Jimmy BX7 Pro im Test: Staub, Milben und Dreck aus dem Bett gesaugt
Produkttest

Jimmy BX7 Pro im Test: Staub, Milben und Dreck aus dem Bett gesaugt

Lorenz Keller
16.2.2024

Der Jimmy BX7 Pro saugt mit viel Power Matratzen oder Sofas sauber. Dabei macht er vieles besser als die günstige Konkurrenz – allerdings ist der Aufpreis auch recht hoch.

So viel Staub, Milben und Dreck stecken in meiner Matratze? Ich konnte es kaum glauben. Vor einem halben Jahr habe ich einen Anti-Milben-Staubsauger von Hoover getestet. Und dabei erstaunlich viel aus meinen Betten gesaugt. Eine Frage, die damals offen blieb: Wie sieht das nach einem halben Jahr aus? Lohnt es sich überhaupt, die Matratzen mehr als alle paar Jahre zu saugen?

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    Staub, Milben, Dreck – dieser Sauger zeigt, was in deinem Bett steckt

    von Lorenz Keller

Wie es der Zufall so wollte, hatte ich erneut die Gelegenheit, einen solchen Sauger zu testen. Und zwar von der Marke Jimmy. Die Geräte der Staubsauger-Spezialisten haben wir zwar schon länger im Sortiment, doch nun ist Jimmy auch offiziell in der Schweiz mit Marketingaktivitäten und Reparaturservice präsent.

Für einen Test hat mir der Hersteller den neuen Jimmy BX7 Pro zur Verfügung gestellt, das Flaggschiff im Bereich Anti-Milben-Staubsauger.

Nach einem halben Jahr lohnt sich das Saugen wieder

Ich bin natürlich gespannt, ob ich den Jimmy BX7 Pro überhaupt testen kann. Oder ob alle Matratzen noch porentief rein sind nach meiner Putzaktion im Sommer 2023. Schnell auspacken und testweise eine Matratzen-Ecke saugen: Sofort füllt sich der Schmutzbehälter wieder mit Staub und Partikeln.

Die Doppelmatratze habe ich vor sechs Monaten schon gesaugt. Aber schon wieder kommt recht viel Staub raus.
Die Doppelmatratze habe ich vor sechs Monaten schon gesaugt. Aber schon wieder kommt recht viel Staub raus.
Quelle: Lorenz Keller

Erste Erkenntnis: So einen Anti-Milben-Staubsauger kaufe ich mir nicht nur für einen Grossputz, sondern kann ihn durchaus regelmässig benutzen. Ich sauge also die Doppelbett-Matratze, die ich vor einem halben Jahr bereits intensiv gereinigt habe. Beim ersten Mal habe ich den halben Schmutzbehälter gefüllt. Nun ist es zwar deutlich weniger, aber immer noch erstaunlich viel.

Kein Wunder: Milben leben in jeder Wohnung und in allen Matratzen, Decken, Kissen, Polstermöbeln und Teppichen. Bis zu 4000 solcher Spinnentierchen lassen sich in einem Gramm Bettstaub nachweisen. Da wird fleissig Staub und Schmutz produziert.

Die Bedienung ist einfach und simpel

Technisch kompliziert ist der Jimmy BX7 Pro nicht. Genau zwei Knöpfe machen die Bedienung kinderleicht. Ich schliesse den Sauger an den Strom an, schalte ihn mit dem einen Knopf ein, mit dem anderen wechsle ich den Modus: Ich kann entweder nur saugen – oder zusätzlich noch die UV-Lampe und die Bürste aktivieren.

Das UV-Licht tötet Milben ab – wissenschaftlich nachgewiesen.
Das UV-Licht tötet Milben ab – wissenschaftlich nachgewiesen.
Quelle: Lorenz Keller

Im Alltag schalte ich fürs beste Putzergebnis wenn immer möglich alle drei Reinigungsoptionen ein. Welcher Modus gerade läuft, siehst du auf einem Screen auf der Düse. Der ist ideal positioniert, weil ich beim Putzen ja sowieso immer genau diesen Bereich im Blick habe. Auf dem Bildschirm wird übrigens auch gleich angezeigt, wie viele Partikel gerade eingesaugt werden. Je roter die Anzeige, desto eher lohnt es sich, etwas langsamer und vielleicht ein zweites Mal über diese Stelle zu fahren.

