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Krise bei Epic Games: Über 1000 Jobs weg, «Fortnite» schwächelt

Bei Epic Games kommt es zu Massenentlassungen. Schuld daran ist unter anderem ein schwächelndes «Fortnite».

In einer internen Memo kündigt Tim Sweeney, CEO von Epic Games, massive Sparmassnahmen für sein Unternehmen an. Er schreibt: «Heute entlassen wir über 1000 Mitarbeitende bei Epic Games. Es tut mir leid, dass wir wieder an diesem Punkt angekommen sind.»

Die Entlassungen entsprechen etwa 20 Prozent der Gesamtbelegschaft von Epic Games. Als Grund für die extremen Massnahmen nennt Sweeney ein schwächelndes «Fortnite»: «Der Rückgang der Spieleraktivität [...] führt dazu, dass wir derzeit deutlich mehr Geld ausgeben, als wir einnehmen. Deshalb müssen wir einschneidende Massnahmen ergreifen, um die Finanzierung des Unternehmens langfristig zu sichern.»

«Fortnite» ist mittlerweile mehr als ein Game – es ist ein Metaverse mit unzähligen ikonischen Franchises.
«Fortnite» ist mittlerweile mehr als ein Game – es ist ein Metaverse mit unzähligen ikonischen Franchises.
Quelle: Epic Games

Mat Piscatella vom US-Marktforschungsinstitut Circana bestätigt Sweeneys Einschätzung mit Zahlen zur Konsolenversion von «Fortnite». Im Februar war das Spiel zwar das meistgespielte Game auf Playstation (35 Prozent der User) und Xbox (31 Prozent). Gleichzeitig sank die Spielzeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich – auf Playstation um fast 24 Prozent, auf Xbox um rund 21 Prozent.

Konsequenzen für «Fortnite»

Dass «Fortnite» in einer Krise steckt, haben Fans erstmals Anfang März am eigenen Leib – oder Portemonnaie – gespürt. Epic verkündete in einem Blogpost eine saftige Preiserhöhung für die In-Game-Währung V-Bucks, mit folgender Begründung: «Die Betriebskosten von Fortnite sind stark gestiegen, weshalb wir die Preise erhöhen müssen, um die steigenden Kosten zu decken.»

Die neue Preisstruktur in «Fortnite».
Die neue Preisstruktur in «Fortnite».
Quelle: fortnite.com

Nach den Entlassungen kommt es für Spielerinnen und Spieler jetzt noch dicker: Epic entfernt insgesamt drei Spielmodi aus dem Game. Betroffen sind «Rocket Racing», «Ballistic» und «Festival Battle Stage».

In einem Post auf X begründet das Unternehmen diesen Schritt wie folgt: «Wir haben viele verschiedene Modi für ‹Fortnite› entwickelt. In einigen Fällen ist es uns jedoch nicht gelungen, etwas zu schaffen, das genug Spieler anzieht und langfristig bindet. Deshalb werden wir die folgenden Modi zu den unten genannten Terminen einstellen – und wir sind allen dankbar, die sie gespielt haben.»

«Rocket Racing», das Rennspiel-im-Spiel von «Rocket League»-Studio Psyonix wird im Oktober eingestellt. Die «Counter-Strike»-Kopie «Ballistic» lebt nur noch bis zum 16. April, ebenso wie das kompetitive Musikspiel «Festival Battle Stage». «Festival Main Stage» und «Festival Jam Stage» bleiben (vorerst) im Spiel.

Epic Games als tragische Helden

Sweeney nutzt die Memo auch, um Epic Games in ein positives Licht zu rücken. Der CEO betont, dass der Kampf gegen Google und Apple das Unternehmen viel gekostet habe. Zur Erinnerung: Epic Games befand sich in einem jahrelangen Rechtsstreit mit Google und Apple um die 30-Prozent-Kommission für Transaktionen in ihren Stores.

Inzwischen haben sich Epic und Google im Rahmen eines gerichtlichen Prozesses gefunden – und «Fortnite» ist auf Android zurückgekehrt: «Wir stehen erst am Anfang unserer Rückkehr auf mobile Plattformen [...]. Und als Vorreiter der Branche haben wir in diesem Kampf viel einstecken müssen – ein Kampf, der sich erst langsam für uns und für Entwickler insgesamt auszuzahlen beginnt.»

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Weiter argumentiert Sweeney, dass sich die Spieleindustrie als Ganzes in einer misslichen Lage befinde. Ein langsameres Wachstum, die schwierige Wirtschaftslage, herausfordernde Kostenstrukturen in der Game-Entwicklung und schwächere Konsolenverkäufe bereiten der Branche Probleme. Sweeney betont, dass der Einsatz von KI im Kontext der Spieleentwicklung keinen Zusammenhang mit den angekündigten Sparmassnahmen habe.

Sweeney bleibt trotz Krise optimistisch und begründet seine Haltung mit einem Blick in die Vergangenheit: «Das ist nicht das erste Mal, dass wir in einer solchen Situation sind. Epic Games hat bereits mehrere Umbrüche überstanden: in den 1990er-Jahren beim Wechsel von 2D zu 3D mit Unreal; in den 2000ern beim Aufbau von Konsolenspielen mit ‹Gears of War›; und 2012 beim Schritt hin zu Online-Games mit ‹Paragon› und ‹Fortnite›. Jedes Mal haben wir unsere Grundlagen neu aufgebaut und uns eine erneute Führungsrolle in der Branche erarbeitet.»

Zum Schluss blickt der CEO in die Zukunft: «Was wir jetzt tun müssen, ist klar: Grossartige Erlebnisse in ‹Fortnite› schaffen – mit frischen saisonalen Inhalten, Gameplay, Story und Live-Events. Gleichzeitig wollen wir unsere Entwickler-Tools schneller voranbringen, mit mehr Stabilität und neuen Möglichkeiten, während wir uns von Unreal Engine 5 und ‹Unreal Editor for Fortnite› in Richtung Unreal Engine 6 weiterentwickeln.»

Die «nächste Generation von Epic» solle bereits Ende Jahr vorgestellt werden.

Titelbild: Epic Games

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Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.


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