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So übertaktest du deinen Monitor

Dein Monitor leistet mehr als dir bewusst ist. Zumindest bei der Bildwiederholrate. Die lässt sich nämlich übertakten. Das Ergebnis variiert jedoch stark.

Wie hoch kann ich meinen Büromonitor, einen HP E243i takten? Ich schliesse ihn an ein Testnotebook und erhöhe schrittweise die Frequenz. 61 Hertz. Läuft. 62 Hertz. Der Bildschirm bleibt schwarz. Meine ersten Schritte im Monitor-Overclocken lassen definitiv zu wünschen übrig.

Wieso überhaupt übertakten?

Mein 60-Hz-Monitor von HP stellt in einer Sekunde 60 Bilder dar. In normalem Tempo erscheint das für uns Menschen flüssig. Wieso braucht’s also mehr Hertz? Ganz einfach: Weil mehr besser ist 😜. Das stimmt selbstverständlich nicht immer. Hier trifft es aber zu. Beim Gamen kann dir eine höhere Bildwiederholfrequenz theoretisch einen Vorteil verschaffen. Mit 120 Hz kannst du Bewegungen eventuell früher wahrnehmen. Schau dir folgendes Video an, dann weisst du, was ich meine. Selbstverständlich muss deine Gamer-Kiste auch die entsprechenden fps liefern, sonst nützen dir all die tollen Hertz nichts.

Den Hertz-Vorteil musst du dir teuer erkaufen. PC-Monitore mit hoher Bildwiederholfrequenz kosten deutlich mehr, als ihre 60-Hertz-Gegenstücke. Für Geizhälse kann es also rentieren, den Monitor zu übertakten. Aber wieviel liegt drin?

So übertaktest du deinen Monitor

Egal ob Nvidia oder AMD – übertakten lassen sich theoretisch alle Monitore mit allen Grafikkarten. Beim Ausprobieren, ob und wie hoch du übertakten kannst, kann deinem Monitor nichts passieren. Ob das Übertakten im Langzeitbetrieb deinen Monitor schädigt, darüber findest du widersprüchliche Aussagen. Du tust es auf eigene Gefahr. Gib also nicht mir die Schuld, sollte dein Monitor irgendwann den Geist aufgeben.

Übertaktet wird in den entsprechenden Menus der Grafikkarten. Dazu klickst du mit der rechten Maustaste auf den Desktop und dann «Nvidia Systemsteuerung» oder «Radeon Einstellungen» – je nach Grafikkarte.

Nvidia

In der Nvidia Systemsteuerung klickst du links auf «Auflösung ändern», dann auf «Anpassen». In diesem Fenster aktivierst du zuerst die Funktion «Auflösungen aktivieren, die auf der Anzeige nicht verfügbar sind» und klickst dann auf «Benutzerspezifische Auflösung erstellen». Hier kannst du die Aktualisierungsrate (Hz) ändern. Am besten erhöhst du einfach die Rate um ein Hertz und klickst danach auf Test. Wenn der Test erfolgreich war, kriegst du eine entsprechende Meldung. Klick auf «Nein», wenn du gefragt wirst, ob du die Änderungen übernehmen willst. Stattdessen probierst du weiter und erhöhst die Hertz wieder um eins.

Falls der Monitor länger schwarz bleibt, keine Panik. Du hast das Limit überschritten und die Grafikkarte stellt auf die ursprüngliche Aktualisierungsfrequenz zurück. Jetzt musst du lediglich die letzte funktionierende Frequenz einstellen, auf Test klicken und mit Ja bestätigen. Danach findest du dich im Fenster «Anpassen» wieder. Hier wählst du deine soeben erstellte, benutzerdefinierte Auflösung und klickst «OK». Dein Bildschirm ist jetzt aufs Maximum übertaktet.

AMD

Bei AMD ist der Vorgang derselbe – zumindest in der Theorie. Auf dem einzigen Gerät mit AMD-Grafikkarte – einem Testgerät von Lenovo mit einer Radeon der 500er Serie – das ich zur Verfügung habe, fehlt die Option zum Anpassen der Aktualisierungsrate. Wieso? Keine Ahnung, ich vermute, dass die Grafikkarte in unserem Testnotebook zu schwach ist und AMD die Option deshalb gar nicht zur Verfügung stellt.