Auf dem Screen siehst du, welcher Modus läuft – und je breiter der rote Balken, desto mehr Staub erkennt der Sensor.
Auf dem Screen siehst du, welcher Modus läuft – und je breiter der rote Balken, desto mehr Staub erkennt der Sensor.
Quelle: Lorenz Keller

Der Jimmy ist teurer, aber auch besser

Mit 190 Franken oder 170 Euro ist der Jimmy BX7 Pro aktuell deutlich teurer als viele Konkurrenten. Zum Beispiel als der oben schon erwähnte Hoover MBC 500 UV 011, den ich letzten Sommer getestet habe. Der kostete damals 120 Franken oder Euro, inzwischen sind es nur noch 90 Franken oder 100 Euro.

Tatsächlich sind die Grundfunktionen identisch, auch wenn der Jimmy mit 700 Watt eine stärkere Saugleistung hat als der Hoover mit 500 Watt. Im Test habe ich davon ehrlich gesagt nicht viel gemerkt.

Unterschiede gibt es trotzdem. So wirkt der Jimmy optisch modern, während der Hoover an die technischen Geräte der 80er- und 90er-Jahre aus grobem Hartplastik erinnert. Während der Jimmy BX7 Pro mit knapp 70 Dezibel eine erträgliche Lautstärke erreicht, macht der Hoover mit über 75 Dezibel hörbar mehr Lärm.

Auch in den Details hat das teurere Modell Vorteile: Der Staubbehälter ist etwas grösser, der Verschluss leichtgängiger. Und die Bürste kann einfacher gereinigt werden, da du nicht wie beim Hoover zuerst eine Schraube lösen musst.

Die Bürste mit Borsten und Lamellen kann einfach ausgebaut werden.
Die Bürste mit Borsten und Lamellen kann einfach ausgebaut werden.
Quelle: Lorenz Keller

Die Bürste wirkt zudem textilschonender. Während die groben Borsten des Hoovers bei einer alten Matratze die Nähte gelöst haben, ist dies beim Jimmy nicht der Fall. Dort sind die Borsten viel weicher, fürs Grobe gibts zusätzlich Silikon-Lamellen.

Fazit

Der Aufpreis schmerzt

Diese Erkenntnisse nehme ich aus dem Test mit: Im Sommer habe ich das erste Mal überhaupt meine Matratzen gesaugt, nun ein zweites Mal. Und tatsächlich scheint es sich zu lohnen, diese Behandlung zwei Mal im Jahr durchzuführen. Staub und Partikel sind jedenfalls nach dieser Zeit wieder genug vorhanden.

Ob du dafür allerdings den recht teuren Jimmy BX7 Pro brauchst, das musst du selbst abwägen. Die deutlich geringere Lautstärke, der Staubsensor mit LED-Anzeige und der grössere Schmutzbehälter sind für mich klare Argumente, mehr Geld auszugeben. Eventuell kannst du ja das Gerät mit Freunden und Verwandten teilen und die Investition so aufteilen.

Auch wenn der Jimmy BX7 Pro vieles besser macht als das günstigere ältere Modell von Hoover, gibt es durchaus noch Entwicklungspotential. So ist das Leeren des Staubbehälters bei beiden Modellen recht mühsam. Bevor du den Behälter rausnehmen kannst, musst du zuerst den Filter und eine Düse herausziehen.

Zudem fehlt bei beiden Modellen ein Hepa-Filter – es gibt nur eine Bescheinigung aus England, dass der Sauger für Allergikerinnen und Allergiker nützlich ist. Sprich: Diese profitieren zwar sicher von einer solch intensiven Reinigung, sollten das Saugen aber jemand anderem überlassen.

Pro

  • Starke Saugleistung
  • Textilschonende Bürste
  • LED-Anzeige mit Staubsensor
  • Recht leise im Betrieb
  • Einfache Reinigung

Contra

  • Hoher Preis
  • Kein Hepa-Filter
Titelbild: Lorenz Keller

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