DJI FPV – die anfängerfreundliche FPV-Drohne

David Lee
Zürich, am 02.03.2021
Mitarbeit: Manuel Wenk
DJI hat ab sofort auch eine Drohne für FPV-Fans im Angebot. Sie verfügt über diverse Features, die Anfängern den Einstieg in die FPV-Welt erleichtern. Ich probiere aus, wie weit ich ohne Vorkenntnisse komme.

DJI stellt eine Drohne mit dem simplen Namen DJI FPV vor. Die Abkürzung steht für First Person View: Du siehst den Flug aus der Sicht der Drohne. Dafür ziehst du eine VR-Brille an. Weil du die Drohne selbst nicht siehst, muss eine Begleitperson bei dir sein, damit der Sichtkontakt gewährleistet ist.

Laut Hersteller ist die DJI FPV besonders einsteigerfreundlich. Denn sie lässt sich nicht nur manuell im Stil einer Racing-Drohne steuern, sondern auch in der gewohnten Art einer DJI Mavic oder Mini. Im manuellen Modus gibt es zudem eine Notbremse: Eine Taste an der Fernbedienung setzt die Drohne sofort in den Schwebeflug, falls sie ausser Kontrolle gerät und ein Absturz droht. Ein Sport-Modus soll als Mittelding zwischen normalem und manuellem Modus dienen und so den Übergang zur manuellen Steuerung erleichtern.

Den normalen Modus und den Sportmodus habe ich ohne jede Vorbereitung einfach mal ausprobiert. Das klappte. Der normale Modus ist super easy, da er gleich funktioniert wie bei anderen DJI-Drohnen. Der Sport-Modus ist definitiv näher am normalen Modus als am FPV-Modus; der auffälligste Unterschied ist die höhere Geschwindigkeit. Sofern du genug Platz hast und vorsichtig fliegst, ist auch der Sport-Modus für Anfänger machbar.

FPV Universal Edition (4K)
799.–
Dji FPV Universal Edition (4K)

Im manuellen Modus erreicht die Drohne eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h, von 0 auf 100 beschleunigt sie in zwei Sekunden. Es gibt einen Smooth-Modus, der die Latenz zwischen Bildaufnahme und Wiedergabe auf der Brille auf unter 28 Millisekunden bringt. Hier ist die Videoaufnahme auf Full HD beschränkt, liefert aber bis zu 120 fps und damit die Möglichkeit, Vierfach-Zeitlupen zu erstellen. Daneben gibt es einen Modus, der 4K mit 60 fps liefert; dort beträgt die Latenz maximal 40 Millisekunden. Auf der Brille siehst du das Bild in beiden Fällen mit 810p. Der Blickwinkel der Kamera liegt bei 150 Grad. Die Bildstabilisierung soll die Aufnahmen auch auf den wildesten Flügen ruckelfrei halten.

Nach meinem Verständnis ist die Drohne weniger dazu gedacht, Rennen zu fliegen, sondern um Kamerafahrten aufzunehmen, die im «normalen» Flugbetrieb einer Drohne nicht möglich sind. So wie in diesem ziemlich coolen Best-of von Sam Kolder.

Die Drohne wiegt 795 Gramm, davon entfallen 295 Gramm auf den Akku. Laut DJI reicht er bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h ohne Wind für 20 Minuten Flugzeit.

Die Gimbal-Kamera, das Fahrgestell und die Oberschale der DJI FPV sind modular aufgebaut und laut DJI leicht austauschbar. Der Hersteller bietet neben diversen Ersatzteilen auch eine Art Unfallversicherung namens Care Refresh an. Sie kann für ein oder zwei Jahre abgeschlossen werden und beinhaltet maximal zwei beziehungsweise drei Austauschgeräte, zusätzlich zur zweijährigen Produktgarantie ab Kaufdatum.

Vorsicht: Im FPV-Modus nichts für Anfänger

Damit keine Missverständnisse entstehen: Einsteigerfreundlich ist diese Drohne, weil sie neben dem FPV-Modus auch andere Modi bietet. Der FPV-Modus selbst ist nichts für Anfänger. Bei dieser Steuerung hält sich die Drohne nicht selbst in der Luft und lässt sich ohne Übung nicht kontrollieren. In Kombination mit der hohen Geschwindigkeit der Drohne ist das gefährlich. Darum muss ich mich zuerst in einem Simulator an die Steuerung gewöhnen. Darum siehst du von mir keinen FPV-Flug im obigen Video.

DJI bietet selbst einen solchen Simulator an. Du verwendest dabei Fernsteuerung und VR-Brille, lernst also, die Original-Ausrüstung blind zu bedienen. Vorerst läuft der nur auf iOS. Es gibt jedoch auch andere Simulatoren, die dir das Grundprinzip der FPV-Steuerung beibringen. Manu empfiehlt diesen hier. Die VR-Brille könnte ich damit aber wahrscheinlich nicht verwenden.

Für mich ist in nächster Zeit üben angesagt. Da ich nicht gerade ein Naturtalent in solchen Dingen bin, könnte es einige Zeit dauern, bis mein erster erfolgreicher FPV-Flug über die Bühne geht. Dann kann ich dir sagen, wie lange es bei einem absoluten Noob dauert, bis er die Drohne auf alle Arten fliegen kann.

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David Lee
David Lee
Senior Editor, Zürich
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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