Das Smarthome-System von Bosch kann auch das Heizen intelligenter gestalten. Bildquelle: inside-digital.de
Das Smarthome-System von Bosch kann auch das Heizen intelligenter gestalten. Bildquelle: inside-digital.de
KaufratgeberSmarthome

Einstieg ins Smarthome, Teil 9: Bosch

Raphael Knecht
Zürich, am 26.05.2021
Mit Smarthome-Produkten automatisierst du deinen Alltag. Um den Durchblick im Anbieter-Dschungel nicht zu verlieren, stelle ich dir die gängigsten Systeme vor. Nach der Telekomgrösse Gigaset ist die Allzweckwaffe Bosch an der Reihe.

Dein eigenes Hab und Gut zu überwachen, um es zu schützen, hat längst nichts mehr mit Paranoia zu tun, sondern ist Bestandteil eines gut ausgestatteten Smarthomes. Sensoren für Rauch warnen dich bei drohender Gefahr, sodass du rechtzeitig reagieren kannst. Fenster- und Türkontakte, Bewegungsmelder sowie Sirenen geben dir zusätzliche Sicherheit in deinen eigenen vier Wänden. Luftqualitätssensoren sorgen zudem dafür, dass du das Klima in deinem Zuhause immer im Griff hast und bei zu tiefen oder hohen Werten reagieren kannst. Mittels smarten Thermostaten kannst du deine Heizung auch aus der Ferne steuern und dein Ferienhaus vorheizen, während du auf dem Weg dorthin bist. Im Optimalfall wählst du für dein Smarthome-System eine Lösung, bei der alle Produkte vom selben Hersteller stammen. So vermeidest du Kompatibilitätsprobleme. Das Sortiment von Bosch umfasst Geräte für alle erwähnten Bereiche. Nach Homematic IP, Philips Hue, tado°, Netatmo, Devolo, Aqara, Eve Systems und Gigaset zeige ich dir im neunten Teil meiner Smarthome-Einführung, wie du dein Smarthome mithilfe von Bosch-Produkten aufpeppen kannst.

Wie der Telekom-Brand *Gigaset** dein Smarthome aufmotzt
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Wie der Telekom-Brand Gigaset dein Smarthome aufmotzt

Warnt vor Rauch, Einbrechern und schlechter Luft

Bosch arbeitet bei seinem Smarthome-System mit einer Zentrale, die sich Controller nennt. Abgesehen vom smarten Zwischenstecker, der in der Steckdose steckt, werden die zusätzlich erhältlichen und mit der Zentrale verbundenen Geräte allesamt mit Batterien betrieben. Die Kommunikation läuft übers WLAN, mittels 868-MHz-Funkfrequenz. Es können pro Controller bis zu 100 Sensoren betrieben werden. Da der Hub von Bosch am Strom hängt und mit dem Router verbunden werden muss, benötigst du an beiden Orten einen freien Steckplatz. Der Controller speichert alle Daten lokal auf dem Gerät. Dadurch ist das System nicht auf die Cloud angewiesen und funktioniert auch bei einem Internetausfall.

Über ihn läuft alles: der Bosch Smart Home Controller. Bildquelle: bosch-smarthome.com
Über ihn läuft alles: der Bosch Smart Home Controller. Bildquelle: bosch-smarthome.com

Die Fenster- und Türkontakte von Bosch sind etwas grösser als die meisten Sensoren der Konkurrenz, dafür ziemlich schmal und unauffällig im Design. Sie melden dir, falls jemand unbefugt in deine Wohnung eindringt. Ausserdem melden sie dem smarten Thermostaten, wenn du am Lüften bist, damit die Heizung nicht vergebens läuft. Mit der Heizungssteuerung kannst du sie zudem von überall via Handy steuern. Nebst dem Zusammenspiel mit den Fenster- und Türsensoren kannst du der Heizung beispielsweise im Winter auf Knopfdruck einen Boost geben.

