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«It takes two» ist ein fantastisches co-op-Game, vergiss einfach die Story

Philipp Rüegg
Zürich, am 31.03.2021
«It Takes Two» ist ein erfrischend originelles Co-op-Spiel. Nur die Story um ein streitendes Ehepaar kannst du getrost ignorieren. Ob Simon und mir das gelingt oder ob es auch mit unserer Scheidung endet, siehst du im Livestream.

Bereits mit seinem Erstlingswerk «Brothers: A Tale of Two Sons» hat Entwickler Josef Fares einen Meilenstein geschaffen. Das vermeintliche Co-op-Spiel, bei dem du zwei Brüder mit einem Controller steuerst, kombiniert Story und Spielmechanik perfekt. Mit «A Way Out» folgte ein echtes Zweispieler-Co-op-Game, das zwar nicht an die Eleganz von «Brothers: A Tale of Two Sons» heranreicht, aber ebenfalls ein einzigartiges Erlebnis bietet. «It Takes Two» kann zwar ebenfalls nicht mit der Geschichte von Fares erstem Spiel mithalten, dafür ist es spielerisch eine deutliche Steigerung.

Das Noch-Ehepaar Cody und May finden sich in ungewohnter Umgebung wieder.
Das Noch-Ehepaar Cody und May finden sich in ungewohnter Umgebung wieder.

«It Takes Two» kann ausschliesslich zu zweit und im Splitscreen gespielt werden. Es reicht aber, wenn ein Spieler das Spiel besitzt. Der zweite kann per Friend Pass joinen. Die Story dreht sich um ein Ehepaar, das sich scheiden lassen will. Die Tochter macht das so traurig, dass ihre Tränen zwei ihrer selbstgebastelten Puppen zum Leben erwecken, und zwar mit den Seelen der Eltern. Während deren Körper im Standby-Modus im Haus vor sich hinvegetieren, erwachst du und dein Spielpartner im Gartenhaus im Körper zweier handgrosser Spielzeugpuppen. «Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft» lässt grüssen.

Das Spiel wird komplett Co-op und im Splitscreen gespielt.
Das Spiel wird komplett Co-op und im Splitscreen gespielt.

Ein plappernder Eheberater in Form eines Buches labert euch als erstes ein Ohr ab, dass ihr eure Beziehung flicken müsst. Die Story und das Gezanke des Ehepaars sind aber definitiv nicht der Grund, weshalb du «It Takes Two» spielen solltest. Es ist eher ein Grund, auf die Überspringen-Taste zu hämmern. Wo «It Takes Two» brilliert, ist das Gameplay. Die verschiedenen Level wie Gärten, Werkstätten und Kinderzimmer sind nicht nur wunderhübsch anzusehen, spielerisch bieten sie dir laufend neue Herausforderungen. Immer mit Fokus aufs Zusammenspiel. Ein Spieler kann beispielsweise Nägel verschiessen, die dem anderen als Plattform dienen. Der andere haut mit einem Hammerkopf Gläser kurz und klein und schaltet so Durchgänge frei. Oft ist gutes Timing gefragt, wenn beide wie Tony Hawk über Kabel grinden und gleichzeitig im richtigen Moment Schalter betätigen müssen, damit sich Ventilatoren abschalten oder Stromleitungen unterbrochen werden.

Bosskämpfe sind angenehm knifflig.
Bosskämpfe sind angenehm knifflig.

Highlights sind auch die Bossfights, die mit durchgeknallten Staubsaugern und Werkzeugkisten anfangen und von da an nur noch verrückter werden. «It Takes Two» ist überraschend abwechslungsreich. Ständig kommen neue Mechaniken dazu, sodass es nie repetitiv wird. Bei einer Länge von rund zehn Stunden ist das keine schlechte Leistung. Abgesehen von der uninspirierten Story und den zankenden Hauptfiguren, ist «It Takes Two» ein grosser Wurf geworden.

«It Takes Two» ist erhältlich für PC, Playstation und Xbox. Der Code zum Testen wurde uns von EA zur Verfügung gestellt.

It Takes Two (Xbox Series X/S, Xbox One X/S, ML)
44.90
EA Games It Takes Two (Xbox Series X/S, Xbox One X/S, ML)

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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