Michelle Brändle
Produkttest

Gemini trifft auf Smart Home: Der neue Home Speaker im Test

Der Google Home Speaker läuft mit Googles KI Gemini und bietet damit nahezu endlose Möglichkeiten fürs smarte Zuhause. Mir persönlich bieten sie wenig Mehrwert.

Der letzte smarte Speaker von Google, Google Nest Audio, liegt schon fast sechs Jahre zurück. Nun bietet Google mit dem Home Speaker einen Nachfolger, der durch die KI Gemini punktet: Ich führe mit dem Speaker natürliche Konversationen und gebe ihm mehrere Befehle auf einmal.Meistens versteht er mich auch auf Schweizerdeutsch.

Knuffiges Design

Der Google Home Speaker ist sehr kompakt. Er ist nur acht Zentimeter hoch bei einem Umfang von 34 Zentimetern. Knuffig macht ihn das runde Design mit dem überzogenen Stoff. Bei uns im Shop gibt es ihn in Schwarz oder Weiss. Einen farblichen Akzent liefert der Speaker mit seinem LED-Ring unten. Dieser leuchtet auf, wenn Gemini zuhört (alle Farben), denkt (blau-lila) oder spricht (weiss).

Der Leuchtring zeigt an, was Gemini gerade macht.
Der Leuchtring zeigt an, was Gemini gerade macht.

An Knöpfen spart Google, es gibt lediglich einen Button, um das Mikrofon stumm zu schalten. Verwende ich den Stummmodus, leuchtet der Ring permanent orange. Die Beleuchtung kann ich auch deaktivieren. Um ein Lied zu überspringen, zurückzuspulen oder zu pausieren, setzt Google auf drei Touch-Tasten, die bei Benutzung über kleine weisse LEDs aufleuchten.

Über die zwei weissen LEDs seitlich steuere ich die Musik, oben drücke ich Pause und Play.
Über die zwei weissen LEDs seitlich steuere ich die Musik, oben drücke ich Pause und Play.

Anschlüsse gibt es keine, das Stromkabel ist fest verbaut mit USB-C-Stecker am Ende für das mitgelieferte Netzteil. Besonders lang ist es mit 150 Zentimetern nicht, mir reicht das gut. Dass der Home Speaker nicht mit Akku oder Batterien funktioniert, finde ich schade. Ich würde ihn für Musik gern auch in die Küche oder ins Badezimmer mitnehmen.

Für den Sound verbaut Google einen 58-mm-Treiber. Der sorgt für rundum gleichmässigen Klang – und der hat für die kompakte Grösse des Speakers ziemlich Wumms. Du kannst zudem zwei solcher Speaker kabellos mit deinem TV verbinden.

Der Home Speaker hängt am Kabel, das macht ihn unflexibel.
Der Home Speaker hängt am Kabel, das macht ihn unflexibel.

Einfache Einrichtung über WLAN

Die Einrichtung des Speakers ist theoretisch einfach. Ich stecke das Gerät am Strom an und es fordert mich direkt auf, die App Google Home mit einem Google-Account zu installieren und einzurichten. Allerdings brauche ich drei Versuche, weil der Speaker mein Gäste-WLAN nicht erkennt. Notgedrungen nehme ich beim dritten Anlauf das reguläre WLAN und bin erfolgreich.

Alle smarten Geräte, die ich im Haushalt besitze, kann ich in Google Home aufnehmen. So kann Gemini alles steuern. Ich habe als smartes Gerät nur meinen Xiaomi-Ventilator, weil ich smarte Dinge generell dumm finde. Für den Home Speaker verknüpfe ich den Lüfter dennoch. Die Xiaomi-App (sowie zahlreiche andere smarte Apps) und der Ventilator lassen sich problemlos mit Google Home verknüpfen und nutzen. Dazu unten mehr.

Jederzeit Zugriff auf Gemini

Ich nutze den Google Home Speaker praktisch nur für Musik. Per Sprachbefehl greift der Assistent nur auf Spotify und Youtube zurück, Gemini beantwortet mir aber auch Fragen zu den Songs, die ich über meine favorisierte App Tidal abspiele.

Meistens höre ich mit dem Home Speaker Musik.
Meistens höre ich mit dem Home Speaker Musik.

Der Home Speaker hat neben Musik zwei umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten: als Assistent für mein smartes Zuhause und als stationäre KI für die «grossen» Fragen des Alltags.

Der verknüpfte Ventilator ist über Google Home zudem eingeschränkt in den Funktionen: Über die Xiaomi-App kann ich beispielsweise einen Timer stellen oder ihn rotieren lassen. Gemini kann das Gerät nur ein- und ausschalten oder die drei Windstärken wählen. Immerhin klappt das zuverlässig und schnell.

Die smarten Funktionen meines Ventilators sind auf Google Home eingeschränkt.
Die smarten Funktionen meines Ventilators sind auf Google Home eingeschränkt.

Die smarte Bedienung ist dank Gemini angenehm nutzbar. So muss ich, entgegen dem alten Google Assistant, nur ganz am Anfang «Hey Google» sagen und ergänze im Anschluss mit weiteren Befehlen. Hast du dein Zuhause besonders smart gestaltet, kannst du Gemini diverse Aufträge auf einmal erteilen.

