Einmal glatte Haare zum Mitnehmen bitte! Der ghd Unplugged im Test
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Einmal glatte Haare zum Mitnehmen bitte! Der ghd Unplugged im Test

Natalie Hemengül
Zürich, am 02.11.2021

Unterwegs die Haare strecken: Das neue ghd Luxus-Glätteisen im Kleinformat will das Styling «on the go» möglich machen. Ob das glattgeht?

Winken 15 Minuten mehr Schlaf, verzichte ich morgens gerne auf Make-up, ein anständiges Outfit oder ein Minimum an Haarstyling. Meist kann ich gut mit meiner Entscheidung leben. Nur wenn an besagten Tagen ein spezieller Anlass ansteht, zu dem ich mich quälen darf, bereue ich den Extraschlaf. Dann wünschte ich mir, ich hätte wenigstens die Weitsicht gehabt, ein paar Dinge mitzunehmen, um tagsüber Schadensbegrenzung zu betreiben: Concealer, etwas Schmuck oder zumindest einen Kamm. Ginge es nach dem Luxus-Haar-Brand ghd bliebe es nicht nur bei Letzterem.

Ghd hat einen kabellosen Haarglätter lanciert, den ich «on the go», also unterwegs, verwenden kann. Das schliesst Reisen mit ein, denn der im «ghd Unplugged» verbaute Akku ist laut Hersteller «handgepäck- und flugfreundlich». Der Mini-Styler soll mir im Handumdrehen glattes, geschmeidiges Haar zaubern. Jederzeit und überall. Wie praktisch das Ding wirklich ist und ob es sich in gewissen Situationen lohnt, so etwas herumzuschleppen, will ich herausfinden.

Die Aufmachung darf sich sehen lassen: sleek, minimalistisch und edel.
Die Aufmachung darf sich sehen lassen: sleek, minimalistisch und edel.

Lieferumfang:

  • Hitzebeständige Tragetasche
  • kabelloser Styler
  • USB-C-Kabel
  • USB-C-Ladegerät

Das Design fällt ins Gewicht

Optisch kommt das 21,5 Zentimeter kurze Stylinggerät ohne Schnickschnack aus. Schlank, mattschwarz und mit nur einem Regler ausgestattet. Dasselbe gilt für das Reiseetui, in dem nicht nur der Unplugged Platz findet, sondern auch das USB-C-Kabel, jedoch ohne das Ladegerät. Im Vergleich zum kabellosen Dyson Corrale ist der Unplugged ganze 7,5 Zentimeter kleiner. Und er ist verdammt leicht: 302 Gramm, um genau zu sein. Mit Etui schafft er es auf 378 Gramm. Dysons akkubetriebener Glätter fürs alltägliche Styling daheim wiegt 550 Gramm.

Nur das Nötigste: Der ghd Unplugged ist schnörkellos.
Nur das Nötigste: Der ghd Unplugged ist schnörkellos.

Anwendung

Ich hänge das Glätteisen an den Strom und lasse es aufladen. Das Licht am Regler blinkt fröhlich vor sich hin. Nach etwa eineinhalb Stunden leuchten alle fünf der Akkuladeanzeigen – ready für den Gebrauch. Im Handbuch steht übrigens, dass das Aufladen nicht länger als zwei Stunden dauert. Ich schiebe den Ein-Aus-Regler hoch, nachdem ich das Kabel entfernt habe. Begrüsst werde ich mit einem Ton. Wieder blinken Lichter. Nach zirka 30 Sekunden ertönt der Unplugged noch einmal und lässt mich wissen: Er ist heiss aufs Styling.

Wegen des Akkus, das vermute ich zumindest, ist das Handstück breiter gebaut, als ich es mir gewohnt bin. Dennoch liegt es gut in meiner kleinen Hand. Mein gewelltes, dickes Haar gleitet mühelos zwischen den 22 Millimeter breiten Keramikplatten hindurch. Zum Vergleich: Der Dyson Corrale kommt auf 26 Millimeter. Trotz der schmaleren Platten kann ich mit der mir gewohnten Strähnengrösse arbeiten. Fransen, Längen, Babyhaare – der ghd scheint für alle Haarlängen gleich gut geeignet zu sein. Wäre da bloss nicht der Zeitdruck.

