Raytracing ohne RT-Kerne: Nvidia bringt, was nichts bringt
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Raytracing ohne RT-Kerne: Nvidia bringt, was nichts bringt

Martin Jud
Zürich, am 20.03.2019
Bisher war Raytracing den RTX-Karten von Nvidia vorbehalten. Dank Treiberupdates kommt das Feature nun auch auf Vorgenerationen-Karten mit Pascal-Architektur. Doch was nach einem Grund zum Jubeln klingt, wird in Realität wohl kaum jemanden vom Hocker hauen.

Raytracing ohne RT-Kerne ist möglich. Logisch, das erste auf dem Prinzip der Strahlenverfolgung basierende Bild wurde bereits 1963 an der Universität von Maryland berechnet. Danach kam die Technik immer wieder in Kinofilmen zum Einsatz. Doch Raytracing-Echtzeitberechnungen fürs Gaming gibt es erst und nur dank Nvidias neuen RTX-Karten.

Allerdings ist das nicht ganz korrekt, wie ein aktuelles Demovideo von Crytek zeigt. Die Entwickler der Cryengine 5 machen mit ihrer «Neon Noir Demo» klar, dass RT-Kerne nicht zwingend notwendig sind, um Echtzeit-Raytracing zu ermöglichen. Das Video zeigt Real Time Raytracing mit einer AMD RX Vega 56.

DirectX-Raytracing ab April auch mit Pascal-Architektur

Nun hat Nvidia angekündigt, im April neue Treiber zu veröffentlichen, welche Raytracing auch auf den Vorgenerationen mit Pascal-Architektur ermöglichen. Genauer sollen folgende Grafikkarten unterstützt werden: GeForce GTX 1060 6 GB, GeForce GTX 1660, Geforce GTX 1660 Ti, GeForce GTX 1070, GeForce GTX 1070 Ti, GeForce GTX 1080, GeForce GTX 1080 Ti, Titan X und Titan XP.

Die RT-Berechnungen werden auf diesen Karten mittels Shader-Rechenkerne erledigt, was allerdings einiges langsamer vonstattengehen wird, als mit den dedizierten RT-Cores. Komplexe RT-Berechnungen sollen daher weiterhin nur mit RTX-Karten möglich sein.

Betreibt Nvidia Augenwischerei?

Toll, wie sich Nvidia um uns Kunden kümmert. Doch in Anbetracht dessen, dass sich die Aktivierung von RTX auf die Leistung der GPU mit Rund 30 bis 40 Prozent auswirken dürfte, kann bei dieser News nur zurückhaltend gejubelt werden. Vermutlich bringt dieses Feature mehr Marketingaufmerksamkeit, als wirklich einen Nutzen für uns Gamer. Und nun habe ich auch noch dazu beigetragen – Mist.

Auch wenn Raytracing langsam an Boden gewinnt, dauert es noch zwei bis vier Jahre, ehe uns Game-Titel mit RT-Unterstützung in breiter Masse vorliegen. Bis dahin werden die jetzigen Vorgenerationen-Karten wohl ohnehin auch ohne aktiviertes Raytracing bereits am Anschlag laufen.

AMD hat übrigens bereits mehrfach bestätigt, auch an Raytracing zu arbeiten. Zuletzt durch CEO Lisa Su an der diesjährigen CES. Sie bekräftigte, dass dies sowohl Software-, wie auch Hardware-Projekte betrifft. Ob AMD sich nun wegen Nvidia dazu hinreissen lässt, auch Raytracing mittels Treiber nachzuliefern, bleibt vorerst offen.

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Martin Jud
Martin Jud
Editor, Zürich
Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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