Test: «Seife» aus Edelstahl? Kann das funktionieren?
Review

Test: «Seife» aus Edelstahl? Kann das funktionieren?

Natalie Hemengül
Zürich, am 23.05.2017
Den Geruch von Zwiebeln oder Knoblauch vollständig aus den Händen zu waschen, kann eine Weile dauern. Die Anti-Geruchsseife aus Edelstahl von WMF verspricht Abhilfe. Ob das funktioniert? Ich hab’s getestet.

Du liebst Zwiebeln und vergötterst Knoblauch? Dann könnten wir zwei uns ziemlich gut verstehen. Denn ohne diese beiden Gaumenfreuden würde mir wohl so manches Gericht nicht ganz so gut schmecken. Nur doof, dass sie geruchstechnisch ihre Spuren hinterlassen. Auch an den Händen.

Als ich zufällig in unserem Sortiment auf diese Anti-Geruchseife aus Edelstahl stiess, konnte ich nur meine Stirn runzeln. Wieso zum Teufel nennt sich das Ding Seife? Ich dachte erst, man könne an der Unterseite vielleicht ein Stück Seife reinklemmen. Somit wäre das Teil lediglich ein etwas überflüssiger Seifen-Spender. Natürlich war ich auf dem falschen Dampfer. Tatsächlich soll man das Stück Edelstahl wie eine gewöhnliche Seife unter das warme, fliessende Wasser halten, die Hände drum herum reiben und sie so von ungewollten Geruchsrückständen befreien. Ähm, okay.

So ganz glauben wollte ich das nicht. Kann so was besser funktionieren, als ein stinknormales Stück Seife? «One way to find out», wie mein geschätzter Arbeitskollege Dominik Bärlocher sagen würde.

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WMF Anti-Geruchseife Gourmet (Gerät)

Ein bisschen Theorie vorab: alles nur Mythos?

Laut eines Gutachtens, welches im Auftrag eines Herstellers von Stahlseife erstellt wurde, konnte der Geruchsabsorptions-Effekt als Phänomen experimentell bestätigt werden. Jedoch liegen nach wie vor keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Mechanismus, der dahinter steckt, vor.

Aus dem Gutachten geht auch hervor, dass es zwei denkbare Wirkungsweisen gibt, die zu einem geruchsneutralisierenden Effekt führen könnten. Entweder begünstigt die fein strukturierte Oberfläche des Edelstahls die Oxidation von Geruchsmolekülen, wodurch diese wasserlöslich werden oder aber, die Geruchsmoleküle an den Händen werden an die Edelstahl-Oberfläche gebunden und dort angereichert. Weiter ins Detail möchte ich an dieser Stelle nicht gehen, da die Erklärungen meine Chemiekompetenzen bei Weitem übersteigen und mich bereits diese Verknappung ans Ende meines Lateins gebracht hat.

Bewiesen oder nicht, ich will einfach wissen, ob das Ding funktioniert.

Normale Seife vs. Edelstahl-Seife vs. Wasser

Nach einem ordentlichen Bad meiner Hände in einem Berg feingehackter Zwiebeln und Knoblauch, gewürzt mit einer Prise Curry rieb ich zuerst meine rechte Hand ausgiebig an dem Stück Edelstahl. Natürlich wie empfohlen unter warmem fliessenden Wasser. Das Ergebnis: Der Geruch ging ratzfatz weg. Toll – könnte man meinen. Wäre da nicht die Tatsache, dass ich dasselbe Ergebnis auch nur durchs Händereiben mit einer Wasser-Spülmittel-Kombi erreicht habe. Sogar nur mit Wasser verduftete der Zwiebelgeruch.

Fazit

Wenn man Gerüche auch mit warmem Wasser (mit oder ohne Seife) gleich gut wegbekommt, wozu braucht man dann noch eine Edelstahl-Seife? Meine Vermutung: Die Edelstahl-Seife ist lediglich unnötiger Schnickschnack, um die Hände zu beschäftigen. Ich selbst präferiere eindeutig die altbewährte Spülmittel-Wasser-Kombination, um Gerüche zu entfernen. So werde ich nicht nur den unangenehmen Duft los, sondern kann als Nebeneffekt auch noch wohlriechende, hygienische Patscherchen vorweisen. Aber wie gesagt, im Notfall tut es auch nur Wasser. Aber eine Edelstahlseife? Eindeutig überflüssig!

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül

Editor, Zürich

Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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