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SportVeloNews & Trends 010

Päddi vs Michi #Streitgespräch Leihvelo

Sag mal Michael, woher kommt eigentlich diese seltsame Zuneigung zum eigenen Velo? Ich verstehe es nicht. Ist ja nur ein Metallrahmen (ja ich weiss, Carbon ist kein Metall) mit zwei Rädern dran. Lass uns ein bisschen streiten.

Velofahren ist in den letzten Jahren zu einer regelrechten Religion geworden. Und wir alle wissen, dass man religiöse Gefühle auf gar keinen Fall verletzen darf. Also, auf geht’s.

Bei mir vor der Haustüre, ein paar Meter die Strasse runter, klebt auf einer Verkehrstafel ein Sticker. Darauf steht: «Autofahren macht blöd». Früher hätte ich da ohne zu zögern zugestimmt. Aber heute? Ich neige zur These: «Velofahren macht borniert». Die Velofahrer haben es tatsächlich fertig gebracht, dass mir Autofahrer unterdessen sympathisch sind. Dabei kann ich selbst gar nicht Auto fahren, habe nicht mal den Führerschein. Nie gemacht. Die konsequente Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln durch die meisten Velofahrer ist das eine. Solange ich ungeschoren davonkomme, soll es mir recht sein.

Bitte keine Missverständnisse

Damit wir uns richtig verstehen: Ich finde Velofahren ja eigentlich super. Die wahrscheinlich smarteste Art sich fortzubewegen, gerade im urbanen Gelände. Aber irgendwie ist mir die Lust daran vergangen. Nur weil ich auf zwei Rädern unterwegs bin, habe ich nicht automatisch immer recht und überall Vortritt. Und ich bin auch nicht automatisch ein Übermensch, der allen anderen Untermenschen moralisch überlegen ist. Diese Haltung nervt und macht ein ganz klein wenig unsympathisch. Wenn überhaupt, dann wäre der Fussgänger der moralisch überlegene Verkehrsteilnehmer und somit Sieger dieses Contests. So bewusst und nachhaltig umweltschonend sowie CO2-neutral ist sonst niemand unterwegs. Ausser ich habe Blähungen. Aber das ist eine Geschichte für sich.

Sag «hallo» zu Daisy

Und jetzt zum anderen: diese selbstverliebte Verehrung des eigenen Drahtesels. Kürzlich hat mir eine Bekannte doch tatsächlich ihr neues Velo mit folgenden Worten präsentiert: «Darf ich vorstellen – das ist Daisy aus der Familie Huber. Ursprünglich hiess sie Babette. Aber ich finde, sie ist mehr eine Daisy».

Sie? Daisy? Sag mal, hast du sie noch alle? «Wieso, es ist doch mein neues Velo», gab die unterdessen Ex-Bekannte beleidigt zur Antwort. Ja eben, ES ist dein neues Velo. ES! hat kein Geschlecht. Es ist nur ein Velo. Aber ich schweife ab, ich wollte doch etwas über Leihvelos schreiben. Ein Thema, das Gott sei Dank auch überhaupt nicht polarisiert.

Pendeln und ausleihen

Ich bin Pendler, benutze natürlich den Zug. Und jetzt trage ich mich mit dem Gedanken, in Zürich so ein Leihvelo-Abo zu lösen. Das ist doch super praktisch und funktioniert in vielen Schweizer Städten so oder ähnlich. Am Bahnhof schnapp ich mir eines, radel gemütlich die paar hundert Meter zur Arbeit und abends dasselbe retour. Für einige wenige Franken pro Monat. Wird das Ding gestohlen oder in seine Einzelteile zerlegt, Wurst. Das ist doch mal ein Deal. Anbieter hat's hier in Zürich auch genug:

smide
PubliBike
O-Bike
LimeBike

Ich halte mich auch garantiert an die meisten Verkehrsregeln, versprochen. Und ich mache dabei, im Gegensatz zu den anderen Velofahrern, ein freundliches Gesicht. Vielleicht sogar ab und zu garniert mit einem kleinen Lächeln. Leihvelofahrer-Herz was willst du mehr? Wer braucht schon seine eigene Daisy? Eben.

Habe fertig.

