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Jony Ive designt den Innenraum des Ferrari Luce

Der ehemalige Apple-Designer setzt bei der Bedienung von Ferraris erstem Elektroauto auf echte Knöpfe statt Touchscreen-Landschaften.

Ferrari hat den Innenraum seines ersten vollelektrischen Sportwagens namens Luce vorgestellt – und überlässt das Interface dem ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive und seinem Studio LoveFrom. Ive war unter anderem verantwortlich für das iPhone, den iMac, das iPad und die Apple Watch. Die Entwicklung von Apples eigenem Auto wurde 2024 eingestellt.

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Ives Designsprache schlägt sich im Ferrari Luce bei der Materialauswahl nieder. Es dominieren Aluminium und Glas. Auf riesige Touchscreen-Landschaften, wie sie bei anderen Herstellern in Mode sind, verzichtet Ferrari. Stattdessen mutet das Design bewusst analog an. Viele Funktionen werden über mechanische Tasten, Drehregler und Wippschalter gesteuert. Ziel ist eine möglichst intuitive Bedienung, die nicht vom Fahren ablenkt.

Die Abkehr von Touch-Bedienung wirkt ironisch angesichts der Tatsache, dass Ive massgeblich zu ihrer Popularität beigetragen hat. Doch für Autos sei sie schlicht die falsche Technologie. «Es ist eine bizarre und faule Annahme, dass das Interface digital sein sollte, nur weil der Antrieb elektrisch ist», sagt Ive. Es sei ihm nie in den Sinn gekommen, in einem Auto für wichtige Funktionen Touchscreens zu verwenden. Mit diesen Aussagen dürfte der Designer einen Nerv treffen: Fehlende physische Knöpfe bei modernen Autos werden sowohl in Tests als auch in Konsumentenumfragen oft kritisiert.

Analoger Look, moderne Technik

Zentrales Element der Bedienung des Luce ist das Lenkrad, dessen Form an klassische Ferrari-Lenkräder der 1950er- und 1960er-Jahre erinnern soll. Die Speichen bestehen aus eloxiertem Aluminium und werden aus einem einzelnen Block gefräst. Der MacBook-Unibody lässt grüssen. Links und rechts sitzen Bedienlemente für Antriebsmodi, Assistenzsysteme, Scheibenwischer und Fahrdmodi. Hebel hinter dem Lenkrad gibt es nicht, auch der Blinker wird per Knopfdruck aktiviert.

Ferrari-typisch gibt es auf dem Lenkrad viele Einstellungsmöglichkeiten zur Fahrdynamik. Links etwa für die Leistung, rechts für den ESC-Modus und die adaptiven Dämpfer.
Ferrari-typisch gibt es auf dem Lenkrad viele Einstellungsmöglichkeiten zur Fahrdynamik. Links etwa für die Leistung, rechts für den ESC-Modus und die adaptiven Dämpfer.
Quelle: Ferrari

Das Instrumenten-Cluster besteht aus zwei gestapelten OLED-Panels von Samsung. Sie erzeugen einen dreidimensionalen Effekt und erinnern an klassische Rundinstrumente – ein Versuch, analoge Lesbarkeit mit moderner Anzeige-Technik zu verbinden. Das Cluster ist fest mit der Lenksäule verbunden und bewegt sich mit, wenn die Höhe des Lenkrads verstellt wird.

Die runden Instrumentendisplays des Cockpits sind in ein zweites Display eingelassen.
Die runden Instrumentendisplays des Cockpits sind in ein zweites Display eingelassen.
Quelle: Ferrari

Ganz ohne Touchscreen kommt auch der Ferrari Luce nicht aus: In der Mittelkonsole sitzt ein auf einem Kugelgelenk montiertes Tablet, das sich zum Fahrer oder zum Beifahrer drehen lässt. Der Griff soll gleichzeitig als Handauflage dienen, damit man die Buttons auch während der Fahrt trifft. Unter dem Display befinden sich analoge Schalter für die Klimaanlage. Rechts oben integriert Ive eine «Multigraph»-Anzeige mit drei mechanischen Zeigern vor einem digitalen Display. Sie lässt sich entweder als Uhr, Stoppuhr, Kompass oder Launch-Control-Anzeige nutzen.

Das 10-Zoll-Display in der Mitte hat Aussparungen für physische Schalter. In der Mittelkonsole ist der Schlüssel mit E-Ink-Display zu sehen. Beim Einstecken wechselt es die Farbe von Gelb auf Schwarz.
Das 10-Zoll-Display in der Mitte hat Aussparungen für physische Schalter. In der Mittelkonsole ist der Schlüssel mit E-Ink-Display zu sehen. Beim Einstecken wechselt es die Farbe von Gelb auf Schwarz.
Quelle: Ferrari

Materialseitig dominiert eine Kombination aus eloxiertem Aluminium und gehärtetem Glas. Das Corning Gorilla Glass kommt nicht nur auf den Displays, sondern auch beim Schalthebel und zahlreichen Designelementen zum Einsatz. Der Schlüssel ist ein massiver Block aus Glas und Aluminium mit E‑Ink-Display, das beim Einstecken in die Mittelkonsole seine Farbe ändert. Erst dann erwacht der Luce zum Leben – die Zeremonie, die an klassische Zündschlüssel erinnert, wollte Ive bewusst beibehalten.

Titelbild: Ferrari

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Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.


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