Steinreich mit Lego: Galaxus-Kunden machen Stutz mit Wiederverkauf
Hinter den Kulissen

Steinreich mit Lego: Galaxus-Kunden machen Stutz mit Wiederverkauf

Alex Hämmerli
Zürich, am 24.03.2021
Gold, Aktien, Kunstwerke oder Kryptowährungen: Spätestens seit der Geldschwemme der Notenbanken sind Finanzanlagen zum Breitensport geworden. Dass man auch mit Lego-Sets Rendite machen kann, wissen dagegen nur wenige. Manche Galaxus-Kundinnen und Kunden erzielen mit dem Wiederverkauf ihres Spielzeugs einen Gewinn von 200 Prozent oder mehr.

Seit Oktober 2017 können Kundinnen und Kunden ihre bei digitec und Galaxus gekauften Produkte am selben Ort weiterverkaufen. Beliebt ist das Secondhand-Feature besonders für seine Auswahl an Elektronik zu günstigen Preisen. Inzwischen hat sich der Marktplatz aber auch bei Lego-Liebhabern herumgesprochen, denn hier finden sie immer wieder rare Bausätze, die der dänische Spielzeug-Koloss nicht mehr produziert.

Die vergriffenen Sets sprechen einen Schlag Menschen an, der mit dem Begriff «AFOL» zusammengefasst wird: Das Akronym steht für «Adult Fan of Lego», also für Lego-Geeks ab 18 Jahren. Manche von ihnen sind bereit, für ein spezielles Modell ein Vielfaches des ursprünglichen Verkaufspreises zu zahlen. So ging kürzlich ein Technic-Set namens «Claas Xerion 5000 Trac VC» für 430 Franken an einen neuen Besitzer. Das entspricht einer Wertzunahme von 244 Prozent gegenüber dem letzten Verkaufspreis auf Galaxus. Eine Rendite von fast 200 Prozent hat auch das Star-Wars-Modell «Imperial Star Destroyer» erzielt.

Im Schnitt gehen die Lego-Sets auf Galaxus mit einem Preisaufschlag von 21 Prozent an die Secondhand-Käufer. Analysiert wurden hierfür rund 250 erfolgreiche Verkäufe. Hauptvoraussetzung für einen hohen Wiederverkaufswert ist, dass die Verpackung des Bausatzes ungeöffnet und versiegelt ist. Das ist bei 79 Prozent der verkauften Sets der Fall. Beim Rest lag in der Regel zumindest die Anleitung bei, oft auch die Original-Schachtel. Zum Vergleich: Insgesamt ist nur jedes zehnte Resale-Angebot auf Galaxus in ungeöffnetem Zustand.

Technic-Fans klotzen

Grosse Preisunterschiede auf dem Lego-Secondhand-Markt gibt es je nach Thema. Bei Galaxus den höchsten Wiederverkaufswert haben Fahrzeuge von Lego Technic; sie bringen beim Verkauf eine durchschnittliche Rendite von 87%. Ebenfalls populär bei AFOLs sind Lego Creator Sets, die mit einer Altersempfehlung von 16+ oder 18+ bedruckt sind. Sie werden im Schnitt 56% teurer weiterverkauft. Besonders exklusiv sind Creator-Sets der Serie «Modular Buildings», die zusammengehängt einen Stadtblock bilden. Das erste Gebäude der Serie mit dem Namen «Cafe Ecke» wird im Internet zurzeit für rund 2000 Franken gehandelt. Als das Set im Jahr 2007 erschien, lag die Preisempfehlung bei 149.90 Franken.

In der Top-10 der Lego-Sets mit den besten Renditen im Galaxus-Secondhandmarkt sind zudem vier Sets mit Star-Wars-Lizenz. Im Durchschnitt wurden Star-Wars-Sets allerdings nur mit einem Aufschlag von 24 Prozent weiterverkauft. Wer auf einschlägigen Seiten wie Bricklink, Brickpicker oder Brickscout stöbert, findet hingegen auch Star-Wars-Bausätze, die zeitweise für das Zehnfache des Originalpreises den Besitzer oder die Besitzerin gewechselt haben.

Die Wissenschaft hinter den Steinen

In ihrer Studie «Lego – The Toy of Smart Investors» haben die beiden Ökonominnen Victoria Dobrynskaya und Julia Kishilova von der Higher School of Economics in Moskau die Wertsteigerungen von Lego-Sets analysiert. Sie kamen zum Schluss, dass vor allem kleinere Bausätze mit bis zu 340 Teilen eine hohe Rendite abwerfen: Im Schnitt lag die jährliche Wertsteigerung zwischen 1987 und 2015 bei 22 Prozent. Bei den grösseren Sets mit über 1200 Teilen lag die Rendite immerhin bei 12 Prozent.

Sind Lego-Sets also eine sichere Wette für Anleger mit genug Stauraum? Leider nein, denn auch Lego hat das Potenzial der raren Exemplare erkannt und lanciert immer wieder leicht abgeänderte Neuauflagen alter Klassiker. So etwa vom «Millennium Falcon» aus Star Wars. Der Wert des Frachtschiffs rasselte in der Folge mit Lichtgeschwindigkeit in den Keller.

Schlummern in deinem Keller auch versiegelte Lego-Schätze? Was hältst Du von den Preissteigerungen? Ich freue mich auf deine Kommentare.

Grafik: Made with Flourish.

39 Personen gefällt dieser Artikel


Alex Hämmerli
Alex Hämmerli
Senior Public Relations Manager, Zürich
Ich bin bei digitec und Galaxus zuständig für den Austausch mit Journalisten und Bloggern. Gute Geschichten sind meine Leidenschaft; deshalb bin ich immer auf dem neusten Stand.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren