

Redmi Note 15 Pro im Test: Xiaomi traut sich immer noch, 4G-Smartphones anzubieten
Die Redmi-Note-15-Serie von Xiaomi wurde jetzt ganz offiziell vorgestellt, ist aber insgesamt nicht mehr so verlockend wie in der Vergangenheit. Dem Note 15 Pro fehlt es nicht nur an 5G.
Die Zeiten, in denen ich Smartphones ohne 5G für akzeptabel halte, sind vorbei. Vor allem, wenn ich dann noch mit Werbung genervt werde und einen fast doppelt so hohen Preis wie bei besser ausgestatteten Smartphones zahlen soll. Da bleibt mir nur zu sagen: Finger weg vom Redmi Note 15 Pro.
Redmi-Note-15-Serie: Einsteiger- bis Mittelklasse-Smartphones
Xiaomi hat mit dem Redmi Note 15 Pro 5G und Note 15 Pro+ 5G zwar auch Modelle mit 5G-Chips im Angebot. Im Zweifel würde ich den Aufpreis für die besseren Chipsätze zahlen. Insgesamt fallen die Preise für die Smartphones der Serie nicht mehr so attraktiv aus wie in der Vergangenheit.
Die wichtigsten Eckdaten der fünf Redmi-Note-15-Smartphones im Überblick:
Nur 4G, Werbung und Android 15: Das stört mich beim Redmi Note 15 Pro
Der Helio G200-Ultra ist für mich der Hauptgrund, einen Bogen um das Redmi Note 15 zu machen. Er ist nicht besonders leistungsstark, sorgt aber immerhin dafür, dass das Smartphone flüssig läuft. Mein Hauptproblem mit dem Chip ist, dass er nur 4G bei Datenverbindungen unterstützt. Und ich lege mir kein Gerät mehr für die nächsten Jahre zu, das 5G nicht unterstützt.

In die gleiche Kerbe schlägt, dass der Chipsatz nur Wi-Fi 5 unterstützt. Geräte mit dem WLAN-Standard würde ich deswegen nicht aussortieren und ersetzen, aber eben auch nicht mehr neu anschaffen. Die Nachteile des Chipsatzes werden vor allem im Vergleich zu anderen Smartphones deutlich.
Zum Beispiel bieten das etwas günstigere Nothing Phone (3a) und das deutlich günstigere CMF Phone 2 Pro jeweils 5G, Wi-Fi 6E und mehr Leistung. Vor allem bei der Grafikberechnung bieten ihre Chipsätze eine Verdopplung und Verdreifachung.
Xiaomi versieht Android auch beim Redmi Note 15 Pro mit seiner eigenen Benutzeroberfläche HyperOS. Dazu gehören auch diverse eigene Apps. Öffne ich dann System-Apps wie den «Mi Browser», «Bereinigen» oder «Sicherheit», werde ich mit Werbeeinblendungen von Dritten genervt. Zwar bisher nur beim ersten Start, aber es stört mich bei System-Apps mehr als bei kostenlosen Spielen.

In die Kategorie «Das geht besser» gehört auch, dass Xiaomi das Redmi Note 15 Pro und die anderen Smartphones der Serie mit Android 15 ausliefert. Dabei ist die finale Version von Android 16 seit einem halben Jahr verfügbar. Zwar sei das Update auf Android 16 in Planung, aber da Xiaomi die Redmi-Note-Serie bisher nur mit drei großen Android-Updates versorgt, ist das keine verlockende Aussicht – auch wenn es Sicherheitsupdates länger gibt.

Display, Kamera und Akku sind beim Redmi Note 15 Pro in Ordnung
Das Redmi Note 15 Pro verfügt über ein 6,77 Zoll großes AMOLED-Display. Es überzeugt mit kräftiger Farbwiedergabe, einer hohen Auflösung von 2392 × 1080 Pixeln – das entspricht einer Pixeldichte von etwa 388 ppi – und einer Bildwiederholrate von 120 Hertz. Selbst in günstigen Smartphones verbauen die Hersteller inzwischen nur noch gute Displays.