Ich schreibe dir jetzt keine Anleitung, da ich es selbst nicht ausprobieren kann. Du findest aber Anweisungen, mit der Suchmaschine deiner Wahl.

Was kann ich rausholen?

Meinem Büromonitor HP E243i ging bereits nach einem zusätzlichen Hertz die Puste aus. Ich probier’s mit einem etwas älteren HP E240, den wir noch rumliegen haben. Diesen kann ich immerhin von 60 auf 71 Hertz übertakten.

Selbstverständlich probiere ich gleich aus, ob ich einen Unterschied von 60 auf 71 Hertz beim Gamen feststellen kann. Ich starte «Metro Exodus». Das läuft auf dem ASUS ROG Strix SCAR II auf Ultra mit durchschnittlich 70 FPS. Somit habe ich keine grossen Unterschiede zwischen Bildwiederholfrequenz und fps. Ganz ehrlich: Ich kann keinen Unterschied feststellen. Ob 60 oder 71 Hertz, Screen Tearing ist auf dem alten Büromonitor an der Tagesordnung.

Leider habe ich keinen weiteren 60-Hertz-Monitor mehr zur Hand. Deshalb versuche ich noch den 120 Hz Samsung CRG9 zu übertakten. Das Review zu diesem Monitor folgt übrigens bald. Auch diesen Monitor kann ich um elf Hertz übertakten. Bei einer Aktualisierungsrate von 131 Hertz ist Schluss. Auch in diesem Fall kann ich beim Gamen keinen Unterschied feststellen. Das ist eigentlich keine Überraschung. Der CR9 ist im Gegensatz zu den beiden anderen Geräten ein waschechter Gaming-Monitor und, wie Kollege Philipp Rüegg festgestellt hat, sehen ab 100 Hertz aufwärts wohl nur echte Connaisseurs einen Unterschied.

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Was holst du raus?

Jeder Monitor ist einzigartig. Da ich mit zwei Monitoren arbeite, habe ich auch noch versucht, den zweiten HP E243i zu übertakten. Dort habe ich erstaunlicherweise 63 Hertz geschafft. Es verhält sich beim Monitor übertakten wohl wie mit der Silicon-Lottery: Man weiss nie, was man kriegt. Jetzt will ich dich aber nicht mehr länger mit Pralinéschachtel-Weisheiten langweilen und von dir wissen, ob du Erfahrung im Monitor-Overclocken hast? Wie hoch konntest du die Aktualisierungsrate schrauben? Stellst du bei zehn Hertz eine Steigerung fest und habe ich einfach Tomaten auf den Augen?

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Kevin Hofer, Zürich

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

35 Kommentare

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User KINGP7N

Denke der Tipp hilft vielen, Danke!

Bezüglich der unterschiedlichen Hz Raten, nein, du hast natürlich keine Tomaten auf den Augen! ^^
Das Empfinden der Unterschiedlichen Taktraten ist zudem auch sehr individuell.

Von 60 auf 75 Hz - Nicht wirklich wahrnehmbar.
Von 60 auf 100/120 Hz ist wohl der krasseste Vergleich, den man zeigen kann. Hier sollten die meisten deutliche Unterschiede spüren, alleine schon, wenn man mit der Maus über den Monitor fährt.
Von 120 auf 144 Hz - Ja, zwar ebenfalls wahrnehmbar, aber eher im kleinen Rahmen.
Von 144 auf 165 Hz - Nicht wirklich wahrnehmbar.
Von 144 auf 240 - Ja, man merkt einen Unterschied, jedoch im geringen Masse.

Alles in allem denke ich , dass sich ein "Gamer" schon mindestens einen 100 / 120 Hz Monitor zulegen sollte.
Mit einer guten Grafikkarte empfinde ich 2560x1440 @144Hz als die derzeit beste Option.

