«Dying Light 2»  angespielt: Das lange Warten hat sich gelohnt
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«Dying Light 2» angespielt: Das lange Warten hat sich gelohnt

Philipp Rüegg
Zürich, am 02.02.2022

Die zahlreichen Verschiebungen haben «Dying Light 2» gut getan. Das Zombie-Survival-Game ist stimmig und die Welt überraschend lebendig – trotz Untoter.

Erstmals gezeigt wurde «Dying Light 2» an der E3 2018. Der Nachfolger des erfolgreichen Zombie-Survival-Spiels mit Parcours-Mechanik sollte ursprünglich 2020 erscheinen. Daraus ist bekanntermassen nichts geworden. Das Spiel befand sich im Entwicklungs-Limbo. Die Vorfreude der Fans wich immer mehr der Skepsis, ob das noch was wird mit «Dying Light 2». Nun ist es da und nach rund zehn Stunden kann ich Entwarnung geben: Das Teil kann was.

Bewährte Kost

Zombies beim abendlichen Grillfest.
Zombies beim abendlichen Grillfest.

Am grundsätzlichen Spielprinzip hat sich nichts geändert. Die Welt ist der Zombie-Apokalypse erlegen. Die wenigen Überlebenden haben sich in improvisierte Festungen zurückgezogen. Du spielst einen sogenannten Pilger, die sich meist ausserhalb der Städte aufhalten. Die Suche nach deiner Schwester hat dich in «Die Stadt» geführt. Dort erledigst du Aufträge für verschiedene Fraktionen, verbesserst deine Fähigkeiten, baust improvisierte Waffen und gehst auf Beutezüge. Die sind in der Nacht besonders gefährlich. Zombies an denen du tagsüber gemütlich vorbeischlenderst, sind in der Dämmerung deutlich angriffslustiger und stecken auch mehr ein. Ein einzelner Streuner ist auch dann kein Problem, aber schon bei drei, vier komme ich schnell ins Schwitzen. Hinzu kommen Spezialzombies, bei denen ich zumindest zu Beginn die Beine in die Hand genommen habe.

Trotzdem lohnt sich das Risiko, in der Nacht rauszugehen. Einige Aufträge oder Orte mit besonders wertvoller Beute stehen nämlich nur dann zur Verfügung.

Apropos Beute: Auch «Dying Light 2» kommt nicht drumherum, ein Ping-System einzusetzen. Damit aktivierst du deinen «Überlebenden-Sinn» und Gegner und Kisten in der Umgebung werden farblich hervorgehoben. Gibt es wirklich kein besseres System? Stell dich also schon mal darauf ein, dass du beim Erkunden nonstop die Q-Taste (am PC) hämmerst, damit du nichts Wertvolles verpasst. Neben Ressourcen finden, gibt es noch etwas anderes, das du ständig machen wirst: rennen.

Klettern ist ein essentieller Teil des Spiels.
Klettern ist ein essentieller Teil des Spiels.

Entwickler Techland hat die Zombie-Survival-Formel aus «Dead Island» bereits mit «Dying Light 1» durch ein komplexes Parcours-System erweitert. Die wurde in der Fortsetzung weiter verbessert. Du kletterst auf Dächer, springst über Häuserschluchten und angelst dich an Fassaden entlang. Es gibt fast nichts, an dem du dich nicht festhalten kannst. Dasmacht die Navigation extrem fliessend. Das Parcours-System ist neben der Welt der Star des Spiels. Die Bewegungen fühlen sich anfangs zwar etwas zäh an. Auch das Timing für den Absprung und die Distanzen sind sehr gewöhnungsbedürftig. Mit verbesserter Ausdauer und etwas Übung bin ich aber schon nach wenigen Stunden wie ein junges Berggeisli über Zombie-Köpfe gehechtet

Lebendige Welt, trotz Untoter

Die Spielwelt soll viermal grösser sein als beim Vorgänger. Ich bin nach knapp zehn Stunden immer noch im ersten Gebiet und trotzdem schon schwer beeindruckt. Grasbewachsene Häuserdächer, verwaiste Wohnungen und verrostete Panzer bestimmen das Stadtbild. Wenn ich den Blick schweifen lasse, erkenne ich aber auch Zeichen von Zivilisation: zum Marktplatz umfunktionierte Kirchen, urbane Gärten mit Bienenstöcken oder improvisierte Windräder. Letztere kannst du aktivieren, um das umliegende Gebiet sicherer zu machen und Händler anzulocken. Techland hat im Vorfeld viel davon geredet, wie der Spieler oder die Spielerin die Welt durch Entscheidungen beeinflussen kann. Viel kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu sagen.