Die Fenster- und Türkontakte sollen dich vor Einbrüchen schützen. Bildquelle: bosch-smarthome.com
Die Fenster- und Türkontakte sollen dich vor Einbrüchen schützen. Bildquelle: bosch-smarthome.com

Der Rauchmelder alarmiert dich nicht nur auf dem Handy, wenn sich Rauch bildet. Er ist gleichzeitig eine Sirene und gibt schrille Töne von sich, wenn er beispielsweise von den Tür- oder Fensterkontakten eine entsprechende Warnmeldung erhält. Ausserdem besitzt der Rauchmelder ein Notlicht, dass bei Rauchentwicklung als Wegweiser dienen soll. Der etwas teurere Twinguard Rauchmelder von Bosch ist im Gegensatz zu seinem günstigeren Pendant zusätzlich mit einem Luftmessgerät ausgestattet. Dieses liefert Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftreinheit. Der Bewegungsmelder kann zwischen Tieren und Menschen unterscheiden und meldet Einbrüche aufs Handy sowie an die Sirene des Rauchmelders.

Der Twinguard von Bosch ist Rauchmelder und Luftqualitätsmesser in einem. Bildquelle: bosch-smarthome.com
Der Twinguard von Bosch ist Rauchmelder und Luftqualitätsmesser in einem. Bildquelle: bosch-smarthome.com

Was du dafür benötigst

Ohne den Controller, die Schaltzentrale des Bosch-Smarthomes, läuft nichts. Du brauchst den Hub, um mit den Sensoren kommunizieren und interagieren zu können. Er benötigt einen freien Steckplatz am Router und einen an der Steckdose. Weitere Produkte fügst du über die Bosch Smart Home App relativ einfach und schnell hinzu. Die App gibt's für iOS und Android. Darin siehst du auf einen Blick, welche Produkte du derzeit in Betrieb hast, kannst allfällige Fehlermeldungen überwachen und automatisierte Routinen erstellen. Auch der Fernzugriff von ausserhalb deines Zuhauses auf dein Smarthome ist damit möglich. Ausserdem kannst du deine Bosch-Smarthome-Produkte dank der Apple-Homekit-, Google-Assistant- und Amazon-Alexa-Kompatibilität mit anderen Geräten und Smarthomes kombinieren, die diese Standards ebenfalls unterstützen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Produkte desselben Herstellers am wenigsten Probleme bereiten.

Alle smarten Produkte von Bosch montierst du sehr einfach und schnell, auch ohne elektrotechnisches Knowhow oder erste Smarthome-Erfahrungen. Die logisch aufgebaute und leicht zu bedienende App führt dich Schritt für Schritt durch die jeweiligen Installationen. Du brauchst für die Inbetriebnahme deines Bosch-Smarthomes kein Werkzeug und musst auch kein Kabelchaos befürchten, weil abgesehen vom Controller alle Geräte kabellos und mit Batterie funktionieren. Auch der Thermostat, der zwar ohne Kabel daherkommt, aber deinen bestehenden Wandthermostaten ersetzt und dort mit Kabeln angeschlossen wird, ist schnell in Betrieb genommen. Du kannst auch dein bestehendes Smarthome-System einer beliebigen Marke mit Bosch-Produkten ergänzen, sofern es mit dem Apple Homekit, Google Assistant oder Amazon Alexa kompatibel ist. Dafür brauchst du – abgesehen vom bereits genutzten Smarthome eines anderen Herstellers – keine zusätzlichen Geräte, was eine problemlose Integration in andere Systeme begünstigt.

Die Smarthome-App ist übersichtlich, logisch aufgebaut und läuft flüssig. Bildquelle: bosch-smarthome.com
Die Smarthome-App ist übersichtlich, logisch aufgebaut und läuft flüssig. Bildquelle: bosch-smarthome.com

