Projekt beleuchtetes Star Wars Poster: Der gescheiterte erste Versuch
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Projekt beleuchtetes Star Wars Poster: Der gescheiterte erste Versuch

Dominik Bärlocher
Zürich, am 01.09.2017
Die Idee klingt gut: Star Wars Poster plus LED Strip gleich Lichtschwert-Atmosphäre. Praktischerweise geht das recht gut mit einem Yoda Print von Ixxi und LED Strips von Philips. Trotzdem: Am Ende scheitere ich. Hilfe.

May the Force be with you! Zum Force Friday habe ich mir natürlich auch etwas einfallen lassen und zwei meiner liebsten Dinge kombiniert: Wand-Dekorationen und Lichter. Und zwar habe ich Philips Hue Light LED Strips mit einem Yoda Art Print von Ixxi kombiniert. Da meine Bastelprojekte laut meinem Chef immer einen Smart-Aspekt haben müssen, habe ich mir doch gedacht, dass ich eine Art Smart Poster baue. Falls es sowas bisher noch nicht gegeben hat, gibt es das jetzt.

Die Grundidee ist simpel: Mein Yoda-Poster soll eine grüne Hintergrundbeleuchtung erhalten.

Bild
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Yoda (100 x 80 cm)
IXXI Yoda (100 x 80 cm)

Kunst für jedermann: Das Riesenmosaik besteht aus synthetischen, wasserabweisenden und UV-beständigen Karten, die per Klicksystem miteinander verbunden werden.

LED Streifen
Hue Lightstrips+ Erweiterung (100cm, RGBW)
24.–A+
Philips Hue Lightstrips+ Erweiterung (100cm, RGBW)

Die Vorbereitung

Dein Eigenheim braucht ein funktionierendes WLAN. Glücklicherweise ist das in den allermeisten Haushalten bereits Standard, also brauchst du nur eine freie RJ45-Buchse hinten am Router, der dein WLAN betreibt.

Eine RJ45-Buchse und das dazugehörige Kabel

Ich habe mir das ganze Poster im Büro zusammengesetzt, weshalb ich mir noch kurzerhand ein WLAN habe aufsetzen müssen. Also, Router, Netzwerkkabel und Steckerleisten aus der Rumpelkammer geholt und schnell ein Netzwerk aufgesetzt. Das war der mit Abstand längste Part der Geschichte, hat aber den Vorteil, dass ich dir das Setup aus allen Winkeln zeigen kann.

Die RJ45-Buchse brauchst du, weil die Philips Hue Bridge mit dem Netzwerk verbunden sein muss. Die Hue Bridge ist das Herz deines Smart Light Setups. Denn die LED-Strips selbst sind im Kontext von anderen Elementen des Internet of Things recht dumm. Sie reden genau mit einer Bridge, wo die ganze intelligente Steuerung verpackt ist. Du als User steuerst die Bridge entweder mit einer Philips-Fernbedienung oder – wesentlich praktischer – mit einer Smartphone App (Android und Apple iOS). Die Hue Lights sind aber auch mit dem Apple Home Kit kompatibel, aber mit dem habe ich nicht gearbeitet. Wenn du Erfahrungen damit gemacht hast, lass es mich in den Kommentaren wissen.

Kurz: Steck deine Hue Bridge in den Router ein.

Es werde Licht

Jetzt musst du nur noch dein Smartphone mit deinem WLAN verbinden, dann die Hue-App öffnen und die Anweisungen auf dem Bildschirm befolgen.

Wenn du bisher alles richtig gemacht hast, findet die App die LEDs selbst. Dann kannst du ihnen einen Namen geben, den Raum festlegen, in dem sie sind und nachher die Farben einstellen.

Kollegin Léonie de Montmollin testet die App für mich

Hier werden wir uns im Büro uneinig. Für mich ist klar: Das Yoda-Bild wird grün beleuchtet. Nicht damit einverstanden ist Kollegin Léonie de Montmollin überlegt aber laut: «Das Grün des Posters kriegst du nicht hin. Wir haben 16 Millionen Farben, aber weil das Bild recht düster ist, müssen wir uns überlegen, ob wir überhaupt einen Grünton wollen.»

Müssen wir das? Wirklich?

Sie führt weiter aus, dass es gut möglich ist, dass sich am Ende das Grün des Posters mit dem Grün der LED Strips beissen könnte. Daher schlägt sie vor, dass wir eine Komplementärfarbe probieren könnten. Im Falle vom grünen Yoda wäre das ein Rotton.

«Geht gar nicht. Weil das ist die Farbe der Sith», sage ich.

Léonie blickt mich etwas irritiert an. Ich gebe ihr eine Ultrakurzversion von wegen Kyber-Kristallen, Sith und Jedi, mit der Kernaussage, dass Yoda keinesfalls ein rotes Lichtschwert tragen würde. Yodas Lichtschwert ist grün. Yoda ist grün. Das passt doch perfekt.