Wenn ich beim Zocken bei anspruchsvollen Titeln mit der oben genannten Auflösung überhaupt konstante 144 FPS bekomme, dann bin ich mehr als glücklich! :-)

01.03.2019
User luberg

but human eyes can only see 30 fps

03.03.2019
User dylan.sutter02

No human eyes can only see 2 FPS. 1 FPS per eye :^)

03.03.2019
User KINGP7N

@Luberg: It's 2019..... xD

04.03.2019
User luberg

@SL33V3 Und das Meme scheint vergessen... haha

04.03.2019
User ryandownes

Luberg: Hahahaha, Love you man :)
720p 30fps console master race! hahaha

04.03.2019
Antworten
User kentukky

Die meisten Monitore, die ich bis jetzt ausprobiert habe (ca. 8 Stück) - lassen sich problemlos auf 75hz übertakten. Ich empfehle anstatt von Nvidia/AMD Tools, das Programm "Custom Resolution Utility (CRU)" von ToastyX zu benutzen. Nach der Übertaktung unbedingt noch auf testufo.com kontrollieren, ob es keine Artefakte, Overshoot, oder Frame Skipping gibt. Have fun!

01.03.2019
User SwissPrekek

ich habe bei einem alten benQ Monitor (Modell weiss ich nicht mehr) von 60hz auf 89hz geschafft

01.03.2019
User KINGP7N

Not Bad! ^^

01.03.2019
Antworten
User Arbter

Wichtig ist es dabei auch zu beachten welches Kabel man benutzt.
Hat dein Monitor mehrere Eingänge, so benutze immer das Kabel mit der höchsten Daten Übertragung. Dann kannst du meistens noch mehr rausholen.
Mein 4k Monitor wollte mit HDMI nicht über 61 raus. Mit DP allerdins, ging er brav auf 71!

Gruss
Martin

01.03.2019
User christof.flueck

Generell sollte man ab 4k oder höheren Hertzzahlen DisplayPort benutzen

01.03.2019
User ViZolR

HDMI geht meines wissens eh nicht über 60hz. Für 144 braucht man displayport.

07.03.2019
User Anonymous

@ViZoIR Nein dies stimmt nicht, ich habe meinen Monitor auf 144hz mit einem HDMI Kabel am Laufen

15.03.2019
User christof.flueck

@[Anonymous] Das kann schon sein mit den neueren HDMI Interfaces. Je neuer die Version desto höher die Übertragungsrate. Hier ist es einfach wichtig dass man die richtige Version hat (In der Karte, dem Kabel und dem Monitor).

Unter en.wikipedia.org/wiki/HDMI#... kann man eine Liste der Auflösungen + Refresh Rate für jede HDMI Version finden.

Und dieselbe Aufstellung für DisplayPort ist hier zu sehen: en.wikipedia.org/wiki/Displ...

15.03.2019
Antworten
User jbaptista

Lohnt sich dies auch bei TVs?

01.03.2019
User MakeAppsNotWar

Es 'lohnt' sich auf TVs genau gleich

02.03.2019
User Anonymous

sicher :)

17.03.2019
Antworten
User simonese

Bei Rocket League ist es sehr wohl spürbar. Da ist halt das timing und die Koordination wichtig. Denke auch weil das Spiel an sich sehr schnell ist.
Auch sonst auf dem Desktop scheint es flüssiger zu laufen. Sieht man z. B. wenn man die Maus schnell hin und her bewegt.
Meinen Monitor konnte ich von 60 Hz auf 72 Hz übertakten. (72 ist von Vorteil da es das mehrfache von 24 fps ist, was oft bei Filmen genutzt wird.)

02.03.2019
User A_B_C_D

Dem Monitor ist es Wumpe ob er 72 Hz oder 60 Hz darstellen soll. Er rechtet nicht in 24er Herz Schritten sondern in 1 Hz Schritten. Das hat mit der Film Industrie relativ wenig zutun. Willst du wissen warum die meisten Filme mit 24 Bilder pro Sekunde hergestellt werden ? Weil dann die Bilder für das Menschliche Auge Flüssig erscheinen.

03.03.2019
User KINGP7N

In der Filmindustrie hat sich das Ding mit 24 FPS durchgesetzt, weil so das Verhältnis von "einigermassen" flüssigen Bildern mit den Kostengründen für die Produktion am besten aufging. Ein Upgrade ist eher schwierig, da die Projektoren in den Kinos nicht für 60 FPS ausgelegt sind und demnach für viel Geld umgerüstet werden müssten.
Es wurden auch schon Versuche gestartet, wo man Testgruppen Filme z.B. im 48 FPS Format gezeigt hat, diese waren zwar begeistert, jedoch nicht gewillt, einen höheren Preis dafür zu bezahlen.
Lange Rede, kurzer Sinn: In der Filmindustrie geht es ums Geld und nicht um ein "wollen", Filme z.B. in 60 FPS zu zeigen.