Kleines, aber feines Sortiment

Weil alle Produkte untereinander übers WLAN kommunizieren, bietet dir das Bosch-Smarthome eine zuverlässige Verbindung – sofern du zu Hause ein stabiles und in alle Räume reichendes Netzwerk hast. Weil Bosch nebst Haushalts- und Gartengeräten zwar ein relativ überschaubares Lineup an smarten Geräten bietet, das jedoch mit Apple, Amazon und Google kompatibel ist, ist eine Erweiterung deines Smarthomes auf andere Bereiche und um zusätzliche Features ebenfalls spielend einfach möglich. Die hohe Konnektivität ermöglicht dir, auch jene Abläufe, Räume und Produkte smart zu machen, die du nicht im Bosch-Sortiment findest. Zudem kommen der Hub, die Sensoren und weiteres Zubehör in edlem Design. Sie bewegen sich preislich gesehen auf einem – für viele Smarthome-Produkte typisch – hohen Niveau. Wenn du also Wert auf hohe Qualität und ein schönes Äusseres legst, dann ist das Smarthome von Bosch definitiv eine Überlegung wert.

Der Rauchmelder von Bosch warnt dich vor gefährlicher Rauchentwicklung. Bildquelle: bosch-smarthome.com
Der Rauchmelder von Bosch warnt dich vor gefährlicher Rauchentwicklung. Bildquelle: bosch-smarthome.com

Die Community lobt die Integration ins Apple Homekit: Das Ganze laufe latenzfrei und ohne weitere Probleme. Bei 20 Sensoren und Meldern im Einsatz machen sowohl die Bosch Smart Home App als auch die Automationen in der Apple Home App keine Schwierigkeiten. Trotz Stahlbetondecken und Bodenheizung sei die Reichweite beachtlich, auch auf mehrere Stockwerke verteilt. Auch die gute Qualität, die schnelle Inbetriebnahme und die schöne Verarbeitung werden positiv erwähnt. Negativ aufgefallen sind der digitec- und Galaxus-Community die Tatsache, dass das Alarmsystem nicht im Homekit angezeigt wird und sich dort nur sehr umständlich integrieren lässt. Ausserdem erscheinen Alarmmeldungen nur per Push-Nachrichten – ohne Datenverbindung des Smartphones kriegt der User keine Benachrichtigungen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Basisstation keinen Ersatzakku hat, der bei einem Stromausfall einspringen würde. Den Fenster- und Türsensoren fehlt es an Sabotagekontakten. Diese würden sicherstellen, dass nicht daran herumhantiert werden kann, ohne einen Alarm auszulösen. Versierte Einbrecher könnten so den Schutz allenfalls umgehen.

Mögliche Alternativen

Eve Systems und Netatmo bieten Gefahrenmelder bei Rauchentwicklung sowie Türen und Fenster, auf die du bei Bedarf zurückgreifen kannst, falls dir die Produkte von Bosch nicht zusagen. Devolo hat im Bereich der Warnmelder ebenfalls einen Bewegungsmelder und einen Luftfeuchtigkeitssensor. Preislich gesehen fährst du mit Eve Systems oder auch Homematic IP am günstigsten. Sowohl Netatmo, Devolo als auch Eve bieten plusminus dieselben Funktionen, um dein Hab und Gut zu schützen. Auch von Homematic IP gibt's einen Wassersensor, der dich im Falle von Hochwasser warnt und via Smartphone und Sirene informiert. Da einige der Homematic-IP-Produkte allerdings etwas mehr IT- und Elektrowissen verlangen, würde ich sie dir eher nicht empfehlen, wenn du zu einer simplen Plug-and-play-Lösung wie Bosch tendierst.

Wenn du auf den Rauchmelder verzichten kannst, liefer dir der Thermostat Infos zum Raumklima. Vorzugsweise wählst du den Thermostaten von Bosch selbst, du kannst aber auch auf andere Hersteller ausweichen. Ein smarter Thermostat liefert dir nicht nur aktuelle Daten, sondern kann gleichzeitig auch deine Heizung kontrollieren. Du sparst so Strom und langfristig Geld. Hier bieten sich die Produkte von tado°, Netatmo, Devolo oder Homematic IP als potenzielle Ausweichmöglichkeiten an. Als Ersatz für die Fenster- und Türkontakte von Gigaset kann ich dir diejenigen von Eve Systems oder Homematic IP empfehlen. Die Homematic-IP-Sensoren sind zwar etwas grösser und auffälliger, bieten aber denselben Schutz, sind günstiger und können ins beinahe unendlich erweiterbare Homematic-Smarthome-Universum eingebettet werden.

