Gibt es dieses Jahr kein neues Samsung Galaxy Note?
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Gibt es dieses Jahr kein neues Samsung Galaxy Note?

Richard Müller
Zürich, am 24.03.2021
Die Corona-Pandemie bringt den südkoreanischen Tech-Giganten in eine missliche Lage: Samsung warnt davor, dass dieses Jahr möglicherweise kein neues Galaxy Note auf den Markt kommt.

Das Galaxy Note ist der Platzhirsch, wenn es um Handys mit Stift geht. Nun wird es möglicherweise im laufenden Jahr keine Neuauflage dieses Smartphones geben, wie Bloomberg schreibt. Das Problem ist die hohe Nachfrage nach Halbleiterchips und die weltweite Corona-Pandemie.

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Das Unternehmen erwartet, dass die Knappheit ein Problem für sein Geschäft im nächsten Quartal darstellen wird. Dies sagte Co-Executive Officer DJ Koh an der jährlichen Aktionärsversammlung in Seoul. «Es gibt ein ernsthaftes Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage von Chips im IT-Sektor weltweit», sagte Koh. Er leitet die IT- und Mobilfunk-Sparten des Unternehmens.

Grosse Nachfrage bei Halbleiter-Herstellern

«Die Note-Serie ist als High-End-Modell in unserem Portfolio positioniert», sagte Koh weiter. «Es könnte schwierig werden, zwei Flaggschiff-Modelle in einem Jahr auf den Markt zu bringen.» Da das eine Flaggschiff, das Samsung Galaxy S21, bereits auf dem Markt ist, könnte das also ein neues Handy der Note-Serie verhindern.

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Allerdings: Die potenzielle Verzögerung oder gar Verschiebung der Lancierung eines neuen Galaxy Notes scheint unabhängig von den Lieferschwierigkeiten bei den Halbleitern. «Trotz des schwierigen Umfelds trifft sich unser Management mit Partnern in Übersee, um diese Probleme zu lösen. Es ist schwer zu sagen, ob das Problem der Knappheit zu 100 Prozent gelöst werden kann.»

Alle betroffen ausser Apple

Chiphersteller wie Samsung und TSMC stehen an der Spitze der weltweiten Bemühungen, einen möglichen Engpass bei der Versorgung mit Halbleitern zu abzuwenden, schreibt Bloomberg weiter. Das kommt nicht von ungefähr: Halbleiter sind Bausteine für so ziemlich jedes elektronische Gerät in deinem Haushalt.

Das Defizit hat bereits Auswirkungen auf die Autoindustrie, nun bedroht die Krise auch die Versorgung mit anderen Produkten. Samsung ist nach der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Limited (TSMC) der führende Verarbeiter von Silizium. Trotzdem ist Samsung bei bestimmten Teilen wie Power-Management und Funk-Chips auf externe Lieferanten und Hersteller angewiesen.

«Wenn Samsung öffentlich über die Knappheit zukünftiger Produkte spricht, weiss man, dass die Silizium-Krise ernst ist.»

Die grosse Nachfrage nach Smartphones hat auch die Lagerbestände der Snapdragon-Chips von Qualcomm reduziert. Snapdragons sind Systems-on-a-Chip (SoC). Sie vereinen Prozessor, meist Grafik-Chip und Sound-Chip, oft auch RAM und stellen Schnittstellen zu Kamerasystemen bereit. Qualcomm entwirft die Chips, verlässt sich aber auf Samsung und TSMC, um diese zu produzieren. «Das knappe Angebot von Qualcomm AP-Chips, die von TSMC produziert werden, betrifft alle ausser Apple», zitiert Bloomberg MS Hwang, Analyst bei Samsung.

Probleme in den USA

Erschwerend kommt hinzu, dass Samsungs eigene Produktion im vergangenen Monat ins Wanken geriet. Die Fabrik in Austin, Texas – die Chips sowohl für den internen als auch für den externen Verbrauch herstellt – wurde im Februar durch landesweite Stromausfälle ausser Gefecht gesetzt und hat noch nicht wieder die volle Produktion aufgenommen.

Der daraus resultierende Ausfall in der Produktion von Qualcomms 5G-SoCs könnte die weltweite Smartphone-Produktion im zweiten Quartal um 5 % reduzieren, schätzt das Marktforschungsunternehmen Trendforce gegenüber Bloomberg. Aber der Ausfall dort werde wahrscheinlich Samsungs Mittelklasse-Telefone und Laptops mehr betreffen als seine Spitzenmodelle oder Server Chips, erklärte Greg Roh, ein Senior Vice President bei HMC Securities.

«Wenn Samsung öffentlich über die Knappheit zukünftiger Produkte spricht, weiss man, dass die Silizium-Krise ernst ist», zitiert Bloomberg Avi Greengart, Analyst und Gründer der Beratungsfirma Techsponential.

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Richard Müller
Richard Müller
Teamleader Editorial, Zürich
Journalist mit mehr als 20 Jahren Erfahrung – mehrheitlich im Online-Journalismus in verschiedenen Positionen. Mein Hauptarbeitsinstrument? Ein Notebook – am besten mit Internetverbindung. Diese Geräte haben es mir so sehr angetan, dass ich Notebooks und Computer immer wieder auch gerne auseinanderschraube, repariere und neu aufsetze. Warum? Weil es Spass macht!

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