Hinten am Gerät befindet sich die USB-C-Buchse.
Hinten am Gerät befindet sich die USB-C-Buchse.

Die Zeit im Nacken

Der Unplugged ist nichts fürs ausgiebige, gemütliche Frisieren. Laut Hersteller reicht einmaliges Aufladen für ein Styling. Nach knapp acht Minuten Action leuchten bei mir nur noch drei von fünf Anzeigen. Je nach Haarlänge, -menge und -beschaffenheit ist das genug oder zu wenig Zeit. Bei meiner schulterlangen Mähne reicht der Akku für etwa 1 1/4 Stylings. Blinkt das letzte Licht, ertönt wieder eine kurze Melodie. Das bedeutet, dass nur noch 15 Prozent der Ladung vorhanden sind. Während des Ladevorgangs lässt sich der Unplugged nicht verwenden. Deshalb muss ich ihn zwingend nach jedem Gebrauch voll aufladen, wenn ich bei der nächsten Anwendung nicht mitten im Styling unterbrochen werden möchte. Zudem macht mich die Akkuanzeige nervös. Ständig frage ich mich: Bin ich schnell genug? Komme ich mit dem Akku durch? Wer einen Adrenalinkick sucht, kann mit dem Unplugged auch Locken oder Wellen ins Haar zaubern. Das klappt zwar hervorragend, dauert aber länger als simples Glätten. Hochrisikoverhalten.

Meine Haare gleiten mühelos durch die heissen Keramikplatten.
Meine Haare gleiten mühelos durch die heissen Keramikplatten.

Das Ergebnis

Während des Glättens erreiche ich relativ schnell einen Punkt, an dem ich merke: Glatter werden die Haare nicht. Egal, wie oft ich die Strähnen durch die Platten ziehe. Schuld daran ist die konstante Temperatur von 185° C. Weitere Hitzestufen gibt es nämlich nicht. Das mag für Menschen mit leicht zu bändigendem Haar ideal sein. Bei mir lässt das Ergebnis aber besonders an den Haarspitzen zu wünschen übrig. Immerhin: Glanz und Geschmeidigkeit bringe ich damit definitiv in mein Haar.

Vorher
Vorher
Nachher
Nachher

Fazit: «On the Go» oder No-Go?

Am kompakten, leichten Design habe ich kaum was auszusetzen. Einzig einen kleinen Fixierregler hätte ich mir gewünscht, der die beiden Platten aneinanderpresst. Ansonsten ist das Gerät gut durchdacht. Also optimal fürs Styling oder fürs Auffrischen der Frisur ausserhalb der eigenen vier Wände: sei es vor Meetings mit Kundenkontakt, Events oder einfach nur so. Ausserdem lässt sich der Haarglätter in der Handtasche oder im Büro leicht unterbringen.

Durch die fehlende Hitzeregulierung schrumpft die potenzielle Zielgruppe des Geräts allerdings. Du hast leicht zu bändigendes, nicht allzu langes Haar, bist viel unterwegs und gibst gerne mehr Geld für Komfort aus? Dann gehörst du zum erwählten Kreis, der Freude an diesem Premium-Styler haben dürfte.

Bei meiner Haarbeschaffenheit eignet sich der Unplugged aber maximal als Touch-up-Produkt, um mein bereits geglättetes Haar hin und wieder von Frizz zu befreien. Denn an das Ergebnis eines herkömmlichen Glätters kommt der Unplugged zumindest bei meinen Haaren nicht heran. Und dafür ist mir das Gerät dann doch zu teuer. Da probiere ich es vorerst lieber mit einem Kamm «to go». Oder mit 15 Minuten früher aufstehen.

Wobei, Kamm hört sich besser an.

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül

Editor, Zürich

Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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