Wir werden uns nicht einig, aber wir drücken noch etwas an der App rum. Am Ende leuchten die LEDs grün.

Die kleinen Kreuzchen, die das ganze Setup möglich machen

Die Idee mit dem Licht hinter dem Poster kam auf, weil wir vom Produktmanagement angehalten worden sind «irgendwas Kreatives» mit dem Ixxi-System zu machen. Kannten wir nicht. Stellt sich heraus, dass Ixxi eine Art Postersystem ist, das aus Kärtchen besteht, die mit Plastikteilchen zusammengehalten werden. Der Name schreibt sich eigentlich IXXI, aber wir übernehmen Eigenschreibweisen der Lesbarkeit halber im Text eigentlich nicht. Lustig bei Ixxi ist, dass das System aus zwei Aufhängungstypen besteht. Eines sieht aus wie ein I, das andere wie ein X. IXXI also.

Ixxi im Einsatz

Das ist auf den ersten Blick recht praktisch und sieht noch etwas fancy aus. Was aber den Ausschlag gegeben hat, dass wir Licht dahinter montieren war die Tatsache, dass die Kreuz-Stecker, die die Panels nicht direkt an die Wand pappen. Wir haben also etwas Platz zwischen Poster und Wand.

Noch besser ist die Tatsache, dass die Panel-Aufhängungen mit einer kleinen Plattform kommen, die mit Klebe-Pads versehen werden können, die das ganze Ixxi-Konstrukt dann an die Wand bringen. Mit ein bisschen strategisch platziertem Karton können wir den Abstand locker noch vergrössern, damit der LED-Strip dahinter Platz hat.

IMAGE PADS So kannst du einfach den Abstand zwischen Wand und Poster vergrössern

Achtung: Es ist möglich, dass die mit dem Ixxi mitgelieferten Klebe-Pads nicht stark genug sind, das LED-Ixxi-Konstrukt zu tragen. Ich habe das gar nicht ausprobiert, sondern gleich extrastarke Klebe-Pads verwendet.

Klebeband
Powerstrips (20mm, 0.05m)
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Tesa Powerstrips (20mm, 0.05m)

Starker Halt für Gegenstände bis 2 kg auf fast allen Untergründen

So. Fertig.

Und jetzt… Kunstkritik!

Das vollendete Werk

Was bleibt uns noch, als das fertige Werk anzusehen und zu kritisieren? Mich stört vor allem der Schriftzug «Yoda» unten in der Mitte. Hauptberuflich beschäftige ich mich ja mit Text und Inhalt. Das Problem hier ist, dass das Wort alleine niemandem etwas bringt.

  • Wenn du Yoda kennst, dann brauchst du seinen Namen nicht
  • Wenn du Yoda nicht kennst, dann hilft dir der Name auch nicht weiter

Genau das selbe kann auch über das Wort «bekannt» gesagt werden. «Der bekannte Sänger Justin Bieber» ist Unsinn. Wenn du Bieber kennst, dann brauchst du den Deskriptor nicht, wenn nicht, dann hilft er dir auch nicht weiter.

Das noch viel grössere Problem: Ich mag mein eigenes Werk nicht.

Die Idee hat doch so gut geklungen:

  • Ixxi: Cool
  • Philips Hue Light: Cool

Logischerweise sollte die Kombination der beiden Produkte etwas Supercooles ergeben. So wie Kaffee und Gipfeli oder Sommerabend und Bier.

«Das ist mehr so Pizza und Ananas», sagt Léonie, als sie das Ixxi-LED-Bild zum ersten Mal sieht. Denn hinter den Kartonpanels des Ixxi-Systems sehen wir den LED-Streifen durchscheinen. Ferner funktionieren die Ecken nicht so wie gewollt. Wenn die Hue Lights doch bloss eine Art Um-die-Ecke-Stecker hätten. Dann gäbe es keine Wulst an der Seite.

Der LED-Streifen scheint durch

Mist.

Kann es ja mal geben. Wir sind uns aber auch nach langem Herumgrummeln vor dem Bild einig, dass die Idee mit dem LED-Streifen hinter dem Bild Potenzial hat, wenn du auf sowas stehst. Aber du brauchst dickeres Material dafür. Dicker als die Ixxi-Panels, die aus etwas dickerem Papier bestehen. Dünner Karton muss es mindestens sein. Metallpanels oder Holz gehen bestimmt.

«Oder», schlägt Léonie vor, «ein Bild, an dessen Rahmen wir die LED-Strips befestigen.»

Hast du schon sowas gemacht? Schick mir doch ein paar Bilder zu. Und wenn du ebenfalls Mühe mit dem starken Lichtschein hattest und das gelöst hast, dann lass es uns wissen.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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