Ratgeber

«Resident Evil»-Remakes auf der Switch 2: Überzeugen die Grusel-Games auch unterwegs?

Capcom lässt gleich drei «Resident Evil»-Remakes auf die Switch 2 los. Hier erfährst du, ob die Ports der ikonischen Games gelungen sind, oder ob du besser zu einer anderen Version greifst.

Vorab: Hierbei handelt es sich um keine klassische Review mit Sternebewertung. Der Beitrag beleuchtet lediglich die Qualität der Switch-2-Versionen dieser Games.

Mit dem Release von «Resident Evil 2» hat Capcom 2019 eine legendäre Remake-Trilogie gestartet. Das Studio interpretierte den PS1-Survival-Horror-Klassiker neu und verpasste dem Spiel die Third-Person-Perspektive, überarbeitete Rätsel und inszenierte es kinoreif. Das Remake von «Resident Evil 3» (2020) war ebenfalls ein Erfolg – auch, wenn viele Fans bedauerten, dass Capcom zu viele Inhalte des Originalspiels ersatzlos gestrichen hat. Mit «Resident Evil 4» lieferte das Studio 2023 den vorläufigen Höhepunkt ihrer Remake-Anstrengungen. Der Action-Horror-Titel gilt als die beste Version von Leons Abenteuer im spanischen Hinterland.

Jetzt bringt Capcom die Grusel-Klassiker auf die Switch 2. Hier erfährst du, wie sich die Titel unterwegs spielen, wie sie auf der Handheld-Hardware performen und ob sich ein erneuter Ausflug in die albtraumhafte Welt der Zombies lohnt.

Knarre durchladen und los geht's. («Resident Evil 4»)
Knarre durchladen und los geht's. («Resident Evil 4»)

Portabilität: Eignen sich die «Resident Evil»-Remakes als Handheld-Titel?

Die Switch 2 ermöglicht es dir, die Games auch unterwegs zu spielen. In diesem Abschnitt bewerte ich, wie gut sie sich für den Handheld-Modus eignen.

Wie viel Akku fressen die Games?

Um zu testen, wie stark die drei Remakes den Akku der Switch 2 beanspruchen, spiele ich die Titel jeweils eine halbe Stunde im Handheld-Modus. Ich starte bei voll aufgeladener Konsole (100 Prozent). Helligkeit und Lautstärke sind aufs Maximum gestellt. Nintendo gibt für die Switch 2 eine Akkulaufzeit zwischen 2 und 6,5 Stunden an. Dieser Wert dient als Grundlage für die Bewertung.

«Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» verbrauchen in 30 Minuten rund 22 Prozent Akku. «Resident Evil 4» kommt in meiner Messung auf etwa 23 Prozent. Damit liegen alle drei Games am unteren Ende der offiziellen Nintendo-Skala – hochgerechnet kommst du auf etwa 2 Stunden und 10 Minuten Spielzeit. Nimm für längere Zugfahrten also besser Ladegerät und/oder externen Akku mit.

Die drei Games bringen die Switch 2 ganz schön ins Schwitzen. («Resident Evil 3»)
Die drei Games bringen die Switch 2 ganz schön ins Schwitzen. («Resident Evil 3»)

Eignen sich die Spiele für kurze Sessions?

Alle drei Remakes eignen sich hervorragend als Game-Snacks zwischendurch. Ich kann problemlos nur wenige Minuten zocken und die Switch 2 wieder weglegen.

Zugegeben: Gelegentlich bereiten mir die zahlreichen Puzzles Probleme. Spiele ich in kleinen Schüben, vergesse ich besonders in «Resident Evil 2» oft, was ich in meiner letzten Session getan habe und wo ich als Nächstes hin muss.

Perfekt für kurze Spiele-Sessions («Resident Evil 3»).
Perfekt für kurze Spiele-Sessions («Resident Evil 3»).

Spielkomfort unterwegs

Alle Remakes eignen sich nur bedingt für ausgiebige Sessions unterwegs. Das liegt einerseits an der fummeligen Steuerung. Es kann sehr frustrierend sein, mit dem Mini-Analogstick der Switch 2 zu zielen – dabei wären Headshots bei einem Survival-Horror-Spiel mit begrenzter Munition überlebenswichtig.

Mein Tipp: Aktiviere bei «Resident Evil 4» das bewegungsgesteuerte Zielen. So kannst du mit kleinen Bewegungen der Konsole nachjustieren und präziser Zombieköpfe treffen. «Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» bieten keine Bewegungssteuerung. Hier empfiehlt es sich, in den Kameraeinstellungen an der Zielgeschwindigkeit zu schrauben. Mit weniger empfindlichem Analogstick gelingt das Zielen schon viel besser – vor allem, weil sich die Zombies auch relativ gemächlich bewegen.

