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Kubb: Bau dir dein eigenes Sommerspiel

Es wird Sommer, die Grillfeste und Ausflüge in die Badi oder an den See häufen sich. Dabei muss für Unterhaltung gesorgt sein, ein Spiel muss mit. Für Badminton hast du zu viele Freunde und deine Frisbeescheibe landet dauernd in den Bäumen? Ein bisschen trendiger könnte es auch sein? Dann versuch’s doch mit Kubb. Am besten machst du das Spiel gleich selbst.

Kubb ist ein schwedisches Geschicklichkeitsspiel für draussen, bei dem zwei Teams mit je bis zu sechs Spielern gegeneinander antreten. Es soll die Schlacht zweier verfeindeter Gruppen für ihren König darstellen. Ziel ist es, zuerst alle gegnerischen Kubbs (Holzklötze) und dann den König umzuwerfen. Dazu stehen dir sechs Wurfhölzer zur Verfügung. Das Konzept ist also denkbar einfach. Wer einen Stock werfen kann, kann auch Kubb spielen. Eine genaue Anleitung findest du weiter unten.

Bevor du aber ans Spielen denken kannst, muss gebastelt werden. Oder du kaufst das Spiel im Laden. Aber wo bliebe da die Herausforderung und die Förderung der eigenen Handwerkskunst? Zudem schindet Selbstgemachtes viel mehr Eindruck bei deinen Mitmenschen. Und dir selbst wird dein selbstgemachtes Kubb viel mehr bedeuten als ein x-beliebiges aus dem nächstbesten Laden. Und nein, du musst kein Halbgott in Flanell sein, um dich an dieses DIY-Projekt zu wagen. Da alle Spielteile aus Holz und ziemlich geometrisch geformt sind, bedarf es keiner grossen Fingerfertigkeit. Ein paar Werkzeuge solltest du aber besitzen, wenn du das Spiel noch diesen Sommer ausprobieren willst.

Überzeugt? Na dann, los geht's!

Ausflug in den Baumarkt

Ganz am Anfang muss eingekauft werden. Auf meiner Einkaufsliste stehen:

  • 10 Kubbs: Vierkantholz je 57 mm × 57 mm × 150 mm
  • 1 König: Vierkantholz je 80mm × 80 mm × 300 mm
  • 6 Wurfhölzer: Rundholz je 35 mm × 300 mm
  • 4 Feldbegrenzer: Rundholz je 25mm × 300 mm
  • Ein Pinsel
  • Farbloser Hartgrund

Die Masse sind nicht in Stein gemeisselt, deine Spielfiguren können auch etwas kleiner oder grösser sein. Für mich passen die oben genannten Masse, da sie gut in der Hand liegen. Beim Holz habe ich mich für Fichte entschieden. Es ist weich, wodurch es einfach zu bearbeiten ist. Ausserdem ist es das meistverwendete Bau- und Konstruktionsholz und daher einfach zu finden. Sobald alles im Einkaufswagen ist, geht’s ab an die Kasse und dann in die Werkstatt meines Vaters. Dort habe ich Platz und die Werkzeuge, die ich brauche.

An der Wahl des Einkaufswagens muss noch gefeilt werden.

Sägen nach Mass

Erst einmal müssen die gekauften Hölzer in die richtige Länge gebracht werden. Dafür brauch ich einen Zollstock und einen Bleistift, da mein Augenmass nicht ganz so präzise ist. Ich beginne mit den Kubbs und setze mir eine Markierung bei 15 cm. Dann geht’s ab unter die Tischkreissäge. Doch mein Kantholz wird nicht komplett durchgesägt, es ist zu breit. Zum Glück lässt sich die Kreissäge durch eine Drehung in eine Paneelsäge umwandeln. So funktioniert das Ganze eindeutig besser. Sobald das erste Stück zugeschnitten ist, kannst du dieses als Mass verwenden. Wichtig ist, immer dasselbe Stück zu verwenden, damit alle Kubbs möglichst gleich gross werden. Als nächstes ist der König dran. Ich verwende genau dieselbe Methode, denn auch dieses Stück ist zu breit für die Kreissäge. Bei den Rundhölzern wird’s einfacher. Dafür kann ich die Kreissäge verwenden. Einmal durch und schon habe ich ein Stück in der richtigen Grösse.

Zacken aus der Krone brechen

Bis jetzt sieht mein König nur wie ein grosser Kubb aus. Das soll sich ändern, deshalb bekommt er eine Krone aufgesetzt. Mir ist nicht gleich klar, wie ich das am besten anstelle, komme dann aber zum Schluss, dass die Stichsäge wohl am geeignetsten ist. Ich zeichne mir die Form vor. Hierfür verwende ich ein Winkelmass und zeichne einen Winkel von 45 Grad ein. So ergibt sich ein Dreieck, das herausgeschnitten werden muss. Natürlich ist mein Sägeblatt wieder zu kurz und ich muss von jeder Seite ran. Das ist definitiv der mühsamste Schritt, denn mit der Stichsäge muss frei Hand gesägt werden – nicht meine Stärke. Schon in der Schule gab’s für mich extra Origami- und Ausschneidkurse, damit ich meine Feinmotorik verbessern konnte. Viel geholfen hat’s nicht, lustig war’s trotzdem. Jedenfalls, die Krone hat etwas gedauert. Ich musste ein paar Mal nachsägen und dann vor allem beim Schleifen ausbessern.

