Florian Bodoky
Ratgeber

«Fritzhole»: So nutzt du deine Fritzbox als Adblocker

Google scheint im Kampf gegen Adblocker zunehmend die Oberhand zu gewinnen. Für Fritzbox-Nutzer und -Nutzerinnen gibt es aber einen Workaround.

Nächste Woche ist es soweit: Google entfernt die letzten verbliebenen Browser-Extensions, die auf Manifest V2 basieren. Unter anderem muss die WebRequest-API der Declarative-Net Request-API weichen. Viele Erweiterungen funktionieren damit nicht mehr. Durch die statischen Filterregeln, die Manifest V3 erfordert, arbeiten vor allem einige Adblocker nur noch eingeschränkt.

Immerhin: Router mit DNS-Filterlisten bieten eine Alternative. So auch die Fritzbox. Damit kannst du Werbung geräteübergreifend blockieren.

Achtung: Du benötigst dafür FritzOS 8.40b oder neuer. Aktuell handelt es sich noch um eine Beta-Version, die du manuell installieren musst. Wenn du damit keine Erfahrung hast, rate ich dir von diesem Tipp eher ab.

So funktioniert das «Fritzhole»

Unter FritzOS 8.40b, das du hier bekommst, baut der Hersteller einen DNS-Filter ein, der die eine oder andere Benutzerin an das Pi-Hole erinnern dürfte. Statt einzelne Werbungen im Browser zu unterdrücken, blockiert die Fritzbox mit der neuen Funktion bereits Anfragen an gewisse Werbe- und Trackingserver. Ruft ein Gerät in deinem Netz also eine solche Adresse auf, läuft die Anfrage ins Leere. Die Werbung lädt nicht.

So aktivierst du den Werbeblocker

Nachdem du die Beta für deine Fritzbox heruntergeladen hast (unter dem obigen Link siehst du, welche Fritzboxen unterstützt werden), öffnest du die Benutzeroberfläche deines Routers. Gib dazu im Browser «fritz.Box» oder die Router-IP ein. Diese dürfte wahrscheinlich 192.168.178.1 oder 192.168.1.1 lauten. Anschließend logggst du dich ein und öffnest folgenden Pfad: System > Update > «Fritz-OS-Datei».

Hier lädst du FritzOS 8.40b (oder neuer) hoch und installierst es.
Hier lädst du FritzOS 8.40b (oder neuer) hoch und installierst es.

Ich rate dir, vor der Installation ein Backup deiner Fritzbox-Konfiguration anzulegen.

Nach dem Update kannst du loslegen: Der DNS-Filter von Fritz arbeitet mit Filterlisten. Du kannst entweder eigene Listen zusammenstellen oder öffentlich verfügbare Listen nutzen – etwa die «Light-» oder die strengere «Normal»-Liste von «Projekt Hagezi» auf GitHub. Wähle dort jeweils die Liste «Wildcard Domains» und kopiere die URL in die Zwischenablage.

Klicke auf «Link» und kopiere die URL in die Zwischenablage.
Klicke auf «Link» und kopiere die URL in die Zwischenablage.

In diesem Beispiel nutze ich «Hagezi Light». Gehe anschliessend wieder auf das Interface deiner Fritzbox und öffne: Heimnetz > Netzwerk > Netzwerkeinstellungen > Erweiterte Netzwerkeinstellungen > DNS-Filter.

Aktiviere die erweiterten Netzwerkeinstellungen.
Aktiviere die erweiterten Netzwerkeinstellungen.

Klicke auf «Filter hinzufügen» und füge die URL ein. Fertig.

Hier kannst du entweder eigene oder vorgefertigte Filterlisten eintragen.
Hier kannst du entweder eigene oder vorgefertigte Filterlisten eintragen.

Mein Fazit: Nicht perfekt, aber ganz passabel

Das Gute an dieser Lösung: Da der Filter auf Router-Ebene ansetzt, funktioniert er für alle Geräte, die via Fritzbox mit dem Internet verbunden sind. Was manchmal problematisch sein kann: Als DNS-Lösung kann er nur ganze Domains beziehungsweise Server, aber keine einzelnen Werbeelemente auf einer Webseite blockieren. Deshalb bleiben manchmal einfach leere oder graue Flächen zurück, wo sonst Werbung erscheinen würde. Auch nicht optimal. Als rudimentäre Lösung fürs Gröbste taugt das «Fritzhole» aber allemal.

Titelbild: Florian Bodoky

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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