Natalie Hemengül
Produkttest

Klein, aber oho? Der Facial Massager von Kica im Test

Ein wenig Entspannung, Pflege und Lifting. In der Theorie klingen alle Gesichtspflege-Gadgets toll. Ob Kicas Facial Massager auch in der Praxis überzeugt?

Beauty Gadgets fürs Gesicht sind nicht gerade meine Leidenschaft. Sie kosten extra Geld, extra Platz, extra Zeit. In Betrieb nehmen, anwenden, reinigen, aufladen etc. Bis heute ist mir noch kein Gerät untergekommen, von dem ich sagen würde: Yep, das ist es auf lange Dauer wert! Trotzdem (oder gerade deswegen?) wage ich mich immer wieder an solche Hautpflege Devices wie das von Kica.

Dieses Gerät heisst laut Verpackung übrigens einfach «Skincare Device». Etwas sehr vage, nicht? Auf der offiziellen Webseite von Kica kommen wir seinem wahren Zweck etwas näher: «4-in-1 Smart Facial Massager». Massagen mag ich.

Ausgepackt und ausgelegt.
Ausgepackt und ausgelegt.

Lieferumfang:

  • Gerät
  • magnetischer Ring-Aufsatz
  • Ladestation
  • USB-C-Kabel
  • Handbuch

Das soll der Facial Massager können

Es kostet mich erstaunlich viel Zeit, mir einen Überblick zu verschaffen: viele Features, Modi, Abläufe, Kombinationen. Mir raucht der Kopf. Ich fasse mal zusammen.

Der Facial Massager arbeitet grundsätzlich mit:

  • Wärme: Die Wärmetherapie bei 43 °C soll die Poren weiten und die Blutzirkulation anregen.
  • Pulsierende Bewegungen: Sie sollen die Klopfbewegungen (Tiefe von 2,5 mm) deiner Finger imitieren und so dafür sorgen, dass die Wirkstoffe aus der Hautpflege tiefer in die Haut gelangen.
  • Mikrostrom: Er soll auf Zell-Ebene die Regenerierung sowie die Collagen- und Elastinbildung anregen.
  • EMS: Die elektrische Muskelstimulation ist ein bisschen wie Fitness für die Gesichtsmuskulatur und soll für definiertere Gesichtskonturen sorgen. Wählen kann ich zwischen den folgenden Frequenzen: 8Hz, 16Hz, 20Hz, oder 40Hz

Diese vier Arbeitsweisen fliessen in vier verschiedenen Modi zusammen. In jedem Modus werden also wieder andere Funktionen miteinander kombiniert. Diese sind im User Manual gelistet. Ausserdem kann ich in allen Modi auch zwischen vier Intensitätsstufen wählen. Jeder Modus läuft drei Minuten lang, danach stellt das Gerät in den Standby-Modus.

Erst mal Hausaufgaben ...
Erst mal Hausaufgaben ...

Bist du noch bei mir? Den trockenen Theorieteil haben wir bald durchgestanden, versprochen.

Hier eine Übersicht zu den Modi:

Repair dient der Entspannung des Gesichts.

Ion Export soll Unreinheiten und Make-up entfernen. Dazu ein mit Abschminkmittel getränktes Baumwoll- oder Abschminktuch (nicht im Lieferumfang enthalten) mithilfe des magnetischen Ring-Aufsatzes am Gerät befestigen.

Ion Import soll die Wirkstoffe tief in die Haut einarbeiten.

Lift-up soll die Haut straffen.

Mit einem magnetischen Metallring liesse sich theoretisch ...
Mit einem magnetischen Metallring liesse sich theoretisch ...
... ein Abschminktuch über die runde Auflagefläche spannen.
... ein Abschminktuch über die runde Auflagefläche spannen.

Bewegungsanleitungen zu den einzelnen Schritten finde ich im Büchlein. Kica empfiehlt eine Drei-Schritt-Abfolge aus Repair, Import und Lift-up und einen täglichen Gebrauch von etwa drei bis fünf Minuten. Du kannst aber auch auf andere Kombinationen setzen.

Zum Gerät selbst

Das Skincare Device liegt mit 127 Gramm nicht leicht, aber angenehm gewichtet in der Hand. Von der Grösse her erinnert es an eine zu klein geratene Computer-Maus und ist daher perfekt für meine winzigen Hände. Auch im Bad braucht das Massagegerät nur wenig Platz. Alles in allem wirkt es hochwertig.

Mich überrascht, wie viel Power in dem kleinen Teil steckt: Es klopft, vibriert, wärmt und stimuliert, als möchte es auf einer Baustelle mitmischen. Immer mit der Möglichkeit, per Plus- und Minustaste meine Einstellungen über vier Stufen hinweg anzupassen. Eine LED-Anzeige auf der Rückseite und der Lichtring auf der Kontaktfläche geben Auskunft über die aktuellen Einstellungen. Praktisch. Die Knöpfe jedoch lassen sich etwas schwer drücken.