Smartes Heizkörper Thermostat - Starter Kit V3+
139.–
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Für Smarthome-Neulinge und Plug-and-play-Fans

Die Smarthome-Produkte von Bosch überzeugen mit einem kleinen, aber feinen Sortiment, hochwertigen Produkten sowie edel anmutendem Design. Dank batteriebetriebenen Sensoren und Meldern sind keine Kabelinstallationen notwendig. Das System unterstützt Amazons Alexa, Apples Homekit und Googles Assistant. Du kannst mit den Bosch-Geräten vor allem die Überwachung – egal, ob Bewegungen, Gefahren oder das Klima – deines Zuhauses smarter gestalten. Ohne die Basisstation läuft nichts – die Sensoren und Melder brauchen die zentrale Einheit. Die Bosch Elements App ist übersichtlich und simpel aufgebaut, läuft störungsfrei und zeigt dir auf einen Blick stets alle Produkte an, die in deinem Smarthome in Betrieb sind. Weitere Gefahrenmelder, Sensoren und Zwischenstecker fügst du deinem bestehenden System via App und – dank Plug-and-play – spielend leicht hinzu. Bist du Elektronik-Pro und tüftelst gerne an deinem System herum, dann empfehle ich dir ein fortgeschritteneres System, wie zum Beispiel Homematic. Willst du hingegen eine leicht zu installierende, unauffällige, günstige und trotzdem hochwertige Einsteiger-Smarthome-Lösung, bist du bei Bosch richtig.

Der smarte Thermostat von Bosch lässt dich langfristig Kosten sparen. Bildquelle: bosch-smarthome.com
Der smarte Thermostat von Bosch lässt dich langfristig Kosten sparen. Bildquelle: bosch-smarthome.com

Homematic IP bietet einen einfachen Einstieg ins Smarthome-Universum. Noch simpler arbeitet es sich mit Philips Hue, wobei der Fokus hier auf der Beleuchtung liegt. tado° spielt seine Stärken im Bereich von smarten Heizungen aus. Die Produkte von Netatmo überwachen alles in und um dein Zuhause. Devolo bietet dir nebst einem umfangreichen Smarthome-Sortiment auch leistungsfähige Netzwerkprodukte. Mit Aqara setzt du auf eine Xiaomi-Tochter und einen eher kleineren Player mit günstigen Produkten. Eve Systems setzt ebenfalls auf ein überschaubares Sortiment, bietet aber dennoch für alle wichtigen Bereiche deines Smarthomes ein passendes Produkt. Gigaset punktet mit stromsparenden, kompakten und verhältnismässig günstigen Geräten, um dein Zuhause in jedem Raum smarter zu gestalten. Bosch schliesslich überzeugt mit einem überschaubaren Sortiment, einfacher Plug-and-play-Einrichtung und visuell ansprechenden Produkten.

PreisSortiment ErweiterbarEinsteigerfreundlichBedienbarkeitKlimaRollladenHeimüberwachungBeleuchtungGefahrenmelderAmazon AlexaGoogle AssistantApple Homekit
Homematic IP++++++++++++++++++++-++++++++++++++
Philips Hue++++++++++++---++++-++++++++++++
tado°++++++++++----++++++++++++
Netatmo++++++++++++++++-++++++++--++++
Devolo++++++++++++++++++++-++++++++++-
Aqara++++++++++++++++-+++-++++-++++++++
Eve Systems++++++++++++++-+++++++--++++
Gigaset
++++++++++++++++++-+++++++++++++++-
Bosch+++++++++++++-+-++++++++++++++

Im nächsten Teil zeige ich dir, wie die Produkte von Somfy deine eigenen vier Wände zu einem Smarthome machen können. Wenn du diesen und weitere Smarthome-Texte von mir nicht verpassen möchtest, dann folge mir mit einem Klick auf den «Autor folgen»-Button beim Autorenprofil.

Bildquellen Teaser: siio.de und maclife.de

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Raphael Knecht
Raphael Knecht

Senior Editor, Zürich

Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne hüglige Cyclocross-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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