Kein Loch und keine Notch: Beim OnePlus 7 Pro fährt die Frontkamera aus dem Gehäuse heraus.
Kein Loch und keine Notch: Beim OnePlus 7 Pro fährt die Frontkamera aus dem Gehäuse heraus.
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Goodbye Notch & Co: Die Frontkamera wandert unter das Display

Jan Johannsen
Jan Johannsen
Hamburg, am 03.06.2019
Notch, Hole Punch oder Inifinty-O: Egal wie die Hersteller ihre Smartphone-Displays mit Löchern nennen, ihre Zeit ist vorbei. Die Frontkamera wandert in Zukunft unter den Touchscreen.

Gib es ruhig zu: Die Aussparungen oder Löcher in den Bildschirmen fandest du nie wirklich schön. Sie waren immer eher ein notwendiges Übel, um den Rand um das Display möglichst klein zu bekommen. Es dürfte aber kaum einen Designer oder Ingenieur bei einem Smartphone-Hersteller gegeben haben, der sie toll fand – auch wenn auf den Keynote-Bühnen immer etwas anderes behauptet wurde.

Das OnePlus 6T war im Oktober 2018 das erste Smartphone mit einem Fingerabdrucksensor unter dem Display, das ich in die Hände bekam. Als mir erklärt wurde, dass sich unter dem Bildschirm eine Kamera befindet, die den Finger scannt, fragte ich mich: «Wie lange dauert es wohl, bis die ersten Hersteller die Frontkamera unter das Display bauen?»

Die Frontkamera, die du nicht siehst

Nun ist es im Juni 2019 so weit. Innerhalb eines Tages haben mit Oppo und Xiaomi gleich zwei Smartphone-Hersteller aus China neue Geräte gezeigt, bei denen die Frontkamera unter dem Display nicht zu sehen ist. Selfies kannst du mit den Handys aber weiterhin machen. Noch handelt es sich aber nicht um fertige Geräte, sondern um Prototypen, die zeigen was demnächst möglich ist.

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Den Anfang machte Oppo auf seinem Twitter-Account. Zu sehen ist die obere Hälfte eines Smartphones ohne eine Kamera. Auf dem Display sieht man aber, dass eine Kamera eingeschaltet ist. Als sich dann ein Finger über den Touchscreen bewegt, wird klar, dass die Kamera sich unter dem Bildschirm befindet.

Nach dem Tweet von Oppo scheint Xiaomi nicht zurück stehen zu wollen und veröffentlichte ebenfalls ein Video. Auf diesem siehst du zu Beginn zwei Smartphones – eines mit und eines ohne Notch. Das mit der Aussparung wird dann zur Seite gelegt und eine Frau nimmt mit dem anderen – ohne eine sichtbare Frontkamera – ein Selfie auf.

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Xiaomi verspricht einen «sneak peek at the future», also eine kurze Vorschau auf die Zukunft. Beide Hersteller haben bisher aber noch nicht verraten, wie die neue Technologie funktioniert. Konkrete Ankündigungen, wann die ersten Smartphones mit einer Selfie-Kamera unter dem Display fertig und käuflich zu erwerben sein sollen, fehlen ebenfalls noch. Das neue OnePlus 7 Pro sieht dagegen mit seiner ausfahrbaren Kamera bereits alt aus.

*OnePlus 7 Pro vorgestellt:** Alles für das Display
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Sieht schön aus, aber Probleme sind nicht auszuschließen

Optisch sieht so ein Smartphone ohne sichtbare Frontkamera schon sehr schick aus. Spontan fallen mir allerdings drei Dinge ein, die die Freude an Selfies trüben können. So ist unklar, wie viel Licht durch den Bildschirm auf die Linse fällt. Es dürfte eher weniger als bei einer klassischen Frontkamera sein – und dabei gilt ja vereinfacht gesagt: Je mehr Licht auf die Linse fällt, desto besser die Bildqualität.

Ebenfalls noch fraglich ist, ob das Licht und vor allem die Farbe des Displays auf die Kamera abstrahlt und wie stark Fingerabdrücke und andere Verschmutzungen auf dem Touchscreen die Bildqualität der Selfies beeinträchtigen. Das alles werden wir erst erfahren, wenn die entsprechenden Smartphones fertig sind. Prognose: In China kommen die ersten Modelle noch 2019 auf den Markt, 2020 könnte es der neue Trend bei allen Herstellern sein.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen
Content Development Editor, Hamburg
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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