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Ein Camping-Besteckset als Geldanlage?

Pia Seidel
Zürich, am 22.07.2022
Bilder: Pia Seidel

Auf der Mailänder Möbelmesse hat die Designmarke Alessi ihre Jubiläumskollektion präsentiert. Darunter eine goldene Klobürste. Und ein Objekt, das bald zu Gold werden könnte.

Die italienische Marke Alessi hat während des Salone del Mobile im Juni ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung von Sondereditionen in der Galleria Manzoni gefeiert. Zu sehen waren die limitierte goldene Ausgabe der Toilettenbürste «Merdolino» sowie «Occasional Object» – ein Besteckset, das der amerikanische Modedesigner Virgil Abloh kurz vor seinem Tod im November 2021 für Alessi entworfen hat. Es umfasst Messer, Gabel und Löffel aus perforiertem Stahl, die mithilfe eines passenden Karabiners ganz einfach am Hosenbund getragen werden können. Im Vergleich zur Klobürste kostet es ein Vermögen: 600 Franken.

Das durchlöcherte Design allein, das an ein Camping-Besteckset erinnert, haut dich jetzt vielleicht nicht um. Meine Behauptung, dass sich dahinter eine Wertanlage verbirgt, wohl eher. Vier Gründe, warum das Besteckset ein geeignetes Investitionsobjekt ist.

1. Das Set ist Teil des Vermächtnisses eines Ausnahmetalents

Ablohs war nicht nur Modedesigner, sondern auch Kreativdirektor, Architekt, Musiker, DJ und Industriedesigner. Bekannt wurde er durch seine Arbeit für Marken wie Louis Vuitton, Nike oder sein eigenes Label Off-White. Zuletzt ging er auch öfter mal Interior-Kooperationen ein. Er entwarf nicht nur für Alessi, sondern auch für Ikea, Cassina und Vitra. Oft werden kreative Genies ja erst nach ihrem Ableben so richtig gefeiert. Da ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass seine letzten Objekte in Zusammenarbeit mit grossen Marken in Erinnerung bleiben. Das glaubt auch Redaktorin Anna-Lena Reith vom AD-Magazin. Und dass der Hype um seine Werke noch eine Weile anhält, steht für mich ausser Frage. Wertsteigerung also fast schon garantiert.

«Occasional Object» ist das erste und letzte von Abloh und seinem in London ansässigen Studio Alaska Alaska designte Besteckset.
«Occasional Object» ist das erste und letzte von Abloh und seinem in London ansässigen Studio Alaska Alaska designte Besteckset.

2. Das Set ist limitiert

In einem Interview mit dem Online-Magazin Textil Wirtschaft verkündete die italienische Marke, dass sie weitere Objekte vorstellen wird, die Abloh für den Brand entworfen hat und die zur permanenten Kollektion gehören werden. Das erste Design, «Occasional Object», wird jedoch eine limitierte Edition bleiben und nur 999 Mal mit gelaserter Seriennummer hergestellt. Du kannst es ausschliesslich über den Alessi-Shop beziehen und auch hier behält sich die Marke das Recht vor, «Bestellungen zu stornieren oder nicht anzunehmen». Diese künstliche Knappheit zielt voll auf unsere Sammlerherzen und wird den Marktpreis in die Höhe zu treiben. Also heisst es: «Zuschlagen, solange der Vorrat reicht!»

Made In Italy: Das Esswerkzeug-To-Go, das von einem Schraubenschlüssel inspiriert ist, soll es nur 999 Mal geben.
Made In Italy: Das Esswerkzeug-To-Go, das von einem Schraubenschlüssel inspiriert ist, soll es nur 999 Mal geben.

3. Designer-Collabs sind beliebter denn je

Laut der globalen Mode-Suchmaschine Lyst lohnt es sich, beim Investieren in Trendteile besonders Kooperationen zwischen Brands zu verfolgen. Sie seien «der Schlüssel zum Erfolg im Hinblick auf Produkte mit limitierter Auflage, die zum Kultobjekt werden können.» Der Nike-Offwhite-Sneaker aus der Kollektion «R.I.P. Virgil Abloh» hat beispielsweise bereits einen Marktpreis von 13,000 Euro. Und seine 200 Paar Sneakers, darunter eine «Air Force 1»-Sonderedition, wurden dieses Jahr für insgesamt 25 Millionen bei Sothebys versteigert. Sind die 999 Stück erstmal verkauft, steigt der Wiederverkaufswert des schönen Sets. Wohl nicht gleich auf «Air Force 1»-Niveau, aber die Chance auf einen hübschen Gewinn ist sicher gut.

4. Nur für besondere Anlässe

Der Titel «Occasional Object», wurde von der italienischen Marke gewählt, weil es «für den seltenen Gebrauch gedacht ist». Also fürs gelegentliche Picknick oder den Campingtrip zum Beispiel. Doch vielleicht versteckt sich dahinter vor allem dieser Hinweis: «Lass das Set lieber im Küchenregal stehen und behandle es wie das teure Porzellan.» Denn jeder Kratzer bedeutet Wertverlust.

Don't touch this: Das Set war ausgestellt wie die verwunschene Rose aus dem Disney-Film «Die Schöne und das Biest».
Don't touch this: Das Set war ausgestellt wie die verwunschene Rose aus dem Disney-Film «Die Schöne und das Biest».

Mag sein, dass ich mich mit diesen vier Gründen verspekuliere. Doch spätestens, wenn jemand aus dem Kardashian-Jenner-Klan sich das Besteck am Karabiner an die Hose hängt, reicht das, um die Preise für 998 übrigen Sets in astronomische Höhen zu treiben – wetten?

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