Hintergrund

So einfach baust du dir einen Wireless-Dongle für den Dualsense-Controller

Das feine haptische Feedback und die adaptiven Trigger von Sonys Dualsense-Controller funktionieren am PC nur übers Kabel. Mit einem kleinen Raspberry Pi Pico 2W klappt’s auch wireless.

Die aktuelle Konsolengeneration glänzt nicht durch Innovation. Das Aufregendste ist noch Sonys Dualsense-Controller. Dank ausgeklügelter Technik vibriert er vielfältig wie kein anderer. Dazu kommen die adaptiven Trigger, die das Ziehen eines Bogens oder eines Pistolenabzugs simulieren können. Auch die Geräusche aus dem Controller-Lautsprecher bietet sonst kein Konsolen-Hersteller.

Immer mehr Spiele unterstützen diese Funktionen, allen voran Sonys eigene Spiele. Davon haben mittlerweile viele den Weg auf den PC gefunden, weshalb Sony die Treiber nachgereicht hat, damit der Dualsense vollumfänglich am PC funktioniert – zumindest fast. Bisher musstest du für das haptische Feedback und die adaptiven Trigger den Controller zwingend per Kabel anschliessen. Über Bluetooth blieben die Spezialfunktionen auf der Strecke und der Controller beschränkte sich auf normales Vibrieren, wie es alle Controller beherrschen. Sony will wohl gewisse Vorteile für die PS5 bewahren.

Auf die Modding-Community ist Verlass

Ein gewiefter Modder hat es nun geschafft, dass der Dualsense auch am PC vollständig kabellos funktioniert. Für einmal sind keine komplizierten Schritte nötig und es kostet auch kaum etwas. Alles, was du brauchst, ist ein Raspberry Pi Pico 2W oder ein vergleichbares Board. Damit wird eine Bluetooth-Brücke erzeugt, die dem System vorgaukelt, dass der Controller per Kabel angeschlossen ist. Das kleine Stück Elektronik hat mich gerade mal acht Franken gekostet.

Den Pico 2W schliesse ich per Micro-USB an meinen PC an, während ich gleichzeitig den Knopf auf dem Board gedrückt halte. Schon taucht das Gerät im Windows-Explorer auf. Nun lade ich die aktuellste Firmware aus dem DS5Dongle-Projekt herunter und kopiere sie auf das Board. Anschliessend verbinde ich den Dualsense mit dem Board, indem ich am Controller die Share- und die Playstation-Taste gleichzeitig gedrückt halte. Sobald er weiss blinkt, ist er im Pairing-Modus und koppelt sich selbständig mit dem Pico-Board. Bei mir klappt es auf Anhieb.

Einstecken, Firmware kopieren, koppeln und fertig.
Einstecken, Firmware kopieren, koppeln und fertig.

Will ich weitere Dualsense-Controller verbinden, muss ich nur kurz den Knopf am Pico 2W drücken. Dann löst sich die Verbindung zum aktuellen Dualsense – ohne jedoch das Pairing aufzuheben – und ich kann ein zweites Gerät koppeln.

Zusätzliche Einstellungen gibt es über ein Web-Menü. Dort kann ich die Vibrationsstärke des Controllers anpassen, den Lautsprecher deaktivieren oder die Abtastrate erhöhen.

Über ein Web-Tool kann ich zusätzliche Einstellungen vornehmen.
Über ein Web-Tool kann ich zusätzliche Einstellungen vornehmen.

Dualsense entfesselt

Ich habe meinen Dualsense Edge ohne seine Kabelfessel umgehend ausprobiert. In «Assassin’s Creed Black Flag Resynced» merke ich beim Lossegeln sofort, dass das Ganze funktioniert. Dann höre ich aus dem Lautsprecher das Geräusch, wie sich meine Segel spannen. Oder in Sonys eigenem «Horizon Forbidden West» spüre ich, wie sich die adaptiven Trigger spannen, wenn ich das Gleiche mit dem Bogen tue. Endlich brauche ich für diese Funktionen kein USB-Kabel mehr. Perfekt, wenn ich vom Sofa aus spielen will.

Einerseits schade, dass solche Workarounds nötig sind. Sony könnte ganz einfach die vollständigen Treiber veröffentlichen. Andererseits ist es schön zu sehen, wie sich die Community selbst zu helfen weiss. Mit DSX gäbe es seit kurzem auch eine Software-Lösung für das gleiche Problem. Ich war aber etwas von den Einstellmöglichkeiten überfordert und habe es nach kurzer Zeit aufgegeben. Da lob’ ich mir den geradlinigen Ansatz des Dongles. Das funktioniert auch über Geräte hinweg.

Falls du dich also schon immer genervt hast, dass du deinen Dualsense am PC anleinen musst, schafft das DS5Dongle-Projekt Abhilfe.

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Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


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