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So wird dein Kind trocken

Toilettentraining für die Kleinen ist ebenso wichtig, wie für die Grossen. Mit diesen Tipps wirst du die Windeln los und dein Kind (hoffentlich) trocken.

Meine Kollegin Natalie Hemengül schrieb einen unterhaltsamen Beitrag zum Thema «Was ich im Toilettentraining gelernt habe». Der Artikel hat viele Leser zum Nachdenken gebracht. Mich auch. Lustigerweise dachte ich nicht an meinen Toilettengang, sondern an das Trocken werden meiner Tochter.

Windeln ade

Es ist an der Zeit. Meine Kleine muss trocken werden! Warum? Sie zeigt grosses Interesse am Töpfchen, welches bei ihren Grosseltern im Badezimmer steht. Wenn wir Eltern auf der Toilette sitzen, platziert sie sich davor, starrt uns an und sagt: «Was machsch du do, Mami? ». Für mich ein wichtiger Punkt: Ich will den Windelhaufen, den ich wöchentliche entsorge, endlich reduzieren. Mein Entschluss steht fest. Unser Badezimmer verfügt ab heute ebenso über ein «Häfi» (Töpfchen).

Diesen Entschluss fasse ich ein paar Monate vor ihrem zweiten Geburtstag. Drei Wochen danach ist es soweit. Sie macht bewusst ins Töpfchen. Heute ist sie über drei Jahre alt und schafft es tagsüber trocken zu bleiben. Für die Nacht ist sie noch nicht bereit.

Wie merke ich, dass mein Kind auf die Toilette muss oder will?

Hinweise
Unterschiedliche Anzeichen weisen darauf hin, wann ein Kind das stille Örtchen aufsuchen sollte oder könnte. Manche Kinder kommen von sich aus, andere werden dazu ermutigt. Meine Kleine hat sich zum Beispiel oft in eine Ecke zurückgezogen, war konzentriert und gab keinen Ton von sich. Da haben wir sie schrittweise ans Töpfchen herangeführt. Andere Hinweise können sein:

  • Das Kind steht abseits.
  • Das Kind geht in die Hocke.
  • Das Kind ist leise, konzentriert oder geistesabwesend.
  • Das Kind macht Drück- oder Furzgeräusche.
  • Das Kind kriegt einen roten Kopf.
  • Das Kind hat soeben gegessen oder getrunken. > Es entleert sich oft direkt nach dem Essen.
  • Das Kind deutet auf die (volle) Windel.
  • Das Kind holt das Windeletui hervor oder geht zur Wickelunterlage.
  • Das Kind hebt seinen Po etwas hoch.
  • Das Kind weint, wird quengelig und fühlt sich unwohl.
  • Das Kind macht in die Windel und sagt es. > Bei älteren und sprechenden Kindern.
  • Du riechst es.
Versuche die Anzeichen deines Kindes zu verstehen und begleite es auf das Töpfchen.

Zeitpunkt
Je früher du anfängst, desto schwieriger ist die Umgewöhnung von der Windel aufs Töpfchen. Kinder begreifen die Handlung (noch) nicht und drücken sich sprachlich unklar aus. Dennoch gibt es Eltern, die mit dem Töpfchentraining beginnen, sobald das Baby sitzen kann.

Ein guter Start ist aus meiner Sicht dann, wenn das Kind sich für das Töpfchen interessiert und auch selber erkennt, dass es in die Windel gemacht hat. Erwarte am Anfang nicht zu viel, denn meist ist das Geschäft schon erledigt, bevor du es merkst oder das «Häfi» erreichst. Hab Geduld und unterstütze dein Kind in dieser Abnabelungsphase. Irgendwann kommt der Tag, an dem du mit ihm das erste Erfolgserlebnis feiern kannst.

Wie unterstütze ich das Trocken werden

Es soll Spass machen
Das Trocken werden ist ein Meilenstein in der Entwicklung. Deshalb ist es wichtig, dass du dein Kind weder drängst, noch blamierst oder ihm sogar drohst. Im Gegenteil, es soll Freude daran finden. Ein angenehmes Klima mit dem entsprechenden Equipment (Topf, Trittschemel, Toilettensitz, WC-Papier mit einem Kindermotiv) hilft dabei. Zusätzlich unterstützend ist, wenn die Kleinen zwischendurch ohne Druck mit dem Töpfchen spielen können.

Lass dein Kind mit dem Töpfchen spielen. Das fördert das Interesse und erhöht den Spassfaktor.

