So sagst du kratzigen Pullovern den Kampf an
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So sagst du kratzigen Pullovern den Kampf an

Vanessa Kim
Zürich, am 12.01.2022

Strickwaren sind nicht zwingend kuschelig, sondern können auch kratzbürstig sein. Bevor der piksende Pulli in der Kleidersammlung landet, solltest du diese Hacks ausprobieren.

Es gibt nichts Schlimmeres als ein kratzendes Strickoberteil auf der Haut. Wenn du wie ich weitgehend auf Synthetisches verzichtest, kennst du die Krux: Im Gegensatz zu Kunstfasern können tierische tierisch jucken. Schuld daran ist die raue Oberfläche der Wolle. Je dicker die Faserenden, desto mehr juckt’s. Wie du die rauen Fasern deines Pullovers flauschig machst, um nicht wie Leonard Hofstadter aus der Erfolgsserie «The Big Bang Theory» zu leiden, erfährst du hier.

Trick #1 Kälte

Pack deinen Pulli in einen Plastiksack und leg ihn für mehrere Stunden ins Gefrierfach. Sobald die Wollfasern auftauen, sind sie geschmeidiger. Da sie sich durch die Kälte zudem aufstellen, bleiben sie besser im Gewebe haften und es bilden sich weniger Fussel auf dem Pullover. So kratzt er nicht nur weniger, sondern bleibt auch länger wie neu. Pilling lässt sich danach besonders gut mit einem Stoffrasierer entfernen.

Trick #2 Wollwaschmittel

Wenn dieser Trick nicht hilft, sind grössere Geschütze gefragt. Damit dein Pullover nicht nur sauber, sondern auch weich wird oder bleibt, ist ein Wollwaschmittel essenziell. Es schützt das in der Wolle enthaltene Keratin, das die Fasern elastisch und flauschig hält. Die in herkömmlichen Waschmitteln enthaltenen Enzyme – wie unter anderem eiweissabbauende Proteasen – lassen Fasern aufquellen, wodurch sie verfilzen können. Zurück zum Waschen: Bevor du die Maschine startest, drehst du deine Stricksachen auf links und wählst das Wollprogramm mit tiefer Schleuderzahl. Die Trommel sollte maximal bis zur Hälfte gefüllt sein, damit die gegenseitige Reibung deiner Wollsachen nicht zu stark ist. Auch das führt zu rauen Fasern. Trockne deine Pullover liegend auf einem Handtuch und vermeide Heizkörper oder direkte Sonneneinstrahlung. Die Hitze macht die Wollfasern hart und kratzig.

Piksende Strickwaren sind eine Plage. Ein langärmliges Sweatshirt darunter stoppt das Beissen sofort.
Piksende Strickwaren sind eine Plage. Ein langärmliges Sweatshirt darunter stoppt das Beissen sofort.

Trick #3 Conditioner

Hast du grad kein Wollwaschmittel zur Hand? Kein Problem. Ein herkömmlicher Conditioner tut’s auch. Was unser Haar pflegt, kann auch tierischem nicht schaden. Mische einen Teil Conditioner mit einem Teil Tafelessig und zwei Teilen Wasser – ich verwende hierfür eine Dosierkappe eines Waschmittels. Von der daraus entstandenen Masse gibst du zwei Esslöffel ins Waschmittelfach (II), drehst deine Strickwaren auf links und wäschst sie wie bei Trick #1 beschrieben. Achte beim Conditioner darauf, dass darin keine Proteasen enthalten sind. Die Enzyme beschädigen das Keratin der Wolle. Raue Fasern und Pilling sind die Folge.

Generell gilt: Je weniger du deinen Wollpullover wäschst, desto besser. Unnötiges Waschen strapaziert ihn auf Dauer – auch wenn du ihn richtig pflegst. Lüfte ihn stattdessen nach dem Tragen an der frischen Luft aus. Bakterien, die der Auslöser für unangenehme Gerüche sind, fühlen sich auf glatten Oberflächen wohl. Da Wolle im Gegensatz zu Kunstfasern eine schuppige Oberfläche hat, musst du sie weniger häufig waschen. Win-win für dich und die Umwelt.

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Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt. 


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