Kunstwerke richtig inszenieren
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Kunstwerke richtig inszenieren

Pia Seidel
Zürich, am 26.06.2019
Dein Interieur wird erst mit Kunstwerken komplett. Damit sie ihre volle Wirkung entfalten, solltest du einige Dinge beim Platzieren beachten.

Kunst, die in Museen hängt, hat manchmal etwas Befremdliches. Zuhause wirkt sie hingegen menschlich, weil sie von deinen persönlichen Gegenständen und Möbeln umzingelt ist. Das macht es manchmal schwer, den richtigen Ort für ein Kunstwerk zu finden. Trotzdem gelingt dir die Inszenierung, wenn du einige Punkte beachtest.

Raum lassen

Bild: House Doctor
Bild: House Doctor

Zweidimensionale Kunstwerke wie Poster oder Gemälde benötigen Platz, um sich entfalten zu können. Plane darum lieber zehn Zentimeter Abstand mehr ein. Achte bei der Höhe darauf, dass die Mitte des Bildes ungefähr 50 cm über dem Boden hängt. Es sei denn, deine Bilderwand ist über einem Möbel. Dann rate ich dir dazu, statt vom Boden, mindestens 20 cm Abstand von der unteren Kante eines Werks zum Sofa oder Sessel zu messen. So vermeidest du, dass das Bild vom Möbelstück versteckt wird.
Wenn du in der Höhe und Breite deiner Wände eingeschränkt bist, greife zu kleinen Bildformaten, die den Raum nicht erdrücken.

Beleuchten

Kunstwerke sind dafür gemacht, im Rampenlicht zu stehen. Die meisten Acryl- und Ölbilder vertragen Sonnenlicht. Bei Fotos, Zeichnungen und Aquarellen hingegen gilt Vorsicht: Farben können verblassen und dein Kunstwerk über die Jahre verändern. Schütze es darum mit einem Platz fernab vom Fenster. Neben der Grundbeleuchtung kannst du die Wirkung deiner Bilder unterstützen, indem du sie mit Tisch- und Stehleuchten hervorhebst. Schöner Nebeneffekt: Du schaffst mit zusätzlichen Lampen atmosphärisches Licht. Richte alternativ einzelne Spots deiner Deckenbeleuchtung in die Richtung der Wände, wo du Bilder platziert hast.

Farben abstimmen

Bild: Ixxi
Bild: Ixxi

Weil jedes Kunstwerk anders ist, sollte auch die Wand farblich darauf abgestimmt sein. Wähle statt Weiss eine Farbe, die im Bild vorkommt als Hintergrund oder genau das Gegenteil: Ein Kontrast sorgt für Spannung und dunkle Farbtöne lassen Kunstwerke besonders herausstechen.
Eine Ton-in-Ton-Wandgestaltung einzelner Wände bringt hingegen Ruhe und hilft dabei, Bereiche in Grossräumen zu definieren.

Paare bilden

Bild: Chicura
Bild: Chicura

Manche Bilder wirken doppelt stark, wenn sie ein Gegenüber haben. Du kannst thematisch einen Bezug zwischen zwei Werken herstellen. Auch Bilderrahmen schaffen einen gemeinsamen Nenner. Setze auf Galeriewände, wenn du viele kleine Bilder hast. Durch die Kuration betonst du jedes einzelne Werk und sorgst für den Wow-Effekt, den du von Ausstellungen kennst.
Weil Gegensätze sich anziehen, sind Stilbrüche besonders bei Gruppen von Bildern erlaubt: Kombiniere zum Beispiel Metallrahmen mit natürlichen Varianten aus Holz.

Um die Ecke denken

Deine Kunstwerke müssen nicht immer in der Mitte einer Wand sein. Sie können auch in Nischen punkten. Bringe einige Bilder auf einer Wand mit einem Abstand von mindestens 20 cm zur Ecke an und spiegele denselben Abstand auf die angrenzende Wand, um dort weitere Werke zu platzieren.

Passend stylen

Bild: Ixxi
Bild: Ixxi

Motive in Bildern können mit Objekten im Raum weiterentwickelt werden. Stütze das Sujets einer Landschaft oder eines Urwalds beispielsweise mit Pflanzen drumherum. Spiele mit optischen Täuschungen. Das unterstützt ein harmonisches Gesamtbild.
Ausgefallen sind auch hängende Elemente wie ein Mobile vor einem Bild. Sie werfen je nach Lichteinfall einen Schatten darauf und bringen Bewegung ins Spiel.

Einrahmen

Bild: House Doctor
Bild: House Doctor

Bilderrahmen sind wie die Kirsche auf der Sahnetorte. Mit ihnen schaffst du einen Bezug zu deiner Einrichtung. Wenn du viele Holzmöbel besitzt, eignen sich Bilderrahmen aus Holz oder Metall. Auch hier bringen Kontraste Spannung. Greife zu randlosen Rahmen bei einem puristischen Wohnstil. Klassische Gemälde machen sich in goldenen und verschnörkelten Goldrahmen am besten.

Unabhängig von Wänden denken

Bild: Ixxi
Bild: Ixxi
Bild: Ferm Living
Bild: Ferm Living

Kunst muss nicht nur an Wänden hängen. Wähle abwechslungsreiche Präsentationsflächen vom Sideboard bis hin zum Regal. Sogar der Boden ist erlaubt, sofern das Werk eine gewisse Grösse mit sich bringt und nicht untergeht. Andernfalls läuft es Gefahr, dass ihm alles andere, was auf Augenhöhe hängt die Show stiehlt. Du kreierst auch Zonen, indem du oberhalb eines Möbels bewusst ein Kunstwerk setzt.

Bild: Ferm Living
Bild: Ferm Living

Wenn die Kunst noch fehlt

Hinterlasse mir einen Kommentar mit einem Foto, falls du noch Fragen zur richtigen Inszenierung hast und folge mir, damit du auf dem Laufenden bleibst. Im nächsten Beitrag gebe ich dir Tricks zur Motiv-Wahl mit auf den Weg, falls du noch keine Kunst zum Aufhängen besitzt.

In The Making (29.7 x 42 cm)
ChiCura In The Making (29.7 x 42 cm)
Cynara Scolymus
35.80
ChiCura Cynara Scolymus
Pen (21 x 29.5 cm)
house doctor Pen (21 x 29.5 cm)
Fleur de sel X (63 x 80 cm)
36.60
Bloomingville Fleur de sel X (63 x 80 cm)
Fleur de sel XXX (91 x 121 cm)
Bloomingville Fleur de sel XXX (91 x 121 cm)

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Pia Seidel
Pia Seidel
Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein


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