Das Gerät kommt mit einer kompakten Ladestation.
Das Gerät kommt mit einer kompakten Ladestation.

Hier drückt der Schuh

Ursprünglich hatte ich diesen Beitrag als umfängliche Review geplant. Ein Langzeittest, der auch Veränderungen meiner Haut berücksichtigt. Nun muss ich etwas zurückrudern. Denn: Der Facial Massager sass zwei Monate lang in meinem Spiegelschrank. Trotzdem habe ich ihn, wenn es hoch kommt, nur etwa 15-mal verwendet. Weshalb? Dafür gibt es mehrere Gründe ...

Zu viele Infos
Ich weiss, das klingt etwas doof. Aber ich finde, ein Gerät muss eine gesunde Balance halten zwischen der Anzahl Funktionen, die es bietet und dem eigentlichen Zweck: hier Entspannung und Pflege. Die Theorie (Handbuch und Webseite) kam geradezu einem Selbststudium gleich und das Handbuch wurde als Nachschlagewerk zu meinem ständigen Begleiter. Ich hatte immer wieder das Gefühl, etwas zu vergessen oder etwas falsch zu machen. Nun kann man die Komplexität von zwei Seiten betrachten: Cool, dass ein so winziges Gerät so viele Einstellungsoptionen bietet oder: Horror, wo ist mein Spa-Feeling hin? Ich tendiere zu Letzterem.

Hautpflege-Verschleiss
Laut Kica soll ich nach der Gesichtsreinigung und vor der Anwendung ein Gel, eine Essenz, Lotion oder ein Serum auftragen, damit das Gerät über das Gesicht gleiten kann. Die aufgetragene Menge ist bereits nach einer Minute absorbiert. Ich müsste mein Serum also erneut auftragen. Das sind Mengen, die ich ohne Gerät gar nicht benötigt hätte. Zwischenzeitlich habe ich deshalb nur den Lift-up-Modus gewählt und dabei einfach auf Mandelöl gewechselt, da das meine Haut lange gleitfähig hielt. Nur die Reinigung des Geräts wurde dadurch wiederum erschwert.

Viele Einstellungen, doch nur eine hat mir Freude bereitet
Als wohltuend empfand ich praktisch nur den Lift-up Modus, da er über alle Level hinweg eine angenehme Vibration (anstelle des Klopfens) beibehielt. Nur hätte ich da auch gerne etwas Wärme gespürt. Mit dem Klopfen in den anderen Modi wurde ich trotz der 43 °C nicht so wirklich warm.

Form
Eigentlich hat die runde Kontaktfläche die perfekte Grösse und Form – für die untere Wangenpartie. Was die Gesichtskonturen anbelangt – Wangenknochen, Kieferkante und rund ums Näschen – empfand ich das Design als unbefriedigend.

Reinigung
Gut, kompliziert ist sie nicht (sofern kein Öl im Spiel ist). Aber sie hängt nochmal ein bis zwei Minuten an meine Abendroutine. Watterondelle anfeuchten und dann schön den Rillen entlangfahren. Präzisionsarbeit!

Und Action!
Und Action!

Fazit

Kann viel – nur nicht das, was ich gerne hätte

Ich bin gespaltener Meinung. Einerseits finde ich, dass das Gerät sehr viel kann und für seine kompakte Grösse äusserst leistungsstark ist. Deshalb auch die vier Sterne. Aber: Es ist nicht MEIN perfekter Match. So ziehe ich eine Vibration einem Klopfen vor. Leider ist diese nicht in allen Modi über alle Stufen hinweg verfügbar. Und im von mir meist verwendeten Lift-up-Modus fehlt mir wiederum die Wärmefunktion. Die Form der runden, flachen Kontaktfläche schmiegt sich nicht so mühelos an Gesichtskonturen, wie ich es bereits bei anderen Geräten gesehen und erfahren habe.

Kurzfristig kann ich bestätigen, dass sich mein Gesicht direkt nach der Anwendung prall und durchblutet anfühlt. Langfristig bin ich aber aus dem Spiel. Nicht, weil das Gerät schlecht ist, sondern weil es mich und meine Faulheit nicht abholen konnte.

Pro

  • klein und kompakt samt Ladestation
  • 4 Leistungsstufen über 4 Modi hinweg
  • Magnetring-Aufsatz, um ein Abschminktuch anzubringen
  • hochwertig verarbeitet und leistungsstark

Contra

  • es dauert, sich einen Überblick über die Funktionen zu verschaffen
  • mühsame Reinigung, da gerillte Kontaktfläche
  • hoher Serumverschleiss
  • Knöpfe etwas harzig zu bedienen
Titelbild: Natalie Hemengül

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Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich. 


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