Disneys Zukunftspläne: Endlich kommt Bewegung ins Spiel
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Disneys Zukunftspläne: Endlich kommt Bewegung ins Spiel

Luca Fontana
Zürich, am 08.05.2019
Die Übernahme von 20th Century Fox, das stockende «Star Wars»-Flaggschiff und das Ende einer Ära bei Marvel: Die Zukunftspläne Disneys waren bisher nebulös. Das ändert sich jetzt.

Wenn die Walt Disney Company spricht, dann hören Journalisten und Fans auf der ganzen Welt zu. Schliesslich prägt das Haus der Maus die Kinolandschaft wie kein zweites Medienunternehmen.

Jetzt hat Disney konkret über Zukunftspläne einiger seiner beliebtesten Franchises gesprochen. Das ist aufregend, weil diese Pläne für Disneys Verhältnisse bisher ungewohnt diffus geblieben sind. Das Wichtigste: «Star Wars» wird nach dem Ende der Skywalker-Ära diesen Dezember um eine weitere Trilogie ergänzt. Startschuss ins neue Zeitalter ist Dezember 2022.

Was kommt nach «Star Wars: The Rise of Skywalker»
Was kommt nach «Star Wars: The Rise of Skywalker»

Aber nicht nur «Star Wars» hat zu reden gegeben. Disney gibt zum ersten Mal auch Preis, was es mit jenen Franchises vorhat, die es seit der definitiven Übernahme von 20th Century Fox kontrolliert. Etwa James Camerons «Avatar» oder die noch ausstehenden «X-Men»-Filme.

Enger Zeitplan: Avatar und Star Wars wechseln sich ab

Die schlechte Nachricht: Der Start des sich unter Regisseur James Cameron befindenden «Avatar»-Sequels ist um ein Jahr nach hinten verschoben worden. Neu wird das noch titellose «Avatar 2» nicht nächstes Jahr, sondern erst im Dezember 2021 ins Kino kommen. Dafür wird das Franchise alle zwei Jahre eine Fortsetzung bekommen. Soll heissen: 2023 kommt «Avatar 3», 2025 «Avatar 4» und 2027 «Avatar 5».

Grund dafür ist die geplante «Star Wars»-Trilogie, die am finalen Teil der aktuellen Trilogie – «Star Wars: The Rise of Skywalker» – anknüpfen soll. Die neue Trilogie wird frühestens 2022 ins Kino kommen, um dem Krieg-der-Sterne-Franchise eine kleine Verschnaufpause zu gönnen.

James Camerons «Avatar» soll gleich vier Fortsetzungen erhalten
James Camerons «Avatar» soll gleich vier Fortsetzungen erhalten

Damit können sich «Avatar» und «Star Wars» den beliebten Dezember-Starttermin abwechselnd teilen: «Episode 10» kommt 2022, «Episode 11» folgt 2024 und der finale Teil der neuen Trilogie wird 2026 ins Kino kommen. Ob es sich bei der neuen Trilogie um jene handelt, die Episode-7-Regisseur Rian Johnson seit geraumer Zeit am Entwickeln ist oder jene, welche die Game-of-Thrones-Macher David Benioff und D. B. Weiss nach dem Ende des Lieds von Eis und Feuer in Angriff nehmen werden, ist nicht bekannt.

Weil Disney bei den angekündigten Startdaten nicht explizit von einer Trilogie gesprochen hat, könnte es auch sein, dass es sich um drei für sich allein stehende Star-Wars-Filme handelt. Das klingt aber eher unwahrscheinlich.

Im Marvel Cinematic Universe (MCU) sind nach dem Ende einer Ära, die eng mit auslaufenden Verträgen von Robert Downey Jr., Chris Evans und Chris Hemsworth zusammenhängt, ebenfalls neue Termine bekannt geworden. Während für dieses Jahr nur ein weiterer MCU-Film geplant ist – «Spider-Man: Far From Home» – wird es nächstes Jahr zwei Superhelden-Filme geben. Gerüchten zufolge sollen es zwei der drei bereits angekündigten Filme «Black Widow», «The Eternals» oder «Shang Chi» sein.

James Gunn führte bereits bei den ersten beiden «Guardians»-Filmen Regie
James Gunn führte bereits bei den ersten beiden «Guardians»-Filmen Regie

Noch etwas zu früh in der Entwicklung steckende Filme für einen Kinostart im nächsten Jahr sind «Guardians of the Galaxy Vol. 3», «Black Panther 2», «Dr. Strange 2» und «Ms. Marvel». Diese sollen zusammen mit anderen noch unangekündigten Marvel-Filmen in den Jahren 2021 und 2022 folgen. Dann werden je drei Marvel-Superhelden-Filme im Kino zu sehen sein. Einer der zwei bestätigten Regisseure ist James Gunn für den «Guardians»-Film; er wurde nach einem unangebrachten Tweet gefeuert und dann doch wieder an Bord geholt. Der andere Regisseur ist Ryan Coogler, der schon beim ersten Black-Panther-Film Regie geführt hat.

Anpassungen bei 20th-Century-Fox-Filmen

Im März erfolgte die 71,8 Milliarden Dollar schwere Mega-Übernahme von 20th Century Fox. Darum musste Disney einige vorher von Fox kontrollierten Film-Franchises mit eigenen Kinostarts abstimmen und umgekehrt – etwa «Avatar» und die neue «Star Wars»-Trilogie.

Als weitere Folge daraus ist der X-Men-Horror-Spin-Off «The New Mutants» mit Game-of-Thrones-Star Maisie Williams von August 2019 auf April 2020 verschoben worden. Der X-Men-Spin-Off «Gambit» mit Channing Tatum in der Hauptrolle wurde gar ganz auf Eis gelegt. «Ad Astra» – das Astronauten-Drama mit Brad Pitt, das eigentlich noch im Mai 2019 hätte starten sollen, aber noch nicht mal einen offiziellen Trailer hat – ist auf September 2019 verschoben worden.

Zudem: Steven Spielbergs Neuverfilmung von «West Side Story» startet neu diesen Dezember, fast gleichzeitig mit Disneys «Cruella» – einem Realfilm-Spin-Off von «101 Dalmatiner». Das wiederum hat Disneys Jugendroman-Adaption von «Artemis Fowl» auf Mai 2020 gerückt.

Und was sagt Disney dazu? Hier ein Statement von Cathleen Taffs, Präsidentin des Kinoverleihs des Studios, gegenüber dem Variety-Magazin.

“ Wir freuen uns, eine solide Grundlage für unsere langfristige Strategie gelegt zu haben, die aus einer Vielzahl von Filmen aus den Studios Disney, Pixar, Marvel, Lucasfilm, Fox, Fox Searchlight und Blue Sky besteht. ”
Cathleen Taffs, Walt Disney Company

Wir dürfen gespannt sein. Eine komplette Liste sämtlicher Release-Termine für Disney-Filme findest du hier.

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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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