Wenn du auf die passenden Eigenschaften achtest, sind auch Profi-Rackets für Anfänger spielbar. Bild:Flickr/Daniel (CC BY 2.0)
Wenn du auf die passenden Eigenschaften achtest, sind auch Profi-Rackets für Anfänger spielbar. Bild:Flickr/Daniel (CC BY 2.0)
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In drei Schritten zum passenden Badmintonschläger

Michael Restin
Zürich, am 14.03.2019
Beim schnellsten aller Rückschlagspiele solltest du das richtige Racket in der Hand haben. Zwar gibt es keine speziellen Schläger für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis – aber Modelle mit unterschiedlichen Eigenschaften, die zu dir und deinen Anforderungen passen müssen.

Grundlegend unterscheiden sich die Rackets in ihrer Balance, der Schaftflexibilität und dem Gewicht, das zum Teil vom verwendeten Material abhängt und damit den Preis beeinflusst. Spielen kannst du mit allen – die Frage ist nur, wie gut. Um den Schläger zu finden, der am besten zu dir passt, musst du ein paar Zusammenhänge kennen.

1. Balance: Kopflastig, grifflastig oder ausgewogen

Durch die Gewichtsverteilung des Schlägers entstehen Vor- und Nachteile in den unterschiedlichen Spielsituationen. Darum ist sie ein wichtiger Punkt bei der Auswahl.

Kopflastige Rackets sind optimal für offensive Spieler und haben ihre Stärken immer dann, wenn du lange Schlagbewegungen ausführen kannst. Durch den zum Schlägerkopf hin verlagerten Schwerpunkt kannst du beim Smash optimal beschleunigen und viel Kraft auf den Shuttle bringen. Auch beim Grundlinienspiel ist das ein Vorteil.

Grifflastige Rackets haben ihre Stärken bei schnellen Bewegungen aus dem Handgelenk. Wenn du in der Defensive bist und reflexartig reagieren musst, bist du in dieser Situation damit besser bedient. Auch Doppelspezialisten spielen oft grifflastige Rackets, weil ihnen wenig Reaktionszeit bleibt. Im Umkehrschluss bieten sie dir weniger Power beim Smash und Grundlinienschlägen.

Ausgewogene Rackets sind ein Kompromiss. Wann du mit welcher Balance im Vorteil bist, hängt also von der Spielsituation ab und es lässt sich nicht grundsätzlich sagen, mit welchem Racket du härter zuschlagen kannst. Dabei kommt es auf die Ausholbewegung und deine Technik an. Zusätzlich spielt die Schaftflexibilität eine entscheidende Rolle, wenn es um die Power geht.

2. Schaftflexibilität: Mehr Power oder mehr Präzision?

Wenn du mehr Power in deine Schläge legen willst, wirkt ein flexibler Schaft wie ein kleines Katapult. Leider geht das wiederum auf Kosten der Präzision. Die ist mit einem steifen Schaft höher. An der Universität Aalborg wurden die Unterschiede untersucht.

Die Schläge zweier fortgeschrittener Spieler wurden mit einem extrem harten Racket (ultra-stiff) und einem extrem flexiblen Modell (ultra-soft) aufgezeichnet und analysiert. Während das harte Racket zum Schlagzeitpunkt nahezu unverbogen war, wich das weiche Modell noch um vier Zentimeter von seiner Normalposition ab. Damit ist der Schlag schlechter zu timen und zu kontrollieren. Dafür bekommt er eine Extra-Beschleunigung durch den Schläger, der in seine ursprüngliche Position zurückschnellt.

Du musst dich also entscheiden, welche Faktoren dir für dein Spiel besonders wichtig sind. Über die Tabelle kannst du dich direkt zu den Rackets klicken, die deinen Anforderungen entsprechen.

3. Gewicht, Material und Preis

Während die günstigsten Modelle aus Stahl und Aluminium bestehen, sind im hochwertigeren Bereich Graphit und Carbon die gängigen Materialien im Schlägerbau. Dafür musst du kein Vermögen ausgeben: Ein aus einem Stück gefertigtes Graphit-Racket bekommst du schon für unter 100 Franken.

Mit 88 Gramm ist das Yonex Duora 88 mit seiner ausgewogenen Balance und einem steifen Schlägerschaft in der gleichen Gewichtsklasse wie die meisten teureren Rackets, die ebenfalls zwischen 80 und 90 Gramm auf die Waage bringen. Noch leichter muss auch nicht zwingend besser sein – die beschleunigte Masse kann schliesslich auch zur Schlaghärte beitragen.

Wodurch unterscheiden sich teurere Modelle?

Mehr Nano- und Hochtechnologie geht immer, sie ist nur nicht so leicht zu erklären. Wenn das Gewicht kein Kriterium mehr ist, kommen spezielle Materialien ins Spiel, um die Eigenschaften der Rackets noch weiter auf bestimmte Anforderungen hin zu optimieren. Das tut dem Anfänger nicht weh – auch er profitiert von so einem Racket – und kann von den Profis voll ausgenutzt werden.

So ist zum Beispiel das Yonex Nanoray Z-Speed mit 83 Gramm und seiner aerodynamischen Konstruktion derart auf schnelles Schwungverhalten und hohe Power optimiert, dass damit der Smash-Weltrekord von 493 km/h aufgestellt wurde. Im Schläger steckt unter anderem eine «Snap Back Zone», in der mit EX-HMG das elastischste Material im Racketbau für zusätzliche Beschleunigung sorgt.

Bevor du dich in Details verlierst, bist du gut beraten, dich erst nach der Tabelle oben für die gewünschte Balance und Schaftflexibilität zu entscheiden, bevor die Feinheiten des Materials und schlussendlich dein Budget den Ausschlag geben. Eine Hülle musst du nicht zusätzlich kaufen: Bei uns findest du hauptsächlich Rackets der Marke Yonex, die alle mit Hülle und einer Bespannungshärte von ca. 9 kg geliefert werden.

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Michael Restin
Michael Restin
Editor, Zürich
Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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