Neben dem Zielen ist auch die Helligkeit des Spiels ein grosses Hindernis, die Games portabel zu geniessen. Vor allem in «Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» verbringe ich viel Zeit in dunklen Korridoren. Mit dem leuchtschwachen Display der Switch 2 erkenne ich im Zug nur schwer, was gerade los ist. Und draussen zocken kann ich komplett vergessen – das Einzige, was ich sehe, ist mein frustriertes Gesicht, das sich im dunklen Switch-2-Bildschirm spiegelt.

Kuckuck! Die «Resi»-Games sind dunkel. Stockdunkel. In hellen Räumen und draussen kaum spielbar. («Resident Evil 2»)
Kuckuck! Die «Resi»-Games sind dunkel. Stockdunkel. In hellen Räumen und draussen kaum spielbar. («Resident Evil 2»)

Diese Kompromisse musst du eingehen

Ein Multiplattform-Spiel auf der Switch 2 ist mit gewissen Einschränkungen verbunden. Kein Wunder – Nintendos Handheld ist im Vergleich zu stationären Konsolen winzig. In diesem Abschnitt erfährst du, wie stark sich das auf die Spielerfahrung auswirkt.

Grafik und Bildqualität

Bei allen drei Spielen musst du im Vergleich zu den «grossen» Current-Gen-Konsolen einige Abstriche in der visuellen Darstellung hinnehmen. Die Games laufen in einer spürbar niedrigeren Auflösung, bieten eine abgespeckte Beleuchtung, schlechtere Spiegelungen und weniger detaillierte Charaktermodelle. Gleichwohl sehen die Horror-Klassiker auch auf der Switch 2 insgesamt schaurig schön aus. Keiner der Titel bietet in den Optionen Einstellungen für die visuelle Qualität (zum Beispiel Performance- oder Fidelity-Modi).

Schön. («Resident Evil 3»).
Schön. («Resident Evil 3»).

Nur eine Sache stört mich. Haare und weitere feine Details in der Spielumgebung werden von unschönen Upscaling-Artefakten und einem unangenehmen Flimmern begleitet. Je nach Spielsituation leidet die Bildqualität signifikant unter diesen Einschränkungen.

Flimmerige Haare. («Resident Evil 3»).
Flimmerige Haare. («Resident Evil 3»).

Am schlechtesten schneidet «Resident Evil 4» ab. Kein Wunder, schliesslich ist Leons Ausflug ins spanische Hinterland der technisch anspruchsvollste Remake-Titel. In Bewegung läuft das Game oft instabil und sieht mit Flimmereffekten und Bildrauschen unruhig aus. Zahlreiche unscharfe Texturen lassen zudem vermuten, dass hier die PS4- und nicht die PS5-Version als Basis für den Port verwendet wurde.

Einige Texturen in «Resident Evil 4» wollen nicht richtig laden.
Einige Texturen in «Resident Evil 4» wollen nicht richtig laden.

Positiv überrascht bin ich von der visuellen Qualität im Handheld-Modus. Abgesehen von einer niedrigeren Auflösung bemerke ich keine Unterschiede im Vergleich zum TV-Modus. Am meisten fällt auch hier «Resident Evil 4» ab, das im Vergleich zu «Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» einen deutlich unschärferen Handheld-Eindruck hinterlässt, vor allem in hektischeren Szenen.

«Resident Evil 2» im TV-Modus.
«Resident Evil 2» im TV-Modus.
«Resident Evil 2» im Handheld-Modus.
«Resident Evil 2» im Handheld-Modus.
«Resident Evil 3» im TV-Modus.
«Resident Evil 3» im TV-Modus.
«Resident Evil 3» im Handheld-Modus.
«Resident Evil 3» im Handheld-Modus.
«Resident Evil 4» im TV-Modus.
«Resident Evil 4» im TV-Modus.
«Resident Evil 4» im Handheld-Modus.
«Resident Evil 4» im Handheld-Modus.

Performance

Die gute Nachricht zuerst: Alle drei Titel laufen mit bis zu 60 Frames pro Sekunde. Die schlechte Nachricht: Die Betonung liegt auf «bis zu».

Am besten schneiden «Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» ab. Nur selten bemerke ich grössere Framerate-Einbrüche, Unterschiede zwischen TV- und Handheld-Modus fallen mir nicht auf. Der Grossteil meines Abenteuers verläuft angenehm flüssig. Leider hat Capcom einen der auffälligsten Grafikmängel der Remakes für die Switch 2 nicht behoben. Gegner, die sich etwas weiter weg befinden, bewegen sich mit halber Framerate. Das sieht unschön aus und reisst mich immer wieder aus der sonst gelungenen Horror-Atmosphäre.

«Resident Evil 4» bringt die Switch 2 mit grösseren Spielarealen und mehr Gegnern auf dem Screen mehr ins Schwitzen. Während ich mit Leon durch das spanische Hinterland renne, stockt das Game regelmässig. 60 FPS erreiche ich nur in kleinen Räumen ohne NPCs. Die mit halber Framerate animierten Feinde fallen bei «Resident Evil 4» ebenfalls am meisten auf.