Gorilla Glass Victus 2 schützt das Display vor Beschädigungen. Das ist zwar nicht mehr das neueste Schutzglas des Herstellers, aber immer noch sehr robust. Das gesamte Smartphone ist nach IP65 staubdicht und vor Strahlwasser geschützt. Es hält also mehr als Spritzwasser aus, ist aber nicht tauchfähig.
Das Redmi Note 15 Pro verfügt – wie seine 5G-Geschwistermodelle – nur über zwei Kameras auf der Rückseite. Die Hauptkamera bietet eine sehr hohe Auflösung von 200 Megapixeln, aber die Ultraweitwinkelkamera muss sich mit acht Megapixeln zufriedengeben. Eine Telekamera fehlt. Die Frontkamera liefert Selfies mit 32 Megapixeln Auflösung.

Die Hauptkamera rechnet ihre Aufnahmen für eine bessere Bildqualität auf zwölf Megapixel herunter. Das genügt für detailreiche Aufnahmen mit natürlicher Farbwiedergabe. Für die Betrachtung auf dem Smartphone reicht das völlig, bei Betrachtung in Originalgröße auf dem Computermonitor fallen Unschärfen auf.

Die Ultraweitwinkelkamera ist mit ihren acht Megapixeln nominell gar nicht weit von den zwölf Megapixeln entfernt, liefert aber eine bereits auf dem Smartphone erkennbare schlechtere Bildqualität. Die Unschärfe durch Pixeligkeit ist sofort zu erkennen.


Bei Dunkelheit lohnt sich der Nachtmodus. Bei der Hauptkamera beseitigt er vor allem Überbelichtungen im direkten Umfeld von Lichtquellen. Das macht er auch bei der Ultraweitwinkelkamera und sorgt bei dieser zusätzlich für mehr Detailgenauigkeit.
Den Nachtmodus brauche ich auch bei Selfies. Tagsüber sind sie gut, bei Dunkelheit nur mit dem Nachtmodus in Ordnung.

Der Akku des Redmi Note 15 Pro weist mit 6500 mAh eine große Kapazität auf. Das Ladetempo ist mit 45 Watt nicht superschnell, aber schnell genug. Mit dem Batterietest von PCMark Work 3.0 messe ich bei halber Displayhelligkeit eine Laufzeit von 15:36 Stunden. Das klingt im ersten Moment gut, ist im Vergleich aber gar nicht so stark: Das teurere Xiaomi 15T Pro kommt zum Beispiel mit seiner 1000 mAh kleineren Batterie und einem minimal größeren Display unter den gleichen Bedingungen auf 16:23 Stunden.
Fazit
Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht
Das Xiaomi Redmi Note 15 Pro macht vieles richtig, um ein gut nutzbares Smartphone zu sein. Sein Display ist gut, die Hauptkamera liefert gute Bilder und die Akkulaufzeit ist in Ordnung.
Es gibt mit dem 4G-Chipsatz allerdings ein Ausstattungsmerkmal, das inzwischen ein No-Go für mich ist. Und dann kommt noch hinzu, dass Xiaomi nicht mehr das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat und mich mit Werbung nervt. Die bereits erwähnten Nothing Phone (3a) und das CMF Phone 2 Pro bieten für teils deutlich weniger Geld eine bessere Ausstattung mit 5G, mehr Rechenkraft und sogar eine Telekamera.
Im Vergleich mit diesen beiden Smartphones stehen auch die teureren Redmi Note 15 Pro 5G und Pro+ 5G mit ihren höheren Preisen nicht gut da.
Pro
- gutes Display
- brauchbare Hauptkamera
- Akkulaufzeit in Ordnung
Contra
- nur 4G
- Android 15 bei Auslieferung
- Werbung in System-Apps

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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