24 FPS scheinen definitiv NICHT flüssig, aus diesem Grund spricht man ja auch vom leichten Kameraruckeln in Hollywood Filmen. Wenn du mal den "Soapopera" Effekt auf deinem TV einschaltest, siehst du, was ich / wir meinen.
- "Natürlich" sieht das für uns dann zwar nicht mehr aus (Auch nur, weil für uns ein "natürlich" bei 24 FPS im Hirn verankert ist), jedoch ist der Unterschied mehr als deutlich wahr zu nehmen!

04.03.2019
User simonese

@A_B_C_D Ich kann von meiner Sicht zu 100% sagen, dass ich zumindest bei Rocket League den Unterschied merke. Bei anderen Spielen auch (auch wenn nicht so deutlich wie bei Rocket League.)
Und so wie ich gelesen habe wird bei einem 24 fps Video jedes einzelne Bild exakt 3 Mal wiederholt (3 x 24 = 72) was zu weniger screen tearing führt (korrigiert mich falls ich einen Quatsch erzähl ;) )

Folgenden Link kann ich empfehlen zum Thema fps: youtube.com/watch?v=Tv_GQNh...

Kann auch sein, dass es nicht jede Person gleich wahrnimmt.

04.03.2019
Antworten
User natu1337

Funktioniert dies auch bei Notebooks ?

02.03.2019
User Brimstone

Ja, das funktioniert. Bei meinem Laptop mit 120 Hz Display, erreiche ich allerdings max. 125 Hz.

04.03.2019
Antworten
User Anonymous

Haha geiler Artikel.

Bei meinem 40" 4K Monitor gehts rauf bis 78 Hz XD
Unterschied nur beim schnellen Fensterbewegungen und Shooter erkennbar.

03.03.2019
User ExtraTNT

also ich habe mal einen alten 4:3 monitor @ 50hz auf etwa 100hz gebracht, einfach bringt mir das nichts, überwachungstools, die sich so alle 5sec aktualisieren, oder auch mal ne konsole... ist aber zum teill wirklich krass, was man gerade aus alten monitoren rausholen kann, mein relativ neuer (2018 gekauft) 1080p monitor @ 75hz hat bei 76 schon nicht mehr funktioniert...

03.03.2019
User lama_lama

Mehr Potential dank tieferer Auflösung?

Wo liegt denn eigentlich der Flashenhals? ist es das Panel selbst? Oder die Ansteuerung?
Wenn es zweites ist, wäre es denn nicht möglich bei tieferen Auflösung mehr OC Potential zu haben als bei höherer? Also beispielsweise meinen 4K Screen in Windows und Photoshop als 4K betreiben (60Hz genügen) und dann beim Gamen mit 1920*1080 die Hz rauffeuern? Da müsten zumindest Bandbreitentechnisch ja vorige Resourcen rumtümpeln...

11.03.2019
User matt.kubin

Meh, bei mir war bei 65 Hertz schluss, mein armer Asus Monitor is halt nicht mehr der jüngste :D Suche Spenden für nen 144hz Monitor <3 hehe

03.03.2019
User takumaLP

Bei 60Hz ist Schluss bei mir, aber es reicht aus wenn es so bleibt mit meinem 4K Monitor von Acer. Dank G-Sync bemerkt man kaum wenn die FPS in die brüche gehen bis etwa 30FPS.

01.03.2019
User takumaLP

Ich muss korrigieren, ich konnte von 60Hz auf 120Hz erstellen xD

01.03.2019
User fabian01

omg du wusstest nicht das dein Monitor 120hz ist xD

04.03.2019
User KINGP7N

Ich bezweifle stark, dass du einen UHD Monitor, welcher 60Hz bringt, auf 120Hz laufen lassen kannst, OHNE Fehler und MIT UHD Auflösung...

04.03.2019
User fabian01

@SL33V3 Ich glaube ehender, dass er nicht wusste, dass sein Monitor 120Hz hat und es die ganze Zeit standartgemäss auf 60Hz eingestellt hatte.

05.03.2019
User takumaLP

Nein mein Monitor kann nur 60Hz betreiben werden (Acer Predator XB321HK 4K, 60Hz) Sah auch keinen Unterschied und bei 61-62Hz ging es nicht. So versuchen aus Spass kann mal ja.

05.03.2019
Antworten