Kein guter Einstieg: Die legendäre Intro-Sequenz sieht auf der Switch 2 unschön aus und erinnert an die Limitationen der PS4-Version.
Kein guter Einstieg: Die legendäre Intro-Sequenz sieht auf der Switch 2 unschön aus und erinnert an die Limitationen der PS4-Version.

Diese Vorteile bietet die Switch-2-Version

Nintendo-Versionen von Multiplattformtiteln bringen nicht nur Nachteile mit sich. Viele Games nutzen spezielle Funktionen der Hardware oder bieten gar exklusive Inhalte. In diesem Abschnitt erfährst du, ob das auch bei den «Resident Evil»-Remakes der Fall ist.

Welche Inhalte sind (nicht) enthalten?

Bei der Switch-2-Version von «Resident Evil 2» handelt es sich um die «Deluxe Edition» mit zusätzlichen Kostümen für Leon und Claire, drei Bonuswaffen und Original-Soundtrack.

Für «Resident Evil 3» gibt es keine Deluxe-Variante – stattdessen spendiert Capcom der Switch-2-Version ein klassisches Kostüm für Jill sowie eine alternative Frisur für den zweiten spielbaren Charakter Carlos. Der Mehrspielermodus «Resident Evil Resistance» ist nicht enthalten. Kein grosser Verlust.

«Resident Evil 4» bietet mit der «Gold Version» am meisten Zusatzinhalte. Du bekommst die Zusatzkampagne «Separate Ways», den Zusatzmodus «The Mercenaries», Kostüme, Bonuswaffen, den Original-Soundtrack sowie praktische Items wie eine Schatzkarte.

Neue, Switch-2-exklusive Inhalte sind in keinem der Spiele enthalten.

«Separate Ways» ist sehr empfehlenswert.
«Separate Ways» ist sehr empfehlenswert.

Welche Switch-2-Funktionen nutzen die Spiele?

«Resident Evil 4» unterstützt die Bewegungssensoren der Switch-2-Controller beim Zielen. «Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» hingegen nicht. Wieso, Capcom?

Die Maussteuerung wird von keinem Titel unterstützt. Besonders enttäuschend: Das Potenzial der hervorragenden HD-Rumble-Funktion der Switch-2-Controller wird nicht annähernd ausgeschöpft. Die Vibrationen fühlen sich uninspiriert und flach an. Da rüttelt der PS5-Controller bedeutend besser – und bietet mit adaptiven Triggern noch mehr coole Funktionen beim Ballern.

Preisvergleich mit anderen Plattformen

(Stand: 15. Oktober – kurzfristige Deals/Sales ausgeschlossen)

«Resident Evil 2: Deluxe Edition»

  • Switch 2: rund 40 Franken oder Euro
  • Playstation: rund 50 Franken oder Euro
  • Xbox: rund 60 Franken oder Euro
  • PC (Steam): rund 50 Franken oder Euro

«Resident Evil 3»

  • Switch 2: rund 30 Franken oder Euro
  • Playstation: rund 40 Franken oder Euro
  • Xbox: rund 40 Franken oder Euro
  • PC (Steam): rund 40 Franken oder Euro

«Resident Evil 4: Gold Edition»

  • Switch 2: rund 50 Franken oder Euro
  • Playstation: rund 50 Franken oder Euro
  • Xbox: rund 50 Franken oder Euro
  • PC (Steam): rund 50 Franken oder Euro

Fazit: Gelungene Ports in unterschiedlicher Qualität

Wenn du bisher keinen der drei Horror-Klassiker gespielt hast, kannst du bei allen Remakes für die Switch 2 ruhig zugreifen. Besonders «Resident Evil 2» und «Resident Evil 3» sind gelungene und gut optimierte Ports, die sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus eine hervorragende Figur machen. Bei «Resident Evil 4» musst du mit deutlichen visuellen Abstrichen (Flimmern, geringe Auflösung, matschige Texturen) und Performance-Problemen rechnen – in beiden Modi. Der Port erinnert an die technisch limitierte PS4-Version des Spiels.

Falls du vorhast, die Games primär unterwegs zu spielen, wird dir die geringe Leuchtkraft des Switch-2-Displays womöglich einen Strich durch die Rechnung machen. In den dunklen Korridoren der Survival-Horror-Games erkennst du bei Tageslicht kaum etwas. Auch das Zielen mit dem viel zu kleinen Analogstick kann auf Dauer nerven.

Inhaltlich bekommst du bei allen drei Ports das Maximum zum niedrigsten Preis (verglichen mit anderen Plattformen). Schade bietet Capcom kein Multipack an, bei dem du alle drei Games auf einmal holst.

«Resident Evil 2: Deluxe Edition», «Resident Evil 3» und «Resident Evil 4: Gold Edition» sind ab dem 16. Oktober für die Switch 2 erhältlich. Capcom hat mir die Games zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Die Screenshots im Beitrag stammen aus dem TV-Modus, sofern nicht anders angegeben.

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Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.


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