
Ein Pelz, für den kein Tier sterben musste
Das Tragen von Grosis Vintage-Hermelinmantel ist verpönt. Kunstfell, die bisherige Alternative, ist aber alles andere als umweltbewusst. Abhilfe soll jetzt ein nachhaltiger Jeanspelz schaffen.
Beim Thema Echtpelz scheiden sich die Gemüter: Ist es okay, einen Pelz zu tragen, wenn er ein Erbstück ist? Oder solltest du auch dann darauf verzichten? Alternativen aus Kunstpelz gibt's mittlerweile genug. Diese sind in Sachen Nachhaltigkeit aber alles andere als vorbildlich, da für Fake Fur Polyester verwendet wird. Die Kunstfaser besteht aus Erdöl, eine nicht erneuerbare Ressource. Ein weiterer Nachteil: Textilien aus Polyester setzen bei jedem Waschgang Mikroplastik frei, der im Abwasser landet. Wenn du also Wert auf abbaubare und nachhaltige Materialien legst, ist auch Fake Fur keine Option für dich. Dieser Problematik haben sich der Textilhersteller Isko und der für seine nachhaltige Mode bekannte Nachwuchsdesigner Tiziano Guardini angenommen. Ihre Lösung ist der «Denim Fur», ein zotteliger Jeansstoff, der optisch an Pelz erinnert.
Haters gonna hate
Kritische Stimmen werden diese Innovation hinterfragen, da die Produktion von Denim als besonders giftig gilt. Wer die Modebranche in letzter Zeit beobachtet hat, weiss, dass in Sachen Jeansherstellung und Nachhaltigkeit ein Wandel stattgefunden hat . Ein Paradebeispiel hierfür ist Iskos besagter Denim Fur, der aus zertifizierter Bio-Baumwolle und recycelter Baumwolle gefertigt wird. Bei der Innovation setzt das Textilunternehmen auf eine neue Technologie, die die Baumwoll-Wollmischung haarig aussehen lässt.

Der Stoffhersteller gibt zu, dass das Jeans-Fell optisch (noch) nicht mit Pelz identisch ist. Trotzdem verschönere es Kleidungsstücke gleichermassen wie ein Echtpelz. Mit seinem neuesten Projekt geht das Textilunternehmen nun noch einen Schritt weiter: Das Material «Isko Wild» sieht Pelz noch ähnlicher und wird schon bald in der ein oder anderen Kollektion zu sehen und zu kaufen sein.
Zugegeben, in Sachen Pelzoptik und -haptik musst du nach wie vor Prioritäten setzen. Weil das Tragen von Fell – egal, ob echt oder synthetisch – aber bisher ein Abwägen zwischen Tier- oder Umweltschutz war, finde ich das Jeansfell einen spannenden Kompromiss.
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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