Ratgeber

Kabel oder Akku: Welcher Matratzenreiniger putzt besser?

Lorenz Keller
26.10.2026

Milbensauger holen erstaunlich viel Dreck aus der Matratze. Doch welches Modell überzeugt mich mehr – jenes mit Akku oder jenes mit Kabel?

Brauche ich als Nicht-Allergiker unbedingt einen Matratzensauger? Nein. Bin ich trotzdem erschrocken, wie viel Staub und Partikel sich in der Matratze sammeln? Ja – und das nicht zum ersten Mal. Ich habe schon mehrmals solche Geräte getestet und bin immer wieder erstaunt, wie viel sie auch nach einem halben Jahr bereits wieder aus den Matratzen saugen.

Für diesen Vergleich ist nicht nur die Reinigungsleistung wichtig, sondern auch ein zweiter Aspekt. Ich habe mir von den Herstellern zwei aktuelle Modelle für den Test zuschicken lassen. Ein Sauger ist kabelgebunden, der andere läuft mit Akku. Welches Modell eignet sich besser?

Preis und Ausstattung: Vorteile für das Kabelmodell

Es gibt zwar auch günstigere Modelle bei uns im Sortiment, aber der Hoover bewegt sich im breiten Mittelfeld der Angebote.

Hoover HMC5: Dieses Modell kommt mit einem fünf Meter langen Kabel und kostet zum Testzeitpunkt 86 Franken.

Haier i-Pro Clean V3: Der Konkurrent mit integriertem Akku ist etwas teurer. Zum Testzeitpunkt sind es 102 Franken.

Wer also sparen will, besorgt sich ein Modell mit Kabel. Bei der Ausstattung gibt es praktisch keine Unterschiede. Beide Modelle lockern mit einer Rundbürste den Schmutz und saugen ihn auf. Zudem gehen sie mit UV-Licht gegen Mikroorganismen vor. Das günstigere Modell mit direktem Stromanschluss trocknet mit 50 Grad warmer Luft die Matratze, was Schimmelsporen verhindern soll. Beim Akkugerät ist die Luft 40 Grad warm. Dafür hat dieses einen kleinen Vorteil bei der Bürstenbreite. Die misst 19 Zentimeter, beim Hoover mit Kabel sind es 17 Zentimeter.

Mit den Bürsten klopfen die Geräte den Staub aus der Matratze.
Mit den Bürsten klopfen die Geräte den Staub aus der Matratze.

Saugstärke: beide gut

Auf dem Papier ist die Sache klar: Der akkubetriebene Haier i-Pro Clean V3 schafft nur 150 Watt Leistung. Beim Modell ohne Batterie sind es 400 Watt. Ein klarer Unterschied, sollte man meinen. Doch im Alltagstest scheint die Reinigungswirkung ähnlich gut zu sein – soweit ich das vergleichen konnte.

Dazu habe ich jeweils die Hälfte einer grossen Matratze mit dem Akkusauger gereinigt – also zweimal alles konstant abgefahren. Das hat den Schmutzbehälter schon ganz schön gefüllt.

Nach einem halben Jahr hat sich ganz schön viel Schmutz angesammelt – in der Hälfte der 1.80er-Matratze.
Nach einem halben Jahr hat sich ganz schön viel Schmutz angesammelt – in der Hälfte der 1.80er-Matratze.

Danach bin ich mit dem Hoover nochmals drüber gefahren. Das Kabelgerät saugt noch ein bisschen Schmutz ein.

Ein drittes Mal bin ich mit dem Kabelsauger drüber gefahren: ein bisschen was hat er noch aufgenommen.
Ein drittes Mal bin ich mit dem Kabelsauger drüber gefahren: ein bisschen was hat er noch aufgenommen.

Danach habe ich auf der zweiten Hälfte dasselbe mit vertauschten Rollen (bzw. Bürsten) ausprobiert. Der Hoover mit Kabel saugt zuerst zweimal, danach der batteriebetriebene Haier. Das Resultat ist identisch: Auch hier nimmtdas zweite Gerät noch etwas Schmutz auf.

Bei der Kontrollfahrt auf der zweiten Hälfte der Matratze mit dem Akkusauger zeigt sich ein ähnliches Bild.
Bei der Kontrollfahrt auf der zweiten Hälfte der Matratze mit dem Akkusauger zeigt sich ein ähnliches Bild.