Kleine Belohnungen zu Beginn
Um den Spassfaktor zu erhöhen, haben wir das Trocken werden zum Beispiel mit einer kleinen Belohnung ergänzt. Jedes Mal, wenn sie uns sagte, sie müsse aufs WC und entsprechend ihr Geschäft darauf verrichtete, bekam sie ein paar Smarties. Unsere Schoko-Maus überzeugte das und sie fand sichtlich Spass an der Sache.

Grosse Belohnung als Abschluss
Nach ein paar Wochen gingen wir einen Schritt weiter. Die Smarties fielen weg, dafür konnte sie glitzernde Sticker sammeln. Ein Tag ohne Windel ergab einen Glitzersticker. Wir definierten zusammen, dass sie mit zehn Stickern, die sie selber aussuchen durfte, ihren gewünschten Puppenwagen erhält. Nach ungefähr drei Wochen hatte sie alle Sticker beieinander und bekam das Geschenk. Seither ist sie mit wenigen Ausnahmen trocken.

Der richtige Weg zählt
Viele Wege führen nach Rom. So ist es auch beim Trocken werden. Was bei unserer Tochter geklappt hat, muss bei deinem Kind nicht funktionieren. Finde den richtigen Weg und lass ihm seine Zeit. Vielleicht ist hier ein Tipp dabei, der dich beim Trocken werden deines Kindes unterstützt:

  • Belohne dein Kind oder schaffe einen Anreiz (Schokolade, Figürchen, Sticker, Duplo-Steine,...).
  • Lobe und ermuntere dein Kind.
  • Fördere die Selbstständigkeit von deinem Kind.
  • Lass deinem Kind genügend Zeit. Mit Druck dauert es eher länger.
  • Blamiere dein Kind nicht vor anderen Personen.
  • Kaufe deinem Kind schönes Zubehör wie zum Beispiel ein Töpfchen, einen WC-Sitz, einen Schemel oder farbiges WC-Papier. Am besten lässt du es selber aussuchen.
  • Zeige nicht deine Enttäuschung oder beschimpfe das Kind, wenn es nicht auf Anhieb klappt.
  • Nimm keine Ausdrücke wie «Du bist zu doof dafür» oder «Du kannst das eh nicht» in den Mund.
  • Umarme dein Kind bei einem Zwischenfall und sag ihm, dass so etwas passieren kann.
  • Zieh deinem Kind praktische Kleidung an, damit du sie schneller ausziehen kannst.
  • Lass dein Kind im Sommer zwischendurch ohne Windeln oder in Unterhosen umherrennen. Sie empfinden es als eher unangenehm, wenn es die Beine herunter läuft.
  • Gib ihm ein Kinderbuch in die Hand, wenn es auf dem Topf sitzt.
  • Ein Kinderlied auf dem Handy oder Tablet können den Vorgang unterstützen. Ich empfehle dir aber, Topf und Multimedia zu trennen à la «Wenn du das Geschäft auf dem Töpfchen erledigt hast, darfst du ein Kinderlied oder eine Geschichte auf dem Handy hören! ».

Was tun, wenn kein WC in der Nähe ist?

Endlich trocken und jetzt das: Kaum hast du das Haus verlassen oder bist auf dem Spielplatz angekommen, heisst es: «Mama, ech mues ufs WC». Gerade in der Anfangsphase wird es häufiger vorkommen, dass dein Kind dringend auf die Toilette muss, obwohl es keine in der Nähe hat.

Wie wir im oben genannten Beitrag von Natalie gelernt haben, sollten wir nie etwas zurückhalten. Der Körper sagt uns, wann es raus muss. Bleib in solchen Situationen geduldig und suche eine geeignete Stelle etwas abseits, wo dein Kind sich kurz erleichtern kann. Alternativ sind auch Töpfchen zum Mitnehmen erhältlich.

Fast überall findest du etwas abseits ein Plätzchen, damit dein Kind kurz pinkeln kann.

So unterschiedlich Kinder sind, so unterschiedlich kann das Trocken werden ablaufen. Vielleicht hast du es bereits durch und kannst den anderen Eltern noch mehr Tipps geben. Oder hast du eine weitere Frage? Nutze dafür das Kommentarfeld. Für weitere Tipps, Tricks und Themen rund um Babys und Kleinkinder, folgst du am besten meinem Profil.

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Myrtha Erni, Zürich

  • Editor
Köchin. Putzfrau. Polizistin. Krankenschwester. Entertainer. Motivator. Autorin. Erzählerin. Beraterin. Organisatorin. Chauffeur. Anwältin. Richterin. .… also einfach gesagt Mami von zwei Töchtern und somit nicht nur (Content) Manager im Beruf, sondern auch im Privatleben.

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