
Forscher entschlüsseln das Brummen der Elefanten
US-Fachleute haben mithilfe von KI herausgefunden, was sich Elefanten zu sagen haben. Über ihre tiefen Brumm-Chöre fordern sich die Tiere etwa zum Weitergehen auf oder begrüssen einander nach langer Trennung.
Afrikanische Elefanten (Loxodonta africana) sind hochsoziale Tiere, die häufig über tiefe Brummlaute im Infraschallbereich miteinander kommunizieren – entweder als Einzellaute oder im Chor. Das Klanggewirr, wenn mehrere der Dickhäuter auf einmal brummen, liess sich bisher nur schwer analysieren. Nun fand ein US-Team mithilfe von KI heraus: Die Brumm-Chöre dienen als soziales Gruppensignal, welches den Tieren dabei hilft, gemeinsame Aktionen zu koordinieren. Auch gleichen die Elefanten ihre Stimmen dabei einander an, wie die Fachleute in »«Scientific Reports» schreiben.
Sara Keen vom Earth Species Project in Berkeley, Kalifornien, und ihre Kollegen analysierten insgesamt 902 Brummlaute von 84 wilden Elefanten aus 39 Familien. Die Aufnahmen stammten aus vier Jahrzehnten Feldforschung im Amboseli-Nationalpark in Kenia. Maschinelles Lernen half dabei, die Brumm-Chöre sechs verschiedenen sozialen Kontexten zuzuordnen – darunter Begrüssungen, Wiedervereinigung nach Trennungen, Trost und Beruhigung von Kälbern sowie «Let’s go»‑Situationen, in denen Bewegungen initiiert werden.
Während mancher sozialer Interaktionen glichen die Dickhäuter ihre Laute zunehmend einander an – ein Muster, das als «vokale Konvergenz» bezeichnet wird. Das Team vermutet, dass es den Familien dabei hilft, ihre Handlungen untereinander abzustimmen. Die Autoren betonen jedoch, dass dies nicht explizit mittels Playback-Experimenten getestet wurde.
«Unsere Ergebnisse geben einen neuen Einblick darin, wie Elefanten Bindungen aufrechterhalten, Bewegungen aushandeln und ihr Sozialleben koordinieren», sagt Co-Autorin Joyce Poole von Elephant Voices in einer Pressemitteilung. Während die mehrstimmigen Gruppenlaute von Pottwalen und Orcas bereits mit Verhaltenskontexten in Verbindung gebracht werden konnten, gelang dies nun erstmals für Elefanten. «Seit Jahren vermuten Elefantenforscher, dass die Chöre sinnvoll strukturiert sind. Maschinelles Lernen ermöglichte es uns jetzt, diese Idee formal zu testen», so Sara Keen.
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