Review

IXO 7 von Bosch im Test: Der Akkuschrauber für Gadget-Fans

Er hat nur etwa gleich viel Drehmoment wie eine menschliche Hand, dafür umso mehr Aufsätze. Das ist der Mini-Akkuschrauber IXO 7 von Bosch. Nichts für engagierte Heimwerkerinnen – dafür für Gadget-Fans und Vielzüglerinnen.

Ein Akkuschrauber für Leute, die eigentlich gar keinen Akkuschrauber wollen.

Dieser Satz beschreibt den IXO 7 von Bosch für mich am besten. Alle, die sich auch nur annähernd ernsthaft handwerklich betätigen, können hier gleich wieder aufhören zu lesen. Denn der neue IXO 7 hat zwar ein 20 Prozent höheres Drehmoment als sein Vorgänger, es sind aber noch immer nur 5,5 Newtonmeter.

Zum Vergleich: Mein Basisgerät von Metabo hat 34 Newtonmeter. Damit komme ich durch, solange ich nicht auf Beton- oder geflieste Wände treffe. Mit dem IXO reicht’s für nicht viel mehr als weiches Holz. Sogar das Billigteil, das es für knapp 35 Franken beim schwedischen Möbelhändler gibt, hat 16 Newtonmeter.

Bosch und ich sind uns uneins

Aber daran soll sich der IXO laut Bosch auch nicht messen. Er sei für alle, auch für die, die schon einen Akkuschrauber besitzen, weil der IXO nicht mit ihm, sondern mit manuellen Schraubendrehern konkurriere. Hä? Wer keine Lust hat, Möbel von Hand zusammenzuschrauben, kauft sich einen Akkuschrauber. Und wer keinen Akkuschrauber hat, will Möbel von Hand zusammenschrauben – oder macht es zumindest so selten, dass sich die Investition nicht lohnt. Wo bleibt da Platz für den IXO 7? Höchstens bei jenen, die sich über kleine Spielereien freuen.

Denn wenn der IXO eines kann, dann Aufsätze. Ganze neun davon gibt es. Von sehr nützlichen wie Winkel- oder Exzenteraufsätzen bis hin zu Staubfängern wie Korkenziehern und Pfeffermühlen. So zumindest meine Einordnung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand immer wieder den IXO hervorkramt, um eine Flasche Wein zu öffnen oder die Bolognese zu würzen.

Ein ziemlicher Aufwand, um die Weinflasche zu entkorken.
Ein ziemlicher Aufwand, um die Weinflasche zu entkorken.

Den Cutter hingegen konnte ich tatsächlich gebrauchen, zumindest für die fünf Minuten, bis die Schneidescheibe verklemmte. Dieses Malheur kreide ich aber eher mir als Bosch an. Etwas gar euphorisch habe ich einen grossen Karton zerschnitten, der wohl auch ein wenig dicker als die erlaubten fünf Millimeter war. Eine gute halbe Stunde habe ich versucht, die Scheibe zu lösen, leider ohne Erfolg. Also muss der Aufsatz zum Service Center von Bosch, damit der Fehler dort analysiert und mir allenfalls ein neues Modell zugeschickt werden kann.

Entlastung beim Regalaufbau

Auch der Winkelaufsatz hat’s mir angetan, da ich ein Regal mit nervig platzierten Schrauben aufbauen musste. Die zehn Bits sind im Lieferumfang enthalten und magnetisch, damit sie im Bohrfutter halten. Drei Schrauben gingen so viel einfacher rein als von Hand – und als mit meinem Akkuschrauber. Denn mit dem komme ich erst gar nicht an die zu verschraubende Stelle. Bei der vierten Schraube kollabierte der IXO mit seiner geringen Leistung, da die zwei vorgebohrten Löcher nicht perfekt übereinander passten.

Keine Angst, ich würde niemals so schrauben. Fürs Foto musste mein Arm aber etwas aus dem Weg.
Keine Angst, ich würde niemals so schrauben. Fürs Foto musste mein Arm aber etwas aus dem Weg.

Voll geladen versenkt der IXO 7 mit vollem Akku 190 Schrauben. Das ist mehr als ausreichend, auch wenn die Leistung zum Ende hin etwas abfällt. Wenn der Lithium-Ionen-Akku geladen werden muss, dann geht das komfortabel in der Aufbewahrungsbox. Weniger komfortabel und für viele von euch immer wieder Anlass zur Kritik: Auch der siebte IXO wird per Micro-USB geladen.

Stecke den Micro-USB-Stecker direkt in die Maschine und fädle das Kabel durch das Herz nach aussen.
Stecke den Micro-USB-Stecker direkt in die Maschine und fädle das Kabel durch das Herz nach aussen.

Auf Nachfrage sagt Bosch dazu: «Die Ladeleistung ist identisch. Da wir das passende Mikro-USB-Kabel im Lieferumfang beilegen, sollte es für den Nutzer keinen grossen Unterschied in der Handhabung machen. Zukünftig werden wir das Portfolio allerdings schrittweise auf USB-C umstellen.» Besser spät als nie. Ab Mitte 2024 soll USB-C für Geräte wie Smartphones, Kopfhörer und Digitalkameras definitiv zum EU-weiten Standard werden. Gut, wenn auch der kleine Akkuschrauber mitzieht und nicht nur wegen ihm noch Micro-USB-Kabel rumliegen.

Fazit

Der Bosch IXO 7 tut das, was er verspricht. Er hilft beim Möbelaufbau und bei einfachen Bohrungen. Dabei hat er etwa so viel Drehmoment wie deine Hand, definitiv aber mehr Ausdauer. An Zügeltagen ist er sicher eine Entlastung. Wie oft aber findet der bei den meisten Menschen statt?

Meine Kritik gilt daher nicht der Umsetzung per se. Ich hinterfrage den realen Nutzen. Das Gerät alleine kostet knapp 70 Franken, die einzelnen Aufsätze kommen noch einmal auf 18 bis 24 Franken. Das läppert sich am Ende doch ganz schön. Für Menschen, die schon im Besitz eines funktionierenden Akkuschraubers sind, sehe ich den Mehrwert nicht. Für alle Gadget-Fans hingegen, die ihren Freundinnen gerne mit elektrisch betriebenen Pfeffermühlen imponieren, kann der IXO 7 durchaus ein nettes Geschenk sein.

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Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Menschen, Gedanken und Lebenswelten kennenzulernen,. Journalistische Abenteuer lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.


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