogenannter Smoothie eben. Dabei wurden die Zutaten restlos verwertet und kein Abfall erzeugt. Sowohl die Saftpresse als auch der Entsafter haben sehr dünnflüssige Säfte ergeben, jedoch auch eine beträchtliche Menge an Abfall wie Fruchtfleisch und Ballaststoffe zurückgelassen. In diesen Resten geht bereits ein grosser Teil der für den Körper wichtigen Nährstoffe verloren. Somit punktet der Standmixer, da er alle Zutaten vollends verwertet: Im Smoothie stecken 100% der Vitamine aus den gebrauchten Früchten und Gemüse. Aus diesem Grund dienten die Werte der Erzeugnisse aus dem Standmixer als Referenz in der Bewertung der beiden anderen Maschinen.

Standmixer

Bei der Zubereitung mit dem Standmixer entsteht kein Abfall. Der komplette Nährstoffgehalt der Zutaten, das heisst 100% der Vitaminen, landet im Getränk.

Zu allen Standmixern

Zentrifugalentsafter

Verlust von 40% des Obst- und Gemüsematerials. Dies liegt vor allem daran, dass viele Faserstoffe nicht im Getränk landen. So viele Vitamine (verglichen mit dem Resultat aus dem Standmixer) bleiben im Saft:

  • Vitamin C: 79%
  • Folsäure: 63% (was dem Gewichtsverlust entspricht)
  • Vitamin B6: 40%
  • Beta-Carotin: 57%
  • Vitamin K: 27%

Zu allen Zentrifugalentsaftern

Saftpresse

Es gehen etwa 40% des Obst- und Gemüsematerials (Abfall, Fruchtfleisch und Ballaststoff) beim Kaltpress-Entsaften verloren. Der Vitamingehalt sieht im Vergleich zum Ergebnis aus dem Standmixer folgendermassen aus:

  • Vitamin C: 100%
  • Folsäure: 61% (was dem Gewichtsverlust entspricht)
  • Vitamin B6: 52%
  • Beta-Carotin: 28%
  • Vitamin K: 22%

Zu allen Slow-Juicern

Fazit

Sowohl beim Auspressen als auch beim Zentrifugieren entstand ein relativ grosser Vitamin-Verlust – abgesehen vom Vitamin C, das der Slow-Juicer zu 100% und der High-Speed-Juicer zu knapp 80% bewahren konnte. Der Standmixer bleibt also nach wie vor das beste Gerät, um die meisten Vitamine aus Früchten und Gemüse zu ziehen. Die dickflüssigere Konsistenz des Saftes, die beim Mixen resultiert, ist jedoch Geschmacksache. Durch Beigabe von Wasser, kann diese aber übrigens auch noch etwas verdünnt werden.

Abschliessend kann gesagt werden, dass Obst und Gemüse generell nährstoffreicher bleiben, wenn nicht zu Saft verarbeitet. Ausserdem iniziiert das Kauen den Verdauungsprozess, was die Verwertung der Nährstoffe fördert. Nichtsdestotrotz bilden die gesunden Getränke einen guten und vor allem genussvollen Weg, sich ausreichend mit Früchten und Gemüse zu ernähren. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation bleibt ein Grossteil der Bevölkerung unter dem empfohlenen täglichen Gemüse- und Obstkonsum. Ein frischer, selbst zubereiteter Saft bietet hier eine einfache und gute Möglichkeit, die Nährstoff-Bilanz zu verbessern.

Zum Testbericht von ABE

User

Cinzia Memper

Auf ausgedehnten Reisen entdecke ich gerne fremde Länder und Kulturen – ganz genauso wie feinen Kaffee und andere Köstlichkeiten. Trouvaillen für zu Hause finde ich in Brockenhäusern sowie auf Flohmärkten. Meine Kreativität erforsche ich in meinen grossen «Do it yourself»-Momenten. Sowohl in den nahen Bergen als auch am Meer finde ich meine Balance – Snowboarden und Surfen zählen zu meinen grossen Leidenschaften.

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