Huawei verkauft Honor an die chinesische Regierung
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Huawei verkauft Honor an die chinesische Regierung

Dominik Bärlocher
Zürich, am 18.11.2020
Honor steigt aus dem Wirtschaftskrieg mit den USA aus. Die Huawei-Tochter wird an ein neu gegründetes Konsortium verkauft, in dem auch die chinesische Regierung mitmischt.

Huawei hat seine Tochtermarke Honor an den verkauft, vor dem sich die USA fürchten: Den chinesischen Staat, berichtet die regierungsnahe chinesische Zeitung Global Times.

Damit will Huawei verhindern, dass Honor ebenfalls unter dem Druck der US-amerikanischen Sanktionen gegen das Unternehmen leidet und damit auch die Gewinnmarge für Stakeholder. CEO der neuen Firma wird Zhao Ming sein, der bereits jetzt schon CEO der Marke Honor ist. Aber Huawei wird keine Anteile mehr an Honor besitzen.

Die Regierung fasst Fuss

Die Käufer der Huawei-Tochter sind ein Konsortium aus 30 chinesischen Unternehmen. Angeführt wird die Gruppe von Shenzhen Zhixin New Information Technology Co. Dieses Unternehmen wurde von Shenzhen Smart City Technology Development Group Co. gegründet, einem Unternehmen, das vom Staat gegründet wurde. Faustregel: Wenn ein Chinesisches Unternehmen den Städtenamen im Namen trägt, dann hat die Regierung irgendwo Anteile und vertritt ihre Interessen.

Die anderen Mitglieder, mit oder ohne «Shenzhen» im Namen, sind alles bereits bekannte Grössen in der Lieferkette Honors.

Das Statement des Konsortium
Das Statement des Konsortium

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In einem Statement hat das Konsortium festgehalten, dass die Ablösung von Huawei der «einzige Weg» sei, das Überleben der Marke zu sichern.

Emui wieder mit Google?

Ein Satz, der im Statement wichtig ist: «Der Besitzerwechsel beeinflusst nicht die Entwicklung Honors». Das ist daher spannend, da Honors Phones bis dato im Wesentlichen Huawei Smartphones waren. Einfach ein paar Monate später, mit etwas schlechterem Screen und wesentlich günstiger. Sprich: da ist ein Kirin System-on-a-Chip (SoC) verbaut und softwareseitig läuft Android mit Huaweis Emui darüber.

Dies soll also erhalten bleiben?

Details sind keine bekannt, aber eine mögliche Spekulation: Huawei verkauft die SoCs und Nutzungsrechte der Software an Honor. Das wäre dann eine saubere Handelsbeziehung, die, auf den ersten Blick, die Sanktionen der USA umgeht. Damit wäre es sogar möglich, dass die neue Honor-Firma mit den USA Geschäfte machen darf und Google auf die Devices zurückkehren.

Wie Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, auf den Verkauf reagiert, ist noch nicht bekannt
Wie Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, auf den Verkauf reagiert, ist noch nicht bekannt
Gage Skidmore

Derweil dürften die USA ein wachsames Auge auf die neue Firma werfen. Ob eine weitere Executive Order von US-Präsident Donald Trump ausgesprochen wird, ist noch unklar. Eine Executive Order ist ein Dokument, das rechtlich eine Order des Präsidenten persönlich verfasst und unterschrieben wird. Der Präsident steht im Falle einer Executive Order nicht in der Pflicht, die Quelle seiner Informationen auf denen er seine Order basiert, zu veröffentlichen.

Honor stellt nicht nur Smartphones her. Zum Portfolio gehören auch Activity Tracker, Smartwatches und Laptops.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher

Senior Editor, Zürich

Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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