Die Stadt pulsiert mit Leben, man muss es nur finden.
Die Stadt pulsiert mit Leben, man muss es nur finden.

Was ich sagen kann, ist, wie organisch und lebendig die Stadt wirkt. Es fühlt sich wirklich an, als wäre ich in einer verlassenen Grossstadt. Überall gibt es etwas zu entdecken und das nicht nur, durch Symbole auf der Karte. Beim Herumturnen sehe ich immer mal wieder etwas Interessantes, das meine Neugier weckt. Oder mein Radar schlägt aus und sagt mir, dass ein Inhibitor in der Nähe ist. Diese begehrten Spritzen verlangsamen den Zombie-Umwandlungsprozess und erhöhen gleichzeitig Ausdauer oder Lebensenergie. In «der Stadt» ist nämlich längst jeder mit dem Virus infiziert – auch wir. In der Nacht oder in dunklen Innenräumen mutierst du schon nach wenigen Minuten. Dagegen hilft nur Sonnen-, respektive UV-Licht oder kurzzeitig auch bestimmte Pilze.

Entscheidend zur Stimmung beitragen die Lichteffekte. In der Nacht ist es wirklich Nacht. Ohne Taschenlampe siehst du so gut wie gar nichts. Entsprechend stark durchdringen rettende UV-Lichter oder leuchtende Zombieaugen das Meer aus Dunkelheit. Aber auch die verschiedenen Tageszeiten hat Techland beeindruckend in Szene gesetzt. Direkt zu Beginn des Spiels durchstöberst du in der Dämmerung ein Haus. Das rötliche Licht, das durch die verbarrikadierten Fenster strömt, verleihen dem ganzen eine schaurig schöne Stimmung.

Die Lichteffekte sind beeindruckend.
Die Lichteffekte sind beeindruckend.

Grafisch ist das Spiel ohnehin eine Wucht. Technisch vielleicht nicht das Nonplusultra, aber das Design der Infizierten und der überwachsenden Stadt suchen seinesgleichen. Ich bin auch erstaunt, wie überraschend farbenfroh die Welt tagsüber ist. Das verstärkt den Kontrast zur bedrohlichen Nacht zusätzlich.

Techland ist es wieder mal bestens gelungen, dafür zu sorgen, dass ich ständig leicht angespannt bin. Tagsüber wirken die Zombies zwar mehr wie kleine kläffende Hunde, aber sobald ich ein schlecht beleuchtetes Wohnhaus betrete, kippt die Stimmung. Getoppt wird das nur durch die Nacht, wo von überall her unheimliche Schreie erklingen. Und sollte mal eine Verfolgung starten, weil ich die Zombies aufgescheucht habe, dann rast mein Puls als würde ich selbst um mein Leben rennen und nicht nur verkrampft die W-Taste runterdrücken.

Dass es in der Welt um ein Virus geht, das nicht einzudämmen war und alle sich experimentelle Impfstoffe injizieren, kann manchmal schon etwas bedrückend sein. «Dying Light 2» ist definitiv kein fröhliches Spiel. Und als hätten sie es vorhergesehen, sind auch die Chippreise noch mehr durch die Decke als bei uns. 20 Jahre nach dem Kollaps der Menschheit ist der Elektroschrott von gestern Gold wert.

Der erste Eindruck könnte nicht positiver sein

An Action mangelt es ebenfalls nicht.
An Action mangelt es ebenfalls nicht.

Abgesehen vom zwanghaften Ping-System, bin ich positiv überrascht von «Dying Light 2». Nach so langer Wartezeit war meine Vorfreude längst verklungen. Umso mehr freut es mich, dass sie jetzt wieder mit voller Flamme brennt.
Ich bin gespannt, was «Dying Light 2» noch bereithält. Auch den co-op-Modus will ich unbedingt ausprobieren. Dieser funktioniert erst zum Launch. Einen weiteren Eindruck wie sich «Dying Light 2» spielt, zeige ich dir im Livestream am Donnerstag um 13:30 auf Twitch und Youtube. «Dying Light 2» ist erhältlich für PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series S/X und wurde mir von Techland zur Verfügung gestellt.

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Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem privaten Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur. 


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