Von Hand anspitzen

Damit du die Feldmarkierer auch gut in den Boden stecken kannst, müssen sie an einem Ende angespitzt werden. Ich habe mich für die manuelle Variante mit dem Beitel entschieden. Dadurch, dass das Holz ziemlich weich ist, ging das erstaunlich gut. Wichtig ist, dass das Rundholz eingespannt ist und du es ständig drehst, damit der Spitz gleichmässig wird. Alternativ zum Beiteln, kann der Spitz auch zugesägt und kräftig abgeschliffen werden. Oder du benutzt einen sogenannte Pfahlspitzer, der das Ganze maschinell erledigt. Die Anschaffung dieses Geräts lohnt sich aber nur, wenn du gleichzeitig noch einen eigenen Gartenzaun baust.

Die weiche Fichte lässt sich problemlos mit dem Beitel bearbeiten.

Weiche Kanten schaffen

Nun sind alle Teile in der richtigen Form, sind aber noch rau und splittrig an den Schnittstellen. Das Holz muss geschliffen werden. Ich erledige das mit der Powerfeile, es geht aber genauso gut mit einer normalen Schleifmaschine oder von Hand, wenn du genug Geduld hast. Mit der Powerfeile geht das ruckzuck, ich muss aber aufpassen, dass ich nicht zu viel wegschleife oder einen Hick ins Holz mache. Langsam macht mein eigenes Kubb echt was her. Trotzdem gehe ich für den Feinschliff noch einmal von Hand drüber. Jetzt ist alles spiegelglatt und bereit für den nächsten Schritt.

Für jedes Wetter gewappnet

Damit das Spiel auch mehr als einmal benutzt werden kann, muss es wetterfest gemacht werden. Ich benutze einen farblosen Hartgrund. Der versiegelt das Holz schnell und zuverlässig. Falls du dir beim Schleifen nicht die grösste Mühe gegeben hast, wirst du jetzt merken, wie sich die Poren des Holzes aufstellen. Wenn das passiert, einfach mit sehr feiner Stahlwolle über das schon trockene Holz drüberreiben. Nach etwa einer Stunde ist dies der Fall.

Einzige Schwierigkeit beim Hartgrund auftragen? Nicht dauernd reinfassen.

Das war schon der letzte Schritt, du hältst nun dein fertiges Kubb in den Händen. Fast zu schade, um es auszuprobieren, fast. Denn als Staubfänger in deiner Wohnung macht sich das Spiel nicht besonders gut. Und zumindest bei mir meldet sich der Spieldrang lautstark. Also, Probe aufs Exempel und raus auf die Wiese!

Du weisst nicht mehr genau, wie die Regeln lauten oder hast es nie gewusst? Dann pass jetzt gut auf.

So wird gespielt

Kubb ist ein Spiel für draussen für 2 bis 12 Spieler. Das Spielfeld misst etwa 8m × 5m und wird mit den Feldbegrenzern abgesteckt. Je fünf Kubbs werden am Spielfeldrand aufgestellt, der König kommt in die Mitte. Jetzt werden zwei Teams gebildet, wenn möglich mit der gleichen Anzahl Spieler. Alle Vorbereitungen sind getroffen, die Schlacht kann beginnen.

Team A beginnt und versucht, mit seinen sechs Wurfstöcken die gegnerischen Basiskubbs umzuwerfen. Alle gefallenen Holzklötze werden dann von Team B eingesammelt und in die gegnerische Hälfte geworfen. Versuche dabei, die Kubbs so knapp wie möglich hinter die Mittellinie zu werfen. Du siehst gleich, weshalb. Team A stellt die Feldkubbs, wie die Holzklötze im Feld nun heissen, auf.

Team B ist nun mit Werfen an der Reihe. Erst müssen die Feldkubbs getroffen werden, danach erst sind die Basiskubbs an der Reihe. Du siehst nun, warum die Feldkubbs am besten gleich hinter der Mittellinie landen sollten. Sie sind jetzt nämlich um einiges näher an dir dran.

Wieder werden alle gefallenen Kubbs aufgesammelt und in die gegnerische Hälfte geworfen, dieses Mal aber von Team A. Sollte Team B nicht alle Feldkubbs getroffen haben, ergibt sich daraus ein Vorteil für Team A. Denn dieses kann nun zum vordersten Feldkubb vorgehen und von dort aus werfen.

So geht das Spiel nun hin und her, bis ein Team alle gegnerischen Kubbs umgeworfen hat. Jetzt geht es dem König an den Kragen. Sobald dieser fällt, ist das Spiel gewonnen. Aber Achtung, wird der König von einem Team getroffen, bevor alle gegnerischen Kubbs gefallen sind, hat dieses Team automatisch verloren. Also in etwa so, wie wenn du beim Billard die schwarze Kugel zu früh versenkst.

Der König darf erst ganz am Ende fallen.

Übrigens gibt es im Kubb ein sogenanntes «Perfect Game». Dabei beendest du das Spiel schon in der ersten Runde. Das ist mir bis jetzt aber noch nie passiert und wird es wahrscheinlich auch nie. Aber ich werde weiter fleissig üben. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – wie der Königs-Kubb.

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Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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