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Tag des Kaffees: Fünf überraschende Fakten

Simon Balissat
01.10.2022

Seit über 800 Jahren trinken die Menschen Kaffee. Seit nicht einmal zehn Jahren feiern wir den «Internationalen Tag des Kaffees» am 1. Oktober. Zum nach dem Weltkatzentag zweitwichtigsten Feiertag serviere ich dir fünf Fakten.

Erst seit 2015 wird der Kaffee am 1. Oktober gefeiert. Zwar gab es davor in verschiedenen Ländern schon lokale Feiertage zu Ehren des schwarzen Getränks. Vor sieben Jahren hat die «Internationale Kaffee Organisation» dann aber all den Splittergruppen reinen Wein Kaffee eingeschenkt und den hochoffiziellen, international verbrieften «Tag des Kaffees» auf den 1. Oktober gelegt.

Sollte es deine lokale Rösterei nicht vergessen haben, hält sie am 1. Oktober irgendwelche Goodies oder gratis Degustationen bereit. Ich gebe dir fünf «Fun Facts» zum Thema, mit denen du bei der nächsten Party auftrumpfen kannst. Wahrscheinlich killst du damit in bester Klugscheisser-Manier das Gespräch. Ich hab dich gewarnt.

1. Nur Brasilien exportiert mehr Kaffee als die Schweiz

Brasilien ist das Kaffeeland Nummer eins. Nirgends wachsen mehr Bohnen, die meisten davon sind für den Export bestimmt und landen bei uns in den Tassen. Daher liegt es auf der Hand, dass Brasilien der weltgrösste Exporteur von Kaffee ist mit einem Handelsvolumen von über 4 Milliarden Franken. Gleich dahinter folgt schon die Schweiz, die 2020 Kaffee im Wert von 2,5 Milliarden Franken exportiert hat. Und das, obwohl wir gar keinen Kaffee anbauen können, da das Klima viel zu kühl ist. Grund für die riesigen Exportmengen ist vor allem der Erfolg von Nespresso. Die Kapseln werden in der Schweiz hergestellt und dann exportiert. Vielleicht überholt die Schweiz dank der Kaffeebälle der Migros ja sogar bald Brasilien.

CoffeeB by Café Royal Ristretto (9 x Port., CoffeeB)
4.600.51/1x Port.

CoffeeB by Café Royal Ristretto

9 x Port., CoffeeB

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CoffeeB by Café Royal Espresso Bio (9 x Port., CoffeeB)
4.950.55/1x Port.

CoffeeB by Café Royal Espresso Bio

9 x Port., CoffeeB

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2. Kaffee aus der EU

In unseren Breitengraden wächst kein Kaffee. Dazu braucht es das richtige Klima und das findet sich rund um den Äquator im «Kaffeegürtel». Brasilien, Vietnam und Kolumbien sind die drei grössten Kaffeeproduzenten. Dennoch gibt es auch Kaffeebohnen aus der EU. Auf Plantagen auf der spanischen Insel Gran Canaria und auf den portugiesischen Azoren werden kleinere Mengen Kaffee produziert, die allerdings den Weg aufs Festland selten finden. Sie gehen eher als Kuriosität in der Kaffeewelt durch.

3. Mit dem Kraftstoff Kaffee von Manchester nach London

Auch als Kuriosität geht Kaffee als Kraftstoff durch. Tatsächlich ist aber 2010 ein Auto die 340 Kilometer lange Strecke von Manchester nach London gefahren, nur durch Kaffee angetrieben. Für die wortwörtliche Kaffeefahrt wurde Kaffeesatz zu entzündbaren Gasen verbrannt. Diese trieben das Auto an. Eine andere Idee ist es, aus dem Kaffeesatz Biodiesel herzustellen. Vor allem der Abfall, der bei der Herstellung von Instant-Kaffee anfällt, enthält bis zu 30 Prozent Öle, die zu Biodiesel verwertet werden können. Der Ölkonzern Shell liess 2017 werbewirksam Londoner Doppeldeckerbusse mit Kaffee-Diesel fahren. Durchgesetzt hat sich der Kraftstoff dennoch nicht, da die Herstellung aufwändig ist. Das Öl aus dem Kaffeesatz ist schwer zu extrahieren und zu reinigien.

4. Erdöl und dann Kaffee?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kaffee sei hinter Rohöl das meistgehandelte Produkt der Welt. Fakt ist aber: Rohöl generierte im Jahr 2015 788 Milliarden Dollar Umsatz, Rohkaffee liegt mit 20 Milliarden weit abgeschlagen hinter Aluminium, Kupfer und anderen Erzen. Damit ist die Behauptung «Kaffee ist das zweitwichtigste Handelsgut der Welt» schlicht falsch. Selbst wenn wir den Umsatz mit verarbeitetem Kaffee hinzurechnen, liegt das Handelsvolumen «nur» bei 350 Milliarden Dollar.

Rohkaffee in Säcken bei ViCafe in Zürich. Bild: Simon Balissat
Rohkaffee in Säcken bei ViCafe in Zürich. Bild: Simon Balissat

5. Kaffeeriecher, dem Verbrechen auf der Spur

Schliesslich noch eine kurze Exkursion in die Geschichte, und zwar nach Preussen. Um an Geld zu kommen und um seine Untertanen vom Kaffeetrinken abzuhalten, erhob der preussische König Friedrich II. ab 1780 hohe Steuern auf die Einfuhr von Kaffee. Rösten war Staatsaufgabe, Kaffee konnte nur bei der staatlichen Rösterei zu einem Wucherpreis gekauft werden. Die Menschen sollten Bier statt Kaffee trinken, so würden auch die Bauern am Malz Geld verdienen. Kaum jemand konnte sich Kaffee leisten und so florierte der Schmuggel mit Grünkaffee aus Hamburg, der illegal in den eigenen vier Wänden geröstet wurde. Das gefiel dem Monarchen natürlich überhaupt nicht, da viel Geld am Fiskus vorbeigeschleust wurde. Kurzerhand stellte er daher rund 400 uniformierte Kriegsinvaliden als Kaffeeschnüffler ein, die dem frivolen Treiben mit ihrer feinen Nase ein Ende setzen sollten.

Ein Ende setze ich diesem Text mit einem Zitat, das so zutrifft. Ich habe diesen Text mit mehreren doppelten Espressi intus in Windeseile geschrieben.

«Kaffee ist das schwarze Öl, das allein diese phantastische Arbeitsmaschine immer wieder in Gang bringt.»
Honoré de Balzac

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Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell. 


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