Kennst du Job-Crafting? Nein? Dann wird’s jetzt höchste Zeit.
Hinter den Kulissen

Kennst du Job-Crafting? Nein? Dann wird’s jetzt höchste Zeit.

Fabienne Gsponer
Zürich, am 24.01.2020
Bilder: Thomas Kunz
Aktiv die eigene Rolle und Aufgabenbereiche zu gestalten, gehört zum Grundverständnis von persönlicher Entwicklung bei Digitec Galaxus. Die Kompetenzen, die wir uns dadurch aneignen, helfen uns dabei, unsere Funktionen neu zu formen und zu wachsen. Am Beispiel von Mahela Haab und ihrem zweiwöchigen Austausch ins Business Intelligence Team zeigt sich, wie gelebtes Job-Crafting aussieht.

Unter Job-Crafting versteht man, seine Rolle selber aktiv mitzugestalten und sich Aufgaben nach Stärken und Interessen auszusuchen. Ein Entwicklungsansatz, der Schule macht und dem Frust, der durch Monotonie entstehen kann, den Kampf ansagt.

Komplett neue Welt oder einfach nur eine neue Perspektive?
Komplett neue Welt oder einfach nur eine neue Perspektive?

Wer kennt das nicht? Man tritt eine neue Stelle an und fühlt sich top motiviert, mit jeder Menge Energie loszulegen. Die ganzen Kräfte werden mobilisiert. Mit der Zeit flaut die Begeisterung ab und das tägliche Absolvieren der Aufgaben wirkt plötzlich weniger erfüllend. Was kann man da machen? Raus aus der Komfortzone und selber handeln! Zwar wünschen sich viele mal einen Tapetenwechsel – oder damit der Vergleich zum Bild oben passt: einen Flug zum Mond – doch in der Realität ist die Komfortzone (die Erde) dann eben doch zu bequem. Nicht so für Supplier Management Spezialistin Mahela Haab. Sie wollte vertiefte Einblicke in die Arbeit des Teams Business Intelligence gewinnen und hat einen zweiwöchigen Austausch in dieser Abteilung gewagt. Mutig wie sie ist, stieg sie in die Apollo 11 und ist auf dem Mond gelandet. Zurück auf der Erde erzählt sie von ihrem Abenteuer.

Zu Mahelas Aufgaben im Supplier Management gehören unter anderem die Kontrolle der Verträge mit Lieferanten, Pflege von Lieferantendaten und das Erstellen von diversen Auswertungen für die einzelnen Warenkategorien. Das Team Business Intelligence (kurz BI) ist da schon komplett anders aufgestellt. Die Datenspezialist*innen vom BI erstellen Reports, zum Beispiel, um herauszufinden mit welchen Geräten die Nutzer unsere Startseite ansteuern und wie lange sie auf welcher Unterseite bleiben. Für Mahela fühlte sich die Landung bei BI an, als ob sie auf einem ganz anderen Planeten angekommen wäre. Oder als hätte sie ein vollständig neues Universum in Form von Datenbanken und Tabellen für sich entdeckt. 

Der Kamillentee-Deal

Die Idee temporär ins Business Intelligence Team zu wechseln, hatte Mahela schon lange. Eigenverantwortlich wie sie ist, hat sie sich selber die Programmiersprache SQL beigebracht. Für alle Datenbank-Unwissenden: Die Abkürzung SQL steht für den Begriff «Structured Query Language» und bezeichnet eine Sprache für die Kommunikation mit Datenbanken. Zudem hat sie sich ambitioniert Wissen rund um Datenbanken mittels Online-Kursen angeeignet. Mit diesem neuen Know-How begann Mahelas Reise zum Planeten BI. Dort lernte Mahela mehr über die Struktur von Datenbanken und, dass es viel mehr Möglichkeiten zur Visualisierung von Daten gibt, als sie gedacht hat. Ausserdem hat der Austausch zu mehr Verständnis auf beiden Seiten geführt. Mahela weiss jetzt, worauf es bei Aufträgen ans BI ankommt und umgekehrt verstehen die Datenspezialist*innen besser, was Mahela von ihnen verlangt. Sie spricht jetzt die Sprache der BI-Planetarier und kennt ihre Vorlieben. Beispielsweise Danny Hollandmoritz, dem die Apotheke wegen Suchtpotenzial keinen Kamillentee mehr verkaufen möchte. Gut, solche Dinge zu wissen, denn für die nächste Anfrage zur Erstellung eines Reports hat Mahela schon das richtige Päckchen parat. 

Mahelas Team freut sich über ihr Datenbank-Know-How
Mahelas Team freut sich über ihr Datenbank-Know-How

Mahela hat kurzum ihre Funktion redesigned und konnte neue Verantwortlichkeiten übernehmen. Den Zweiflern zum Trotz hat Mahela bewiesen, dass sich jede Form von Mut lohnt und man sich jederzeit piratisch in neue Gewässer vorwagen sollte. Nebst der Kompetenzerweiterung ist ein Wechsel auch immer die perfekte Gelegenheit, um sein Netzwerk zu erweitern. Der grösste Benefit für Mahela ist, dass dieser Austausch ihr ermöglicht hat, ihre eigene Funktion weiterzuentwickeln. Sie sieht enorm viel Zukunftspotential in ihrer Rolle und hat einen riesen Motivationsschub erhalten. Was Personal- und Organisationsentwickler*innen empfehlen, hat Mahela einfach so mal angewendet.

Job-Crafting 

Bei Digitec Galaxus verstehen wir Entwicklung nicht als elitäre Sache, die nur einer Auswahl von Talenten zur Verfügung steht, sondern möchten jeden dazu ermutigen, Neues zu wagen. Mit unserem agilen Ansatz verfolgen wir eine Mitarbeiterentwicklung von allen zu jederzeit. Bei uns steht das Individuum im Zentrum. Master, Doktor, Bachelor-Titel sind zwar nett, aber nicht ausschlaggebend fürs persönliche Vorankommen. Entwicklung ist für uns kein langweiliges Pflichtgespräch einmal im Jahr mit der Chefin, sondern geschieht täglich bei der Arbeit und besteht aus den regelmässigen Challenges, die man anpackt und meistert. So wie bei Mahela und ihrem Austausch. Was bleibt da noch zu sagen, ausser: We love Austausch to the Moon and back. Das einzige was es dazu braucht sind Mut und Eigenverantwortung – wie in unseren Werten verankert.

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Fabienne Gsponer
Fabienne Gsponer
People & Organizational Developer, Zürich
Pulverschnee und Baileys Kaffee machen mich glücklich. Als kleiner Business Punk kümmere ich mich darum, dass Arbeit auch Spass macht und Mitarbeitende sich entwickeln können. Zu meiner Arbeit gehören dabei piratische Manöver in Richtung mehr Eigenverantwortung und kreativen neuen Denkweisen. Fit und munter halten mich dabei unsere prall gefüllte Teamsnacks-Schublade, riskante Nerf-Gun Schlachten mit Teammitgliedern und zur Erholung diverse Shoppingabenteuer auf Galaxus nach der Arbeit.

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