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Es kennt meinen Angstschweiss, ich seine Schweissnähte in- und auswendig. Mein Velo und ich sind eins, wenn wir uns dem Stadtverkehr entgegenstemmen – und das soll so bleiben!

Komm schon, Patrick. Da draussen herrscht Krieg und du setzt auf die Söldnertruppe? Im Ernst? Ich fürchte ja, lasse aber mildernde Umstände gelten. Als Zugvogel kannst du es nicht besser wissen. Ich dagegen kämpfe mich täglich auf meinem Velo quer durch die Stadt, wo die SUV-Armee rollt und Velowege direkt in Tramschienen münden. Wenn es Ellbogen gegen Aussenspiegel, Kotflügel gegen Lungenfügel geht, dann ist es nicht egal, welchem Sattel du dich anvertraust. Sonst sind verletzte Gefühle schnell dein kleinstes Problem.

Ein Bild von einem Bike: Mein Velo, mein Schatzzzzzz.

Die Verkehrsrowdys, das sind immer die anderen

Ich bestreite nicht, dass Velofahrer Verkehrsregeln gerne kreativ auslegen. Es gibt aber auch erstaunlich viele Autofahrer mit akuter Rot-Grün-Schwäche. Und – bitte keine Missverständnisse! – zu Fuss gehen ist eine verdammt smarte Art der Fortbewegung. Einfach ab und zu die Noise-Cancelling-Kopfhörer absetzen und den Blick vom Smartphone heben, bevor es auf die Strasse geht. Die 50 cm neben dem Randstein sind nämlich unser Revier. Dort, wo Gullideckel Pneu verschlucken und Schlaglöcher gross wie Badeseen die Strassen schmücken. Im Ausweichen haben wir Velofahrer, der lebende Schinken im Sandwich zwischen Strasse und Trottoir, reichlich Übung. Es muss sich etwas ändern, und eine Revolution startet man nicht mit dem Gesetzbuch unterm Arm. Verzeih also, wenn der eine oder andere Bogen ums Recht dabei ist.

Wo ein Velo ist, ist auch ein Weg: oft auch ganz legal.

Strassenstrich? Ohne mich!

Neuerdings kommt noch ein Hindernis dazu, denn sie stehen und liegen wirklich überall. Mir geht der ausser Kontrolle geratene Strassenstrich für E-Bikes gehörig auf die Nerven. Alle paar Meter bieten sie für ein paar Franken ihre Dienste an. Teils heruntergekommen, teils zu grell lackiert, in jedem Fall aber nicht zu beneiden. Kurz benutzt und achtlos abgestellt sind sie weder hygienisch noch moralisch ein Grund zum Jubeln. «Pick and ride me»? Ich könnte kotzen. Und den Zuhältern Anbietern schickst du nicht nur dein Geld, sondern deine Bewegungsdaten gleich mit.

Einen Namen hat mein Velo nicht – dafür ein Herz.

Ein Plädoyer für Vielfalt

Wenn du dich auf so einem geschundenen Gefährt in die graue Masse einreihen willst – bitteschön. Immerhin fährst du dann Velo, bravo. Aber wäre es nicht schöner, einem altgedienten Drahtesel sein Gnadenbrot als Bahnhofsvelo zu geben? Als Teil der Vielfalt neben der Blechlawine. Wenn du sie entdecken willst, such’ dir ein paar Schleichwege und du findest sie alle – oft auch mit einem Lächeln im Gesicht. Studentinnen auf Vintage-Velos. Bierbäuche über Rennlenkern. Hipster auf Fixies. Rasende Rentner mit 500 Watt im Rücken. Sicherheitsfanatiker mit Leuchtweste, Rückspiegel und Hosenklammern. Die Zukunft des Stadtverkehrs, alle zusammen. Alle individuell. Die Sache mit den Namen? Geschenkt. Das berühmte Pfeifen im Walde. Es schweisst halt zusammen, im ewigen Existenzkampf. Lieber ein leicht dämlicher Kosename fürs eigene Velo, anstatt auf einer seelenlosen rollenden Reklametafel durch die Gegend zu fahren.

Grüss mir Daisy!

Überzeugt? Dann folge mir! Zu meinem Autorenprofil geht's immer geradeaus, per Maus oder Smartphonefinger hier entlang.

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