Der Test zeigt also zwei Dinge: Es lohnt sich, die Textilien mindestens dreimal zu saugen. Und beide Geräte haben ein ähnlich effektives System, zumindest was mit dem Auge erkennbar ist. Zum Vergleich habe ich eine weitere Matratze mit dem Dyson V16 Piston Animal mit dem Polsteraufsatz gereinigt. Der zieht zwar ebenfalls Staub aus der Matratze, aber es bleibt immer noch recht viel übrig, das nur die spezialisierten Geräte schaffen. Trotzdem sind eine Spezialdüse und der normale Sauger eine Alternative für alle, die kein zusätzliches Gerät kaufen wollen.

Gewicht und Lautstärke: mit Akku leichter und leiser

Erstaunlich: Obwohl der Haier i-Pro Clean V3 zusätzlich einen Akku an Bord hat, ist er mit 1,4 Kilogramm das leichtere Gerät. Der Kabelsauger wiegt über 1,9 Kilogramm. Die zwei Modelle sind dabei ähnlich gross.

Die zwei Geräte sind ähnlich gross, aber das weisse Modell mit Kabel ist deutlich schwerer.
Die zwei Geräte sind ähnlich gross, aber das weisse Modell mit Kabel ist deutlich schwerer.

Beide Sauger sind laut. Beim Kabel-Hoover messe ich 89,1 Dezibel, beim Haier im gleichen Abstand 87,9 Dezibel. Der Unterschied mag auf dem Papier gering sein; das günstigere Modell wirkt aber deutlich lauter. Vielleicht auch, weil der Sound des Gebläses unangenehmer dröhnt.

Allerdings: Nach rund 30 Minuten verstummt der Haier ganz, dann ist der Akku leer. Gleichzeitig über USB-C laden und saugen funktioniert leider nicht. Der Hoover läuft dank direktem Stromanschluss so lange, wie du ihn brauchst.

Nicht nur für die Matratze

Beide Modelle säubern nicht nur Matratzen, sondern alle Textilien. Ich habe damit beispielsweise Katzenkissen, Polsterbezüge und den Badeteppich gesaugt. Das funktioniert sowohl mit Kabel als auch mit Akku gleich gut.

Allerdings: Das Konzept der Milbensauger ist auf Flächen ohne Unebenheiten ausgelegt. Dann liegt die Düse bündig auf dem Material, es entsteht ein gewisser Unterdruck und die Bürste kann sich durchs Textil pflügen. Sobald es Unebenheiten gibt, lässt die Reinigungsleistung deutlich nach.

Die Geräte saugen und bürsten auch Katzenhaare aus dem Kratzbaum. Das funktioniert aber nur auf ebenen Flächen gut.
Die Geräte saugen und bürsten auch Katzenhaare aus dem Kratzbaum. Das funktioniert aber nur auf ebenen Flächen gut.

Für die Sitze und Fussmatten im Auto beispielsweise wäre der Sauger ideal – vor allem in der Akkuversion. Aber im Auto hat es zu wenig Fläche und zu viele Nähte und Biegungen. Den Innenraum putze ich mit einem normalen Staubsauger und kleiner Düse besser.

Vorsichtig bin ich auch bei heiklen Stoffen. Die Bürsten der zwei Sauger schrubben stark über das Textil. Lose Fäden oder Fusel zieht das Gerät heraus. Beschädigungen sind möglich, wenn du nicht aufpasst.

Fazit: Günstig oder flexibel

Bei Saugkraft und Reinigungsqualität unterscheiden sich meine zwei Testkandidaten kaum. Beide überzeugen, beide säubern Matratze und Textilbezüge besser als ein normaler Sauger. Auch bei der Wartung merke ich im Alltag kaum Unterschiede. Ich nehme jeweils den Schmutzbehälter mit Filter ab, leere ihn und wasche alles unter fliessendem Wasser. Die Bürste lässt sich ausklinken und ebenfalls einfach reinigen.

So stellt sich vor dem Kauf nur eine Frage: Will ich ein Modell mit Akku oder reicht mir der Stromanschluss? Mit Batterie muss ich etwas mehr Geld investieren, bekomme dafür aber mehr Flexibilität. Fünf bis sieben klassische Einzelmatratzen schaffe ich problemlos mit einer Ladung. Ich persönlich würde das machen, da ich mit dem Gerät nicht nur die Matratzen, sondern zwischendurch auch immer wieder andere, in der ganzen Wohnung verteilte Textilien gesaugt habe. Da ist es schon praktischer, wenn ich nicht dauernd eine Steckdose suchen muss.

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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