Gemini kommt gut mit Schweizer Mundart klar. Ich kann den Befehl so formulieren, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Manchmal antwortet der Sprachassistent sogar auf Mundart – wenn auch in einem inexistenten Kauderwelsch aus verschiedenen Dialekten. Längere Konversationen versteht er weniger gut.

Damit komme ich zur nächsten Funktion des Google Home Speakers: Konversationen mit Gemini. Die führe ich gelegentlich auch auf dem Smartphone, dafür muss es aber griffbereit sein. Der Home Speaker ist bequemer.

Gemini schreibt mir meine Einkaufslisten.
Gemini schreibt mir meine Einkaufslisten.

Die Möglichkeiten sind umfangreich: Timer stellen, Einkaufslisten schreiben oder mir erklären lassen, warum ich meine Teflonpfanne nicht in den Geschirrspüler stellen sollte. Nebenher kann ich die smarten Funktionen weiterhin steuern. Manchmal meckert die KI bei so einer Mischung allerdings, sie habe keinen Zugriff auf das Gerät. Manchmal braucht es zwei Anläufe.

Nach Beantwortung einer Frage kann ich Anschlussfragen stellen. Nervig ist, dass Gemini immer nachfragt, ob sie noch was für mich tun kann – auch nach einem «Nein Danke».

Datenschutz und Privatsphäre: eine heikle Sache?

Möchtest du dein Zuhause mit dem Home Speaker steuern, kommst du nicht um den Google Server herum. Hier findest du deshalb die wichtigsten Informationen dazu.

Für den Datenschutz kann ich einige Einstellungen vornehmen.
Für den Datenschutz kann ich einige Einstellungen vornehmen.

Der Google Home Speaker hört im Standby-Modus zu, ob das Aktivierungswort «Hey Google» fällt. Erst bei dieser Erkennung starten die Aufnahme und die Datenübertragung. Gesprochene Anfragen werden dann an Google-Server weitergeleitet und in deren Cloud verarbeitet. Laut Google werden diese Daten aber nur verschlüsselt verarbeitet.

Bei der Nutzung der smarten Dienste erfasst Google auch die technischen Daten wie die IP-Adresse und WLAN-Verbindung. Wichtig ist hier zu wissen, dass Google Befehle für 24 Stunden speichert, um sie korrekt auszuführen. Wenn ich meinen Verlauf deaktiviert habe, werden die Befehle nach 24 Stunden automatisch gelöscht.

Den Verlauf in Google Home kann ich auch löschen.
Den Verlauf in Google Home kann ich auch löschen.

Die wichtigste Anpassung, wenn ich nicht möchte, dass Gemini mir zuhört, ist der physische Knopf fürs Deaktivieren des Mikrofons. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, um die Privatsphäre zu schützen:

  • Verlauf löschen: Über die Google Home App sehe ich meine gespeicherten Sprachverläufe, die ich dort löschen kann. Auch eine automatische Löschung kann ich aktivieren.
  • Persönliche Daten einsehen: Ich kann einschränken, ob der Lautsprecher auf meine privaten Daten zugreifen kann, wie Kontakte, Kalender und Notizen. Ich kann auch wählen, dass Gemini gemerkte Adressen oder WLAN-Passwörter wieder vergisst.
  • Gastmodus: Für Besuchende kann ich einen Gastmodus einrichten, bei dem der Lautsprecher nicht auf meine persönlichen Daten zurückgreift.
  • Memory-Funktion: Gemini kann sich neu vergangene Informationen merken. Diese Funktion kann ich im Account deaktivieren.

Ich lege dir generell ans Herz, möglichst wenig private Infos an Gemini weiterzugeben. Um als Assistent fürs smarte Zuhause und als DJ zu funktionieren, ist das auch nicht nötig.

Fazit

Gemini hilft in allen Bereichen

Wenn du dein Zuhause smart eingerichtet hast, ist der Google Home Speaker ein Mehrwert. Mit Gemini kannst du komplexe Aufgaben formulieren oder mehrere Befehle hintereinander ausführen lassen.

Daneben lassen sich mit der KI Konversationen führen und ich kann mir meine Lieblingsmusik wünschen, während ich am Kochen bin. Manchmal braucht der Assistent aber einen zweiten Anlauf, weil smarte Steuerung und Beantwortung von alltäglichen Fragen nicht immer Hand in Hand gehen.

Wenn du Bedenken bezüglich Datenschutz hast, gibt es einige Einstellungen, die du vornehmen kannst – oder du deaktivierst das Mikrofon gleich physisch am Gerät. Denn auch rein für Musik ist der Google Home Speaker ein cooles Gerät, das nicht viel Platz braucht und guten Sound liefert. Schade ist, dass ich ihn mit Kabel am Netz lassen muss und nicht überallhin mitschleppen kann.

Pro

  • kompaktes, zeitloses Design
  • guter Sound für Musik
  • dank Gemini vielseitig einsetzbar

Contra

  • nur stationär am Strom nutzbar
  • Gemini macht Fehler
  • Daten werden zur Verarbeitung